5. Albert Van Abbe – Klangbilder (Echocord Colour) / Broken Cymbals (Semantica)

Bei Albert Van Abbe sind die Ambientstücke fast genauso wichtig die Technotracks. Van Abbe verwendet schlanke, kurzatmige Grooves mit spröden, metallischen Klängen. Für seine Soundscapes benutzt er die Orgeln und Streicher einer längst obsoleten Synthesizer-Generation. In ihrer Bescheidenheit vermitteln diese Sounds eine fast sakrale Anmutung. „Broken Cymbals“ kreist um einen verstimmtes Becken, die Tracks klingen wie Detroitstücke, die auf jegliche klangliche Großzügigkeit, auf jegliche Romantik verzichten. „Klangbilder 2“ wirkt mit seinen schmetternden Hi-Hats, der hüpfenden Bassline und den verhuschten Bleeps wie ein klassisches Chicagostück. Die Aufgekratzheit von Armando oder Felix da Housecat verwandelt sich bei Van Abbe durch seine außergewöhnliche Instrumentierung und seine zurückgenommene Art aber in asketische Kirchenmusik. (Alexis Waltz)

4. Boston 168 – Drops In Heaven EP (BPitch Control)

In diesem melodieverliebten, romantischen Release verbinden Sergio Pace und Vincenzo Ferramosca aus Italien schwere, düstere Grooves mit raumgreifenden Hooklines, die an elektronische Soundtracks aus den Siebzigern und Achtzigern etwa von Tangerine Dream oder Giorgio Moroder erinnern. „Cosmic Tribe“ klingt mit seinen Drum’n’Bass-Einsprengseln aufbrausend und dramatisch. „Drops In Heaven“ ist etwas ruhiger, sparsame, lyrische Synths erzeugen einen distanzierten, beschaulichen Blick auf dramatische Ereignisse. „Straight To Light“ ist der schönste Track auf der Platte, aus der Ferne blitzen kurze Melodien wie lange vergessene Erinnerungen auf. (Alexis Waltz)

3. Armless Kid – La Tombée Du Rideau EP (Rekids)

Auf den fünf Tracks seiner EP für Rekids kreuzt Armless Kid, Producer und DJ aus Paris, die DNA des French House mit dem US-amerikanischen Deep House, für den um die Jahrtausendwende Labels wie Naked Music oder Bombay Records, aber auch Classic standen. Fabelhaft die Nachmittags-Atmosphäre von „Troisième Acte“, während „Jojo On The Moon“ fast an frühe Theo-Parrish-Tracks erinnert . Dreamhousiger kommt „Air“ rüber, nur der Two-Step von „Abdos Fessier“ wirkt dann doch überdreht. „This Generation“ rundet die gelungene Platte mit Detroit-Stringflächen und kreisenden Stabs stilsicher ab. (Harry Schmidt)

2. Anton Klint – Ups & Downs EP (2MR)

Diese interessanten Tracks von Anton Klint scheißen auf Funktionalität und Spielbarkeit. So verzichten sie auf das Arsenal von Drumsounds, das normalerweise zu einem Clubtrack gehört. Wenige, reduzierte Kicks machen kaum mehr, als einen Takt vorzugeben. Bei „Mun“ montiert Klint zu einem solchen Groove verspielte, quietschende Sounds und eine tiefe, müde Stimme, die „Go girl, go girl“ murmelt. Bei „Strupe“ pitcht er einen Discotrack auf Zeitlupentempo herunter und ergänzt diesen weichen, schwankenden Swing durch bluesige Gitarren- und Pianosamples, deren Muckertum einen spannenden Kontrast zum Loop des Grooves entstehen lässt. (Alexis Waltz)

1. Juju & Jordash – Slack Trax Vol. 1 (Slack Trax)

Ihr neues Vinyl-Only-Label Slack Trax bespielen Juju & Jordash erstmal selber. Ihrem Anspruch auf dieser Plattform ohne großes Aufheben solides DJ-Futter aufzulegen wird die Debüt-EP allemal gerecht. Wenig überraschend aber auch, dass sie sich mit lieblosen House-Tools nicht zufrieden geben und den Tracks neben einer vielschichtigen wie sorgfältigen Produktion noch eine eigenwillig psychedelische Geschmacksnote mitgeben. Auf „Bellboy“ agieren sie mit Grummelbass und Breaks á la Kerri Chandler sowie einer peitschenden Piano-Linie am funktionalsten. Das minimal kosmische „SpaceTG“ und das dubbige „Cherry“ sind dagegen typische Produkte ihrer krautigen Spielfreude. (Frank P. Eckert)

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