5. Princes Of Abzu (Hard Fist)

Die fünf Tracks dieser Compilation-EP des jungen Labels Hard Fist treffen mit orientalischen Clubsounds den aktuellen Nerv des Dancefloors. „Place du Pont“ von Hard-Fist-Labelhead Cornelius Doctor & Tushen Raï punktet mit Vocals von Shadi Khries, den man von Acid Arab kennen könnte und der mit „Semsemeh“ hier auch nochmals solo vertreten ist. Jazziger geht’s auf J.A.K.A.M.s „Tribes” zu. Acid bringt die von Cornelius Doctor geremixte Kollaboration von Ko Shin Moon und Simple Symmetry. Timothy Clerkin alias Heretic rundet mit Slow House ab. (Harry Schmidt)

4. LACKRec. vs Magic Power – (Lack x Magic Power)

Ein unverbrauchter, aufgeweckter und bretternder Sound – Electro, Techno und Breakbeat: Das ist die Schnittstelle der beiden jungen Berliner Labels LACKRec. und Magic Power. Nach einigen Kollaborationen auf dem Dancefloor finden die Macher nun auch auf gepresster Form zusammen. Auf den acht Tracks des Joint Ventures von Acts wie Claus Schöning, Jonas Palzer oder Don Williams wird es oft warpig, mal spacy und bleibt eigentlich durchgehend schmetternd – durch viele der Tracks hallt ein gewisser Big-Room-Charakter, ohne dass diese dafür künstlich aufgebauscht wirken. Beide Labels konzentrieren ihre Partys unter anderem um Clubs wie das ://about:blank, trotzdem kommen einem hier direkt viel größere Hallen, Flächen und Räume in den Sinn. (Benjamin Kaufmann)

3. Simple Symmetry – Beginners Guide To Magic EP (Disco Halal)

Die Moskauer Brüder Sasha & Sergey Lipsky alias Simple Symmetry hatten vergangenes Jahr mit dem herrlich orientalischen „Plane Goes East“ ihren Einstand auf Disco Halal. Ihr Beginners Guide To Magic setzt jetzt da an, wo sie zuvor mit Voodoo Your Ex aufgehört hatten. Druckvollere Bässe, weniger ausladende Melodien, mitunter tribalistischer Beat und die eine oder andere beschwörende Stimme über Kehlkopfgesang. Das alles aber so gut dosiert, dass es höchstens geringfügig albern erscheinen könnte. Die Mischung überzeugt jedenfalls. (Tim Caspar Boehme)

2. Portable – A Life Without Notifications (Dial)

Perlon, Live At Robert Johnson und nun auf Dial – mittlerweile bewegt sich Alan Abrahams alias Portable oft eher am Rande des Sounds dieser Labels. A Life Without Notifications spiegelt wieder einmal mehr die für den Südafrikaner typische Einbettung traditioneller Rhythmen in warmtönige, elektronische Soundlandschaften wider, gepaart mit seiner eigenen charismatischen Stimme. Diese ist aber kein Muss: „Wear Your Life Like A Loose Negligee“ kommt größtenteils auch ohne aus und hätte überraschenderweise auch auf einem der elektronisch-experimentelleren Alben von Radiohead eine gute Figur gemacht. (Benjamin Kaufmann)

1. Luca Lozano – Boss Moves (Running Back)

Klasse Label-Boss Luca Lozano besucht seinen werten Kollegen Gerd Janson und belebt dessen Label Running Back mit einer Doppel-Maxi. Neun Tracks, die zeitgenössischen retrospektiv anklopfen. Mit Acid-Tupfern, Amen-Breaks, Neon-House, Tribal-Grooves, Percussion-Techno und sanftem Jungle-Fieber. Das Ganze ist stets mit einer kosmischen Funk-Atmosphäre versehen, dessen quirlige Losgelöstheit fesselt. Auch vor kitschigen 1990er-Rave-Melodien hat Luzano keine Angst, wie der Maxi-Titeltrack in seiner Mitte überraschend belegt. Eine furiose Doppel-EP, die auch als Album durchgehen könnte und vollkommen ohne Füllmaterial auskommt. (Michael Leuffen)

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