Jesper Kouthoofd will den Synthesizer abschaffen, zumindest bei Teenage Engineering. Bei einer Umstrukturierung im vergangenen Herbst kündigte der Gründer seinem Team an, die Firma werde keine Synthesizer mehr herstellen. Auch der OP-1 soll davon nicht ausgenommen sein, jener Taschensynthesizer von 2011, der die Stockholmer Firma bekannt machte und bis heute zu den gefragtesten Instrumenten auf dem Gebrauchtmarkt Reverb zählt. „Alle fragten: Wovon redest du?”, erzählt Kouthoofd. „Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Produkte für uns nicht das Geschäft sind. Wir können so viel mehr sein.”
Teenage Engineering, 2005 gegründet, hat rund 100 Mitarbeiter:innen und etwa 46 Millionen Dollar Jahresumsatz. Zur Kundschaft zählen Hobbyist:innen ebenso wie Namen wie Travis Scott oder Sabrina Carpenter, aber auch Elektronik-Acts wie Richard Devine. Das Sortiment ist eigenwillig: ein portabler Vinyl-Schneider, ein Tape-Dispenser, ein 2.000-Dollar-Chor aus acht Holzpuppen, ein Groovebox-Modell mit mittelalterlichen Samples. Kouthoofd versteht das als Prinzip: Was nicht vernünftig oder profitabel erscheint, bringt er trotzdem raus und schaut, was passiert. Er trifft die Entscheidungen allein und aus hundert Prototypen sucht er selbst die aus, die auf den Markt kommen.

Den OP-1 beschreibt er als Protest gegen Musikmachen am Laptop, weniger ernst und intuitiver. Die meisten Synthesizer-Käufer:innen nutzten ihre Geräte ohnehin nicht als Werkzeug zur Musikproduktion, sagt er: „Es ist Therapie. Es ist Unterhaltung. Es ist ein Hobby.” Was an die Stelle der Synthesizer treten soll, lässt er offen. Im Labor arbeite man an Projekten, die erst in fünf bis zehn Jahren erscheinen. Eines davon, glaubt Kouthoofd, werde unser Online-Leben verändern.







