„One Night at KitKat“: ARD-Doku jetzt in der Mediathek zu sehen

—

Die ARD-Doku „One Night at KitKat“ des iranischen Regiepaars Mohsen Najafimehri und Diba Darbari gewährt nach dem Kino-Dokumentarfilm „Kinks of Berlin“ von Philipp Fußenegger weitere Einblicke in den Berliner KitKatClub. Wo Handys tabu sind, durfte eine Kamera während einer laufenden Veranstaltung mitfilmen. Gäste, Mitarbeitende und Gründer:in erzählen von Selbstakzeptanz, Gemeinschaft und der Geschichte des Clubs – aber auch von den Schattenseiten der Szene.

Die 70-minütige Doku beginnt mit Besucherin Nora, die durch die KitKat-Besuche ihre Depression überwand. KitKat-DJ Sebastian, der die meiste Zeit im Film nackt ist, beschreibt den einzigartigen Vibe im Club. Auch Security-Mitarbeiter Roger kommt zu Wort und erklärt, nach welchen Kriterien er Personen aus der Warteschlange abweist.

Nackte Person auf der KitKat-Tanzfläche (Foto: StarklFilm/Dibar Darbari)

Gezeigt werden exklusive Clubeinsichten aus dem Eingangsbereich. Besucher:innen verschiedener Altersklassen und geschlechtlicher Orientierungen ziehen ihre Alltagskleidung aus und richten ihre Latex-Overalls, Netzklamotten und Kinky-Accessoires. Handys werden abgegeben. Ein Gast beschreibt die Atmosphäre als vertraut, sie gibt ihm ein Gefühl von Zugehörigkeit.

Aufnahmen aus dem Inneren des Clubs zeigen leicht bekleidete oder nackte Menschen in Ledergurten, Halsbändern oder Leinen, die zur Technomusik in bunten Partylichtern tanzen. Daneben gibt es mehrere Floors mit Sauna, Pool und einem Bereich, in dem ein Tanzlehrer Tango unterrichtet. Nackte Musiker:innen spielen Jazz-Musik live. Mitten auf der Tanzfläche oder auf Liege- und Sitzmöglichkeiten wird geknutscht – andere haben Oral- oder Geschlechtsverkehr oder leben ihre BDSM-Fantasien aus. Wieder andere führen Unterhaltungen an der Bar.

Regiepaar Mohsen Najafimehri und Diba Darbari (Foto: Starkl Film)

Eine weitere Perspektive bietet Victoria Heifetz aus Tel Aviv: Sie beschreibt, wie ihre Besuche im KitKatClub sie zur Geschlechtsumwandlung inspirierten. Victoria und Domina Megan Bound beleuchten auch die dunklen Seiten der Szene.

In der Doku stellt sich auch Club-Mitgründer Simon Thaur mit seiner Ex-Partnerin Kirsten vor, die heute Geschäftsführerin des Clubs ist. Noch heute sind sie auch fester Bestandteil der Partys und unter ihren Gästen beliebt. Sie blicken auf die Entstehung des Clubs und dessen internationale Bekanntheit. 

Ein kürzlich eingeführtes Awareness-Team berichtet von dessen Arbeit und in welchen Situationen sie eingreifen. Eine Mitarbeiterin des Clubs äußert Kritik an der Einführung des Teams.

KitKat Gast im Pool des Clubs (Foto: StarklFilm/Dibar Dabari)

Produziert wurde die Doku von Doc.Banijay, dem Doku-Label von Banijay Productions Germany und STARKL!film für ARD Kultur. Redaktion übernahmen Kristian Costa-Zahn und Katharina Groll von ARD Kultur.

„Egal, ob man das KitKat faszinierend, fremd oder kontrovers findet: Mit diesem Film kann man etwas erleben, was sonst kaum möglich ist”, sagt Kristian Costa-Zahn. ”Wir konnten erstmals an den Samstagabenden im Club drehen und Menschen in sehr persönlichen Momenten begleiten. Dadurch entsteht ein Blick auf eine Welt, über die viele sprechen, die aber nur wenige wirklich kennen. Wir beobachten, hören zu und bilden ab, ohne zu bewerten.“  

„One Night at KitKat“ ist ab heute in der ARD Mediathek verfügbar.

News

Weiterlesen

„Mehr als feiern”: ARD Kultur sammelt Liebeserklärungen an Clubs

Mit der Mitmachaktion „Mehr als feiern – Deine Liebeserklärung an den Club" ruft ARD Kultur Menschen in ganz Deutschland dazu auf, ihre persönlichen Clubgeschichten...

„Mehr als feiern”: ARD Kultur sammelt Liebeserklärungen an Clubs

Mit der Mitmachaktion „Mehr als feiern – Deine Liebeserklärung an den Club" ruft ARD Kultur Menschen in ganz Deutschland dazu auf, ihre persönlichen Clubgeschichten...

Drogenlabor Nauen: Prozess hat in Potsdam begonnen

Vor dem Landgericht Potsdam hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen. „Den beiden Angeklagten im Alter von 54 und 42 Jahren wird vorgeworfen, als...

Einbruch bei Pleasure Patterns: Berlins erster lesbisch geführter Plattenladen braucht eure Unterstützung

Das Geschäft mit integriertem Café ist auch ein Community-Hub, es dient auch als Bühne für DJ-Showcases und organisiert Pop-ups in Bars und Clubs.

„Die Spur”: ZDF-Doku nimmt sich Hardtechno-Missbrauchsvorwürfen an

Der Callout von Bradnolimit hat die Hardtechno-Szene aufgewühlt. Nun ist es dem ZDF gelungen, den Whistleblower auf Ibiza zu treffen.

Rote Sonne: Betreiber wegen Duldung von Drogenkonsum verurteilt

Das Urteil im Fall Rote Sonne dürfte „Modellcharakter in der Münchner Clubszene” haben, findet der zuständige Staatsanwalt.

Vector Lovers: Britischer IDM- und Synthpop-Act verstorben

Martin Wheeler alias Vector Lovers ist tot. Er verband Drexciyas Electro und den Synthpop von Depeche Mode zu einem nostalgischen Sound, der sentimental, aber nie kitschig war. Unser Nachruf erzählt von einem Leben zwischen Musik und Computerspielen, die er schon als 14-Jähriger programmierte.

Marcel Dettmann: Erstes Album in vier Jahren angekündigt

Der Berghain-Resident kündigt ein Album an, bei dem er seine Depeche-Mode-, The-Cure- und Front-242-Prägung expliziter verarbeitet als bisher.

Berlin-Friedrichshain: Drogendeal führt Polizei zu 2,7 Kilogramm Kokain und rund 900 Gramm Ecstasy

Mehr oder weniger zufällig gerieten die Beamt:innen an eine Truppe von 18- bis 21-jährigen, bei denen sie beachtliche Mengen von Drogen vorfanden.

Richie Hawtin: Wechsel zur Berliner TS Agency

Unabhängige Booking-Agenturen haben es zur Zeit schwer, das große Kapital dominiert den Markt. Nun setzt Richie Hawtin ein Zeichen gegen diesen Trend.
„Das Labor selbst war kein wissenschaftliches Labor. ... Da werden keine Standards eingehalten, wie man das zum Beispiel an der Uni sieht, mit Reagenzgläsern und so weiter”, sagt Ermittler Henner Grote im GROOVE-Interview (Foto: Chemikalien werden abtransportiert (Foto: Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg)

Drogenlabor Nauen: Prozess hat in Potsdam begonnen

Vor dem Landgericht Potsdam hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen. „Den beiden Angeklagten im Alter von 54 und 42 Jahren wird vorgeworfen, als...

Einbruch bei Pleasure Patterns: Berlins erster lesbisch geführter Plattenladen braucht eure Unterstützung

Das Geschäft mit integriertem Café ist auch ein Community-Hub, es dient auch als Bühne für DJ-Showcases und organisiert Pop-ups in Bars und Clubs.
Das Aufmacher-Motiv der betreffenden Folge (Grafik: ZDF)

„Die Spur”: ZDF-Doku nimmt sich Hardtechno-Missbrauchsvorwürfen an

Der Callout von Bradnolimit hat die Hardtechno-Szene aufgewühlt. Nun ist es dem ZDF gelungen, den Whistleblower auf Ibiza zu treffen.
Die Rote Sonne in München (Foto: Presse)

Rote Sonne: Betreiber wegen Duldung von Drogenkonsum verurteilt

Das Urteil im Fall Rote Sonne dürfte „Modellcharakter in der Münchner Clubszene” haben, findet der zuständige Staatsanwalt.

Vector Lovers: Britischer IDM- und Synthpop-Act verstorben

Martin Wheeler alias Vector Lovers ist tot. Er verband Drexciyas Electro und den Synthpop von Depeche Mode zu einem nostalgischen Sound, der sentimental, aber nie kitschig war. Unser Nachruf erzählt von einem Leben zwischen Musik und Computerspielen, die er schon als 14-Jähriger programmierte.

Marcel Dettmann: Erstes Album in vier Jahren angekündigt

Der Berghain-Resident kündigt ein Album an, bei dem er seine Depeche-Mode-, The-Cure- und Front-242-Prägung expliziter verarbeitet als bisher.

Berlin-Friedrichshain: Drogendeal führt Polizei zu 2,7 Kilogramm Kokain und rund 900 Gramm Ecstasy

Mehr oder weniger zufällig gerieten die Beamt:innen an eine Truppe von 18- bis 21-jährigen, bei denen sie beachtliche Mengen von Drogen vorfanden.

Richie Hawtin: Wechsel zur Berliner TS Agency

Unabhängige Booking-Agenturen haben es zur Zeit schwer, das große Kapital dominiert den Markt. Nun setzt Richie Hawtin ein Zeichen gegen diesen Trend.