Fantasm-Gerichtsprozess: Beschuldigte will in Revision gehen

Die Beschuldigte Kan Chanut kündigt an, gegen das von Fantasm angestrengte Verleumdungsurteil Berufung einzulegen.

Vor knapp zwei Wochen hatte der Hardtechno-DJ Fantasm in einem Statement erklärt, dass die von ihm initiierte Verleumdungsklage gegen Chanut, die ihm übergriffiges Verhalten vorgeworfen hatte, vor einem Gericht in Lyon zu seinen Gunsten entschieden worden sei. Nach einer Erklärung seines Anwalts sei die Beschuldigte zu 5.000 Euro Strafe verurteilt worden. Sie müsse außerdem 10.000 Euro an Entschädigung sowie 1.000 Euro für die Prozesskosten aufbringen.

„Die Berichterstattung sowie die Diskussion in sozialen Netzwerken haben den Eindruck vermittelt, der gesamte Fall sei mit dem Urteil endgültig abgeschlossen und umfassend aufgeklärt worden. Diese Darstellung ist falsch”, sagt Kan Chanut in dem Video. Chanut ist als Make-up-Artist, Tätowiererin und Artist-Managerin tätig.

Nach ihrer Schilderung seien im Verlauf des Verfahrens zahlreiche Aussagen von Personen eingebracht worden, die sich entweder selbst als Betroffene bezeichneten oder Zeugenaussagen gemacht hätten. Das Gericht habe diesen Aussagen aus ihrer Sicht jedoch nicht die notwendige Bedeutung  beigemessen, weshalb sie letztlich keinen entscheidenden Einfluss auf das Urteil gehabt hätten.

In ihren Augen sei die Angelegenheit noch nicht erledigt. Eine endgültige rechtliche Klärung könne sich ihrer Einschätzung nach noch über Jahre hinziehen. Fantasm auf der anderen Seite sieht den Fall als abgeschlossen an. Chanut rief außerdem eine GoFundMe-Kampagne ins Leben, um die kommenden Prozesskosten tragen zu können. Bislang kamen knapp 4000 Euro zusammen.

Auch der französische DJ Shlømo äußert sich über Instagram erneut zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Er kritisiert die Einmischung in sein Privatleben und entschuldigte sich lediglich für ein Interview aus dem Jahre 2019, in dem er despektierlich über eine Frau sprach. Alle Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und übergriffigen Verhaltens weist er von sich.

Sowohl Fantasm als auch Shlømo wurden im Zuge des Hardtechno-Callouts sexuell übergriffiges Verhalten vorgeworfen. Initiiert wurde der Callout durch den ehemaligen Steer-Management-Booker Brad und von Szene-Größen wie Amelie Lens oder Charlotte de Witte unterstützt.

Unsere gesamte Berichterstattung zum Callout findet ihr hier.

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