Live Nation: CEO Michael Rapino wiegelt ab

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Letzte Woche hatten geleakte Chats von Live-Nation-Mitarbeitern, die sich abwertend über Kund:innen geäußert hatten, Wellen geschlagen. Nun distanziert sich Live-Nation-CEO Michael Rapino vor Gericht von den betreffenden Mitarbeitern. Die privaten Chatnachrichten von Ben Baker und Jeff Weinhold dienen als Beweismittel im Kartellverfahren gegen die Ticketingfirma. Rapino habe erst im Gerichtssaal von den Aussagen erfahren. Allerdings sind noch keine Maßnahmen gegen den leitenden Angestellten Ben Baker unternommen worden – Live Nation kündige „nicht leichtfertig”.

In dem Chat spotteten Ben Baker und Jeff Weinhold über überhöhte Preise, etwa für Parkplätze, und andere zusätzliche Gebühren. Für einen VIP-Parkplatz bei einem Kid-Rock-Konzert wurden etwa 250 US-Dollar fällig. Sie machten sich darüber lustig, wie sie die „dummen Menschen abzocken”.

Auf die Anschuldigung, sein Unternehmen würde Druck gegenüber Veranstalter:innen ausüben, wenn diese nicht mit Ticketmaster zusammenarbeiteten, erwiderte Rapino: „Nein, so etwas tun wir nicht.” Doch im Konflikt mit dem Unternehmen BSC Global, dem Betreiber der New Yorker Eventarena Barclays Center, scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Der ehemalige Anwalt von BSC, John Abbamondi, äußerte sich zu einem ruppigen Telefonat zwischen Rapino und BSC. Dieser Austausch ist ebenfalls als Beweismittel im Prozess aufgeführt. Darin wird deutlich, dass Live Nation Veranstaltungsorte unter Druck setzte, Exklusivverträge mit dem Live-Nation-Unternehmen Ticketmaster abzuschließen. Andernfalls drohte man, den Zugang zu lukrativen Tourneen zu verweigern, die von Live Nations Konzertveranstaltungssparte kontrolliert werden.

Laut Rapinos Aussage dienten die langfristigen Exklusiverträge zwischen Live Nation und den Veranstaltungsorten nicht dazu, den Wettbewerb auszuschalten. Man reagierte damit auf den Wunsch der Venues.

Ein weiteres Detail macht deutlich, wie sich die Firma an Fans bereichert hat: Manche Venues zwangen Konzertbesucher:innen, einen Stuhl auf dem Rasen zu mieten anstatt eigene mitzubringen. Diese Maßnahme führte zu einer Steigerung der Einnahmen von sieben Millionen Dollar an zwölf Veranstaltungsorten. Rapino reagierte auf den Vorwurf, indem er erklärte, dass mitgebrachte Stühle „ein Sicherheitsrisiko” darstellten.

Im Kartellverfahren gegen die Ticketingfirma Live Nation geht es um den Vorwurf, das Unternehmen versuche den Wettbewerb in der Konzertbranche einzuschränken. Der Prozess läuft seit März dieses Jahres. Die US-Regierung hatte sich auf einen Vergleich eingelassen, die meisten Bundesstaaten klagen aber weiterhin gegen die Firma.

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