Der britische Tontechniker Mickey Mann ist tot. Mann, der zeit seines Lebens für wichtige elektronische Künstler:innen wie Moby oder Aphex Twin mischte, starb mit 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Zahlreiche Acts der Szene verabschieden sich von Mann, den Orbital auf Instagram als „legendären Toningenieur” bezeichnen.
Mann kam 1960 im schottischen Aberdeen zur Welt. Mit 16 Jahren begann er im Royal Cornhill Krankenhaus zu arbeiten. Dort traf er zwei Pflegekräfte namens Colin Angus und Will Sinnott, die 1985 The Shamen gründeten und Mann mit auf Tour nahmen. Als Tourbegleiter stieg er schnell zum Manager der Band auf. Mann war es auch, der damals Orbital als Vorband für The Shamen buchte. Aus dieser Verbindung entstand eine Zusammenarbeit, die zwei Jahrzehnte andauerte. Mann wurde faktisch zum dritten Mitglied von Orbital. Er arbeitete mit den Brüdern Phil und Paul Hartnoll in ihren prägendsten Phasen, von Orbital 2 bis The Altogether.
Allerdings produzierte Mickey Mann nicht nur für das Electronica-Duo. Auch für Aphex Twin, Basement Jaxx und Moby saß er im Studio. Anfang der Neunziger tourte er zudem mit Nirvana, arbeitete mit Popsängerin Kylie Minogue und rief seine Schwester irgendwann mal aus dem Haus von Prince an. Neben seiner Arbeit für andere stand Mann auch selbst auf der Bühne. Als Frontmann von Pressure of Speech, seiner 1993 gegründeten Dark-Electronic-Band, machte er Musik, die er selbst als „Folk-Musik“ bezeichnete. Zu seinen prominentesten Unterstützern zählte der BBC-Radiomoderator John Peel.
In späteren Jahren zwangen ihn Erkrankungen zunehmend dazu, das Tourneeleben aufzugeben. Anfang Juni 2026 erlitt Mann einen Herzinfarkt, sechs Tage später starb er im Krankenhaus. Eine Spendenkampagne, ins Leben gerufen von seiner Schwester Jane, hat bisher knapp 12.000 Euro erreicht. Sie soll Mann eine würdige Beerdigung ermöglichen und seiner Familie aus Aberdeen die Reise nach London finanzieren. „Die Menschen auf der Bühne bekamen den Applaus”, heißt es in dem Spendenaufruf. „Mickey sorgte dafür, dass sie so klangen.”







