Pratersauna: Wiener Club muss wieder schließen

Die Pratersauna in Wien muss endgültig schließen. Seit Mitte Dezember ist der Club, der vergangenes Jahr unter neuer Führung wiedereröffnet worden war, ohne offizielle Erklärung außer Betrieb. Wie Recherchen der Stadtzeitung Falter zeigen, sind anhaltende Rechtsstreitigkeiten und finanzielle Unsicherheiten der Grund für das plötzliche Aus.

Hintergrund ist ein komplexes Geflecht aus anhängigen Räumungsklagen, Mietstreitigkeiten und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Offiziell wurde der Club zuletzt von Sebastian Müller-Klasz und dessen Prater Nostra GmbH betrieben. Diese war aber lediglich Unterpächterin der RHC Invest GmbH, die zum Firmengeflecht des umstrittenen Unternehmers Martin Ho gehört und die Immobilie von einer weiteren GmbH angemietet haben soll. Während Müller-Klasz betont, die Mieten stets gezahlt zu haben, werfen die Immobilieneigentümer dem Ho-Konstrukt vor, Gelder nicht weitergeleitet zu haben. Die Folge war eine Räumungsklage, die der Prater Nostra GmbH die Planungssicherheit raubte und schlussendlich am 21. Januar 2026 in die offizielle Insolvenz führte.

Sebastian Müller-Klasz war neuer Betreiber der Wiener Pratersauna (Foto: Presse)
Sebastian Müller-Klasz war neuer Betreiber der Wiener Pratersauna (Foto: Presse)

Allerdings hatte die Pratersauna bereits zuvor mit Problemen zu kämpfen. Nachdem Martin Ho im Dezember 2025 kurzzeitig von der Polizei festgenommen worden war, zogen feministische Kollektive das geliehene Ton- und Licht-Equipment aus der Pratersauna zurück. Der Weiterbetrieb wie auch eine angekündigte Silvesterparty seien dadurch verhindert worden, so Müller-Klasz. Ein Sprecher der Firmengruppe von Martin Ho erklärte unterdessen, dass man die Fläche künftig nicht mehr bespielen werde. Man sieht das „Modell Clubbing” an diesem Standort aufgrund geänderter Rahmenbedingungen als beendet an.

Die Pratersauna war über Jahre hinweg einer der bekanntesten Clubs Wiens und ein wichtiger Treffpunkt der internationalen Szene der elektronischen Musik. Ursprünglich 1965 als Sauna im Prater errichtet, wurde das Gebäude ab 2009 zu einem Club mit mehreren Floors, Außenbereich und Pool umgebaut. Mit ihrem Mix aus House, Techno und urbaner Popkultur sowie ihrer besonderen Architektur galt die Pratersauna als prägender Ort für Wiens Nachtleben und genoss auch international einen guten Ruf.

News

Weiterlesen

AI Watchdog: Neues Suchtool deckt auf, welche Songs zum KI-Training verwendet wurden

Das Tool zeigt, welche Songs für KI-Musik-Modelle genutzt wurden – darunter Tracks von Skrillex und Peggy Gou.

AI Watchdog: Neues Suchtool deckt auf, welche Songs zum KI-Training verwendet wurden

Das Tool zeigt, welche Songs für KI-Musik-Modelle genutzt wurden – darunter Tracks von Skrillex und Peggy Gou.

Protest für den Erhalt des RAW-Geländes: Musiker:innen und Initiativen mobilisieren am Ku’damm

Nach dem Abbruch der Verhandlungen zur Zukunft des RAW-Geländes rufen Initiativen zu einer Kundgebung vor dem Büro der Kurth-Gruppe auf.

BDS-Boykott gegen finnisches Festival: Flow Festival einigt sich mit Flow Strike

Nach der Übernahme durch Entertainment-Konzern Superstruct organisierte die Initiative Protest gegen das Flow Festival in Helsinki.

TILLATEC in Amsterdam: De-School-Nachfolger kündigt Schließung an

Nach zweieinhalb Jahren schließt der beliebte Club in Amsterdam, der 2024 die Location von De School übernahm.

Thomas Venker über die Kaput-Mag-Print-Premiere: „Man muss sich manchmal bewusst von der eigenen Leidenschaft überrumpeln lassen”

Wie ist gedruckter Kulturjournalismus heute noch möglich? Der Kaput-Herausgeber gibt einen Einblick in die Entstehung der ersten gedruckten Ausgabe des Magazins.

Berlin: Außengastronomie darf künftig länger öffnen

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey betrachtet die Neuregelung als überfälliges „hauptstadttaugliches Gaststättengesetz”.

Cult: Nürnberger Venue schließt und versteigert Inventar

Das Cult in Nürnberg existierte seit 1996. Nun kann auf Erinnerungsstücke wie ein BDSM-Andreaskreuz geboten werden.

Autounfall: Managerin von Sama‘ Abdulhadi verstorben

Leticia van Riel war über 15 Jahre in der elektronischen Musikszene tätig. In dieser Zeit gründete sie LvR Management.

Berghain: Berliner Club-Institution setzt auf Vorverkaufstickets

Auch für hauseigene Veranstaltungen in der Säule und der Panorama Bar lassen sich inzwischen online Tickets erwerben – jahrzehntelang undenkbar für den Club.

Protest für den Erhalt des RAW-Geländes: Musiker:innen und Initiativen mobilisieren am Ku’damm

Nach dem Abbruch der Verhandlungen zur Zukunft des RAW-Geländes rufen Initiativen zu einer Kundgebung vor dem Büro der Kurth-Gruppe auf.

BDS-Boykott gegen finnisches Festival: Flow Festival einigt sich mit Flow Strike

Nach der Übernahme durch Entertainment-Konzern Superstruct organisierte die Initiative Protest gegen das Flow Festival in Helsinki.
Das TILLATEC (Foto: Instagram/Tillatec)

TILLATEC in Amsterdam: De-School-Nachfolger kündigt Schließung an

Nach zweieinhalb Jahren schließt der beliebte Club in Amsterdam, der 2024 die Location von De School übernahm.

Thomas Venker über die Kaput-Mag-Print-Premiere: „Man muss sich manchmal bewusst von der eigenen Leidenschaft...

Wie ist gedruckter Kulturjournalismus heute noch möglich? Der Kaput-Herausgeber gibt einen Einblick in die Entstehung der ersten gedruckten Ausgabe des Magazins.

Berlin: Außengastronomie darf künftig länger öffnen

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey betrachtet die Neuregelung als überfälliges „hauptstadttaugliches Gaststättengesetz”.

Cult: Nürnberger Venue schließt und versteigert Inventar

Das Cult in Nürnberg existierte seit 1996. Nun kann auf Erinnerungsstücke wie ein BDSM-Andreaskreuz geboten werden.

Autounfall: Managerin von Sama‘ Abdulhadi verstorben

Leticia van Riel war über 15 Jahre in der elektronischen Musikszene tätig. In dieser Zeit gründete sie LvR Management.
Berghain Eingang Foto Alexis Waltz

Berghain: Berliner Club-Institution setzt auf Vorverkaufstickets

Auch für hauseigene Veranstaltungen in der Säule und der Panorama Bar lassen sich inzwischen online Tickets erwerben – jahrzehntelang undenkbar für den Club.