Detroit: Museum für elektronische Musik soll in berühmter Ruine entstehen

In Detroit entsteht ein Museum für die Geschichte elektronischer Musik. Das Museum of Detroit Electronic Music (MODEM) soll im leerstehenden Packard Plant beheimatet sein, das als Symbol für den industriellen Verfall Michigans gilt. Das Projekt kostet 50 Millionen Dollar (knapp 43 Millionen Euro) und umfasst zudem einen Indoor-Skatepark und zahlreiche Wohnungen.

„Vor fünf Jahren stand das Packard Plant noch als ikonische Ruine da und zog die umliegende Nachbarschaft weiter herunter”, sagt Detroits Bürgermeister Mike Duggan. „Es war eine unglaubliche Menge an Arbeit nötig, um Eigentumstitel für das Gelände zu erhalten und alles abzureißen, was nicht erhalten werden konnte – in der Hoffnung auf einen Tag wie diesen.”

Bis 2029 soll nun ein Raum geschaffen werden, der die Vergangenheit Detroits mit den Möglichkeiten der Zukunft vereint. Durch das MODEM soll die Rave-Kultur, die auch in den Hallen des Packard Plant stattfand, repräsentiert werden. Bezahlbarer Wohnraum und kreative Räume sollen ein neues urbanes Wahrzeichen schaffen.

Detroit wird für viele als Geburtsort des Technos gehandelt. Mitte der Achtziger Jahre litt die Stadt an ihrem wirtschaftlichen Niedergang, was ungewollt fruchtbaren Boden für die Entstehung der Techno- und Ravekultur schuf. Künstler wie Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saunderson gelten als die Architekten des frühen Techno.

Das Packard Plant wurde 1903 eröffnet, geplant vom Architekten Albert Kahn. Damals galt es als eine der modernsten Autofabriken der Welt, die in ihrer Blüte über 1,6 Millionen Autos produzierte. Ab den späten Fünfzigern verfiel der Komplex zu einer Ruine. Sie gilt bis heute als historisches Symbol für den industriellen Niedergang Detroits.

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