In der Musikbrauerei häufen sich Veranstaltungen, bei denen rechtsextreme und verschwörungsideologische Akteure auftreten. Der bekannte Verschwörungsideologe Ken Jebsen soll am 16. Dezember erneut eine Rede dort halten. Das ist keine Ausnahme: In der Event-Location in Prenzlauer Berg haben in der Vergangenheit mehrfach Auftritte und Medienproduktionen mit verschwörungsideologischem und rechtsextremem Hintergrund stattgefunden. Darunter des rechtsextremen Magazins Compact, sowie des vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuften Medium Auf1.
Diese Vermietungen stellt die Clubcommission vor ein Dilemma, denn die Interessenvertretung der Berliner Clubs kann die Musikbrauerei nicht ohne weiteres aus ihrem Verein anschließen, auch wenn sich diese klar gegen Hass, Antisemitismus und Rechtsextremismus positioniert. Diese Werte gehören zum kürzlich entworfenen Leitbild, das erst als Reaktion auf die Auseinandersetzung entstanden ist.
Derzeit prüfe man die Modalitäten eines Ausschlusses der Musikbrauerei aus der Clubcommission, sagt deren Vorsitzender der Berliner Morgenpost im oben verlinkten Beitrag. Das sei jedoch ein nicht unkompliziertes Verfahren, weswegen man sich aktuell in juristischer Beratung befinde, erklärt der Vorstand Marcel Weber.
Nun befürchte man bei der Clubcommission, ins Visier rechter Medien und Akteure zu geraten. „Wir sind ein öffentlicher Verein, der eine Adresse hat”, erklärt Weber weiter gegenüber der Morgenpost. (…) Wir wissen jetzt schon, dass es richtig schlimm sein wird.”
Die Musikbrauerei sei ein „Ort des demokratischen Austausches”, sagt dagegen Jens Reule-Dantas, Betreiber der Musikbrauerei. Zudem machte er ebenfalls gegenüber der Morgenpost darauf aufmerksam, dass politische Veranstaltungen lediglich fünf Prozent aller Veranstaltungen ausmachen. Teil dieser fünf Prozent im vergangenen Jahr: Die „Erste alternative Medienmesse”, die Ende März von der Partei „Die Basis” veranstaltet wurde. Ende April 2025 stellten Künstler:innen „alternative Kunst” aus – darunter auch eine Künstlerin, die sich Siggi von Vril nennt, deren Name auf eine Verschwörungserzählung mit NS-Bezug verweist.
Der Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V. weist darauf hin, dass rechte Gruppen zunehmend Restaurants und Eventlocations anmieten, um Infrastrukturen für ihre Zwecke aufzubauen.







