Renate-Mitarbeiterin Caitlin Russell über den Brand: „Es hätte viel schlimmer kommen können”

In der Nacht zum 19. Juni brannte im Berliner Club Renate aus bislang ungeklärten Grund ein Teil des Außenbereichs weg. GROOVE-Autor Ferdinand Görig hat den Club besucht und dort mit Mitarbeiterin Caitlin Russell gesprochen, um zu erfahren, wo die Renate nach dem Zwischenfall steht.

Die Stimmung ist drei Stunden vor der Öffnung des Gartens der Renate ähnlich wie in jedem anderen Club. Ein halbes Dutzend Personen wuselt umher, manche stehen auf Leitern, andere bringen Müllsäcke weg. Der Elefant im Raum ist eine doch nicht unbeachtliche Fläche, die komplett heruntergebrannt ist. Ein verkohlter Geruch liegt in der Luft. Männer in Maleranzügen und Feinstaubmasken werfen den verbrannten Schutt in einen Baucontainer.

„Zum Glück haben wir für die Renate und die ELSE Leute, die genau das machen und können”, erklärt Caitlin Russell. In den letzten Stunden musste sie schon mit etlichen Pressevertreter:innen reden. Russell weist darauf hin, dass die beiden zusammenhängenden Clubs über Handwerker:innen verfügen, die nun auch dafür eingesetzt werden, um Schutt zu beseitigen. Anfangs hat jeder mitgeholfen, jetzt sind noch ein paar grobe Dinge zu tun, die man gerne den Profis überlässt.

Das Kassenhäuschen ist komplett in Trümmern, man erkennt nur noch schwarze Querbalken. In der Mitte steht ein Brunnen, der mal weiß war, nun ist er auch mit Ruß bedeckt. Der blaue Bauwagen, der bei der „Renate-Resterampe” versteigert hätte werden sollen, steht eigentlich ganz gut da, nur die Fenster haben das Feuer nicht überlebt. Der Zaun um den Teil des Gartens steht auch nicht mehr.

Das war einmal das Häuschen. (Foto: Ferdinand Görig)

Überraschenderweise ist nur ungefähr ein Drittel des Gartens beschädigt. Dieser wird vom Eingangsweg getrennt. Ein Baum und die Hausfassade wurden außerdem in Mitleidenschaft gezogen. Nichts Substanzielles, Glück im Unglück.

Das betont auch Russell immer wieder. Es ist zwar schlechtes Timing, zwei Tage vor einer der größten Partys des noch bestehenden Jahres, der Fête de la Musique. „But what can you do?”, sagt die Australierin und zuckt mit den Schultern. Man muss jetzt einfach damit umgehen und das Beste draus machen. Hilft ja nichts.

Der einst blaue Bauwagen. (Foto: Ferdinand Görig)

Russell wurde am Donnerstag gegen acht Uhr wach. Nach vielen verpassten Anrufen stand sie gegen halb zehn am Club. Im Team habe man besprochen, wie es um den Laden steht, glücklicherweise war niemand im Haus, keine:r ist verletzt. Die Feuerwehr hat ganze Arbeit geleistet und es geschafft, das Feuer einzudämmen. Keine umliegenden Gebäude wurden beschädigt, nicht einmal die Fenster gingen kaputt. Die Brandursache ist immer noch unklar.

Der Großteil des Gartens blieb unversehrt. (Foto: Ferdinand Görig)

„Die Feuerwehr war schon wieder weg, als ich kam”, meinte Russell. Die Polizei habe natürlich noch ein paar Aufnahmen gemacht, und dann begann auch schon die Aufräumarbeit.  Schon am Abend sollte der Club für die Veranstaltung Syntop x saHHara öffnen.

Im Gespräch bekommt man zwar den Eindruck, dass sich ein Großbrand ereignete. Dennoch wirken vor Ort nicht allzu viele Menschen geschockt. „Wir wollen uns in unserem letzten Jahr nicht von so etwas in die Knie zwingen lassen”, legt Russell nach. Der verbrannte Teil des Gartens wird abgesperrt, der Einlass umgeleitet. Sonst bleibt alles beim Alten.

Am Samstag werden auf der Fête de la Musique alle Floors bespielt. Weil keine Technik kaputtgegangen ist, geht das: „Wir können Gäste hereinlassen, also machen wir das auch.”

Ende des Jahres muss die Renate aufgrund eines auslaufenden Mietvertrags aus der jetzigen Location ausziehen. Deshalb, so betont Russell, „wollten wir den letzten Sommer nochmal richtig angreifen und den Garten voll ausschöpfen.” In ein paar Stunden wird hier schon in den CSD gefeiert; allein der Geruch und das geschwärzte Holz erinnern dann noch an die Flammen, die hier gestern loderten.

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