Berlin: Grundsteuerreform gefährdet Clublandschaft

Seit 1. Januar 2025 greifen in Deutschland neue Steuerberechnungen für den Besitz von Grundstücken. Die sogenannte Grundsteuerreform könnte nun drastische Konsequenzen für die Berliner Clubszene haben. In Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte steigt die Grundsteuer stärker als anderswo – teilweise um das 20-fache der bisherigen Bemessungsgrundlage.

Das Problem: Viele Clubs und Vereine pachten Grundstücke vom Bezirksamt, das die erhöhten Steuern auf die Kulturinstitutionen abwälzen muss. Die sechsstelligen Mehrkosten lassen sich nicht über die eigenen Haushaltsmittel ausgleichen. Clubs sollen dafür aufkommen.

„Das ist auf jeden Fall bedrohlich”, sagt der Vorsitzende der Berliner Clubcommission, Marcel Weber. Viele Clubbesitzer:innen stehen vor der Frage, wo das zusätzliche Geld herkommen soll. Es gebe zwar die Möglichkeit, steuerliche Härtefälle anzuzeigen, so Weber. Allerdings stufe die Finanzverwaltung Clubs als Wirtschaftsunternehmen ein, die „gucken müssen, wie sie das bezahlen.”

„Es wird gesagt, Clubs und Kultur seien wichtig für Berlin – dann sollte man jetzt auch zeigen, dass man das ernst meint”, sagt die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg Clara Hermann (Grüne) bei einer Pressekonferenz im ://about blank. Hermann richtet sich damit an Finanzsenator Stefan Evers (CDU). Evers betonte in der Vergangenheit oft seine Wertschätzung für die Clubkultur. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, etwas dafür zu tun, so Hermann.

Wegen eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2018 wurde die Grundsteuer in Deutschland grundlegend reformiert – seit 2025 gilt ein neues Berechnungsmodell, das den aktuellen Wert von Immobilien stärker gewichtet. Die Folgen sind regional unterschiedlich: In Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte stiegen die Beträge spürbar, andernorts sanken sie.

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