Extrawelt (Foto: Lukas Gansterer) Extrawelt aus Hamburg haben eine eigene Techno-Sprache zwischen Minimal und Rave-Sound erschaffen, der sie zu einem der glaubwürdigsten Acts unserer Szene macht. Anfangs noch als begeisterte Clubgäste und DJs, entdeckten Arne Schaffhausen und Wayan Raabe schnell ihre Begeisterung für das Produzieren und Liveshows. Erste Projekte namens Spirallianz und Midi Miliz entstanden, deren Sound mancherorts wegen der Mischung aus Techno und Psytrance als Cinematic Techno bezeichnet wurden. Mit „Soopertrack” auf James Holdens Label Border Community gelang schließlich der Durchbruch – Extrawelt war geboren. Mit ihrem bodenständigen Auftreten und ihrem gesunden Mix aus Ambition und Feierfreudigkeit mauserten sich die beiden zum international gefragten Live-Act. In diesem Jahr feiert Extrawelt ihr 15-jähriges-Jubiläum. Zu diesem Anlass haben die beiden ein Best-Of-Album zusammengestellt. Unser Autor Philipp Thull sprach Schaffhausen und Raabe via Skype. Er erkundigte sich nach der geheimnisvollen Psytrance-Vergangenheit der beiden, erfuhr, wie sie den Plattendeal ihrer Karriere mit James Holden einfädelten – und wie sie von einem der ganz Großen der Szene unter die Fittiche genommen wurden. Wie kam die Idee auf, ein Best-of-Album zu veröffentlichen? Schaffhausen: Ziemlich spät im letzten Jahr, als wir überrascht festgestellt haben, dass Extrawelt in diesem Jahr 15 Jahre alt wird. Wir dachten uns, dass wir uns zu so einem Anlass mal ein Best-Of-Album erlauben können. (lacht) Als erstes kam die Idee ins Spiel, eine Collector’s Box zu machen. Auch aufs Remastering der Tracks haben wir uns gefreut, da einige von diesen Stücken noch nie ein optimales Mastering erhalten haben. Wir waren uns aber nicht ganz sicher, ob Cocoon Interesse an dem Projekt hat. Die wurden aber zum Glück sofort hellhörig, als wir ihnen unsere Idee vorschlugen. Und dann kam eins zum anderen. 2501, der Künstler, mit dem wir schon im Zuge von Unknown zusammengearbeitet haben, hatte ein paar neue Bilder, von denen mir eines besonders gut gefiel. Und dann hab ich mich mit Bernd [Brink, Mitgründer des Designstudios, d.Red.] von Weissraum direkt daran gemacht, diese schöne Box zu entwerfen. Die aufwändigsten Arbeiten in Eurer Diskographie sind die vier Alben für Cocoon. Habt ihr da jeweils ein bestimmtes Thema verarbeitet? Raabe: Nur beim letzten Album. Das ist unser einziges Konzeptalbum, wenn man so will. Da haben wir gesagt, dass kein Stück drauf kommt, in dem eine gerade Bassdrum vorkommt. Die anderen sind frei entstanden. Unsere Art, Musik zu produzieren, bestand immer darin, dass wir machten, worauf wir gerade Bock hatten und hinterher guckten, wofür man sie verwenden könnte. Als wir genügend Tracks hatten, konnten wir ein Album zusammenstellen. Natürlich sind immer ein paar Stücke entstanden, die nicht zum Rest passten. Die sind dann entweder als B2 rausgekommen oder in irgendwelchen Schubladen liegengeblieben. Egal, ob das jetzt Breakbeat oder Electro ist oder irgendwas dazwischen. Auf jeden Fall hatten wir davon irgendwann eine ganze Menge in der Schublade, und wir überlegten, was wir damit machen könnten. Das war ja nicht der Sound, den die Zuhörer*innen erwarten. Er liegt uns aber trotzdem musikalisch sehr am Herzen. Meine völlig unwichtige Meinung ist ja, dass das Unknown-Album unser bisher bestes Album ist. Die Meinung hab ich aber exklusiv. (lacht) Extrawelt (Foto: Sebastian Magnani) Wie ist das für euch, ein Album in der kulturellen Durststrecke von 2020 zu veröffentlichen? Schaffhausen: Das war ein Auf und Ab. Im Februar waren wir mehr oder weniger fertig mit dem Album. Mit der Tracklist […]

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