Clubcommission Berlin (Foto: Presse)

Nachdem die Berliner Polizei und die Bundespolizei am vergangenen Samstag das Pornceptual Open-Air in der Alten Münze und weitere Partys sprengte, hat sich nun die Berliner Clubcommission zu den Vorfällen geäußert.

Der zentrale Vorwurf der Clubcommission an den Berliner Senat lautet, dass die Regierung der Stadt auf Repression setze statt mit der Zivilgesellschaft zu kooperieren.

Das Nachtleben ist für die Berliner*innen besonders wichtig, argumentiert die Clubcomission: „Über die Hälfte der Berliner*innen sind Singles, ein großer Anteil ist zugezogen; lebt also nicht mit Partner*in oder Familie zusammen. Der essentielle Teil des sozialen Lebens findet somit nicht in der eigenen Wohnung statt, sondern in Bars, Restaurants, Clubs, Community Spaces und anderen Orten der Begegnung und Kultur. Für viele Mitglieder unserer Gesellschaft sind diese Orte Schutzräume und Zufluchtsorte.”

Nach Aussage von Pornceptual äußerten sich die Polizist*innen abwertend gegenüber den Besucher*innen des Open Air. Daraus schießt die Clubcommission: „ Diese Vorgänge beweisen wieder einmal, wie wichtig Clubs als Schutzräume für marginalisierte Gruppen sind und wie die Szene der Stigmatisierung durch Presse und Ordnungsbehörden ausgesetzt wird. Obwohl die Veranstaltung aufgrund aktueller Abstands- und Hygieneregelungen sowie niedriger Temperaturen nicht einmal als übliche Fetischparty durchgeführt wurde, sondern als Begegnungsraum unter Auflagen für eine Community fungierte, die seit März von einander isoliert ist, wurden das Konzept sowie die Gäste in der Presse einseitig als beschämend und im selben Zusammenhang rücksichtslos stilisiert und stigmatisiert.”