Das Titelstück beginnt wie eine Koop von LFO und New Order, dann schwappt diese Assoziation über den Atlantik und kann sich nicht zwischen Detroit oder Chicago entscheiden.
Auch wenn er sich teilweise wiederholt, hat Linzatti seinen Platz in der elektronischen Musik gefunden. Und der ist links hinterm Mond, ganz weit im All.
„Darksun“ wird seinem Titel mit düsteren Techno sowie manisch verhexter Industrial- und Bleep-Tinktur gerecht. „Q19“ und „DFF“ sind nicht minder verzaubert – allerdings im sphärischen House-Gewandt. Was alle Tracks eint, ist ein Faible für berauschte Melodien und schamanenhaften Sounds von enormer Sogkraft.
Stephen Browns Musik wirkte stets unauffälig. Hätte sich der Brite aber größeren Gesten verschrieben, würden seine neuen EPs auf A.R.T.less und Indigo Area nicht nach so viel klingen.
„Further Trips“, erschienen auf Aybees Label Deepblak. Der Produzent aus Brooklyn hat einen Hang zum Überzuckern. Berührungsängste mit Trance kann man ihm nicht nachsagen.
Wie „Day One“ vom norwegischen Producer Henning Severud alias Telephones produziert, besticht „Lollipop“ durch seine Unbeschwertheit – mit einer höchst kantablen Melodie, die vom Synthie über Akustikgitarre zur Flöte wandert, ein nahezu perfekter, hochsommerlicher Balearic-House-Track.
Für „Five Years On Parole – Gems From the Vault“ hat man sich im Archiv verkrochen und dort vier bisher nicht veröffentlichte Stücke von Jacob Korn & San Soda, Cuthead, C-Beams und Credit 00 geborgen – und das völlig zurecht.
Weit ins All hinaus geht es mit den warmen Strings und Synthflächen von E.R.P., bevor Ultradynes verzerrte Modulationen den Krieg auf der Planetenoberfläche vertonen.
Die Dystopian-konforme Klangsprache hat Armitage gefunden: „Consume“ ist ein mächtiger Big-Room-Banger, der sich in Dunkelheit hüllt, „Sleep” ein boshaft funke(l)nder Stampfer und „Reproduce“ ein kleine Glanzleistung in atmosphärischer Dichte.
Auch die dritte Veröffentlichung des sympathischen Trios aus Exil-Kölnern erscheint in Eigenregie. Nicht aus der Not heraus, sondern aus dem gesunden Selbstbewusstsein, auch ohne fremdes Label für sich sprechen zu können.
Enge Szene-Korsette sind nichts für die Zenker Brothers. Einem düsteren, Industrial-schweren Bild von Techno setzen sie unterhaltsame und erfrischende Tracks entgegen.