Der Kasseler Techno-Club Graf Karl gerät durch massive Nachforderungen von Corona-Überbrückungshilfen in Existenznot. Wie aus der Notfallkampagne des Clubs hervorgeht, fordert das Land Hessen 46.388 Euro zurück. Die Summe war 2021 an den Club ausgezahlt worden, um der stark betroffenen Nachtgastronomie zu helfen.
Um den Fortbestand der Venue zu sichern, haben die Graf-Karl-Betreiber Willy Bautzmann und Tim Marth nach einer gescheiterten juristischen Auseinandersetzung nun eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Die ursprüngliche Klage gegen die Rückforderung hatten sie zurückgezogen, da die Aussichten auf Erfolg gering schienen und ein langwieriges Verfahren den Club ebenfalls finanziell belastet hätte.

In Absprache mit den Behörden haben die Betreiber angeboten, 31.332 Euro sofort zu zahlen. Dieser Betrag umfasst genau die Monate, in denen der Club wegen der strengen Auflagen kaum Einnahmen machen konnte. Die Betreiber verweisen auf den Sommer 2021, als wegen des Tanzverbots phasenweise nur ein paar Dutzend Gäste gleichzeitig auf das Gelände durften. Das hessische Wirtschaftsministerium hat diesem Teilverzicht aber noch nicht zugestimmt.
Um die geforderte Summe verfügbar zu machen, sammelt das Graf Karl über eine eigene Support-Plattform Spenden. Als Gegenleistung bietet der Club unter anderem exklusive Dankeschön-Pakete mit Jahreskarten über DJ-Slots bis zu kompletten Firmenpaketen für Veranstaltungen an. Sollte mehr Geld zusammenkommen, als die direkte Rückzahlung der Corona-Hilfen ausmacht, fließt der Betrag in den langfristigen Erhalt des Clubs. Aktuell haben 421 Unterstützer:innen 15.829 Euro gespendet.







