Was vor zehn Jahren mit 10.000 Euro und einer Kamera an außergewöhnlichen Orten begann, steht jetzt unter ernstem finanziellen Druck. Die französische Livestreaming-Plattform Cercle hat ihr für November 2026 geplantes Festival in Mexiko abgesagt. Alle bereits gekauften Tickets werden automatisch erstattet, ein Line-up war noch nicht angekündigt worden.
Das Festival könne unter den Bedingungen, für die es konzipiert und geplant worden sei, nicht mehr stattfinden, schreibt CEO und Cercle-Gründer Derek Barbolla in einem Statement. Steigende Produktionskosten, höhere Steuern und dünner werdende Margen seien die Hauptgründe für die Absage.
2019 setzte Cercle bereits ein Festival um. Während der COVID-19-Pandemie etablierte man Livestreams als Form kollektiver Clubkultur an Postkartenorten. So stieg man zu einem der einflussreichsten Kanäle in der elektronischen Musik auf. Mit Sets an den Pyramiden von Gizeh, auf dem Eiffelturm oder im jordanischen Felsentempel Al-Khazneh in Petra erreichte man Millionen Menschen auf YouTube. Zu den erfolgreichsten Videos von Cercle zählen Sets von Boris Brechja und Black Coffee mit über 60 Millionen Aufrufen.
Das Geschäftsmodell von Cercle beruht allerdings auf kostenlosem Zugang. Alle Inhalte bleiben gratis auf YouTube, so Barbolla im Statement. Als Hilfsmaßnahme hat Cercle eine Spendenlotterie gestartet. Wer zwischen einem und 200 Euro einzahlt, nimmt an einer Verlosung teil. Hauptpreis ist unter anderem eine gerahmte Goldene Schallplatte von Above & Beyonds „Believer (Marsh’s Guatape Remix)”.







