AI Watchdog: Neues Suchtool deckt auf, welche Songs zum KI-Training verwendet wurden

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Das US-Magazin The Atlantic hat ein frei zugängliches Tool veröffentlicht, mit dem Musiker:innen überprüfen können, ob ihre Songs zum Training von KI-Musikmodellen verwendet wurden. Das Tool ist Teil des laufenden Investigativprojekts AI Watchdog des Journalisten Alex Reisner. Es erschien begleitend zu seinem neuen Bericht über die enormen Musikmengen real existierender Künstler:innen, die KI-Firmen zu Trainingszwecken verwendet haben.

Die Datenbank umfasst derzeit vier Datensätze mit zusammen über 21 Millionen Tracks. Enthalten sind Aufnahmen von Künstler:innen wie Taylor Swift, Billie Eilish, den Beatles, Miles Davis und Nirvana. Drei der vier Datensätze sind als Link-Sammlungen aufgebaut, aus denen sich Songs von YouTube oder Spotify automatisiert herunterladen lassen. Ein Vorgang, der gegen die Nutzungsbedingungen beider Plattformen verstößt.

Auch der Befund zum Free Music Archive (FMA) dürfte für Probleme bei KI-Firmen sorgen. Über 100.000 Tracks aus dem gemeinnützigen Musikarchiv wurden 2016 von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne gesammelt und später von Google sowie Stability AI zum Training ihrer Modelle eingesetzt. Das FMA ist ein Projekt, das Musiker:innen ermöglicht, ihre Werke frei zugänglich zu machen. Allerdings passiert das explizit unter Creative-Commons-Lizenzen, die eine kommerzielle Nutzung ohne Erlaubnis untersagen.

Dass das Tool reale Konsequenzen hat, zeigen die Reaktionen von Betroffenen. Die Sängerin SZA entdeckte über AI Watchdog, dass 238 ihrer Aufnahmen in Trainingsdaten auftauchen. Producer Kenneth Blume, bekannt als Kenny Beats, richtete auf X eine direkte Ansage an Suno. Das Unternehmen stehle von unzähligen Musiker:innen, die ums Überleben kämpften. Auch bekannte Acts aus der elektronischen Musik wie Skrillex, Peggy Gou und Bicep finden sich laut dem Tool mit dutzenden Tracks in den Datensätzen.

Für die laufenden rechtlichen KI-Auseinandersetzungen liefert AI Watchdog zusätzlichen Zündstoff. In Deutschland klagt die GEMA seit März 2026 gegen Suno. Die Verwertungsgesellschaft wirft dem KI-Unternehmen vor, urheberrechtlich geschützte Songs ohne Lizenz zum Modelltraining genutzt zu haben. Parallel laufen in den USA Klagen von Sony Music und Universal Music Group gegen Suno und Udio. Laut einer GEMA-Studie könnten bis 2028 rund 27 Prozent der Musikeinnahmen durch KI-generierte Konkurrenz wegfallen.

Das AI-Watchdog-Tool ist frei zugänglich auf der Homepage von The Atlantic. Eine abschließende Beweisführung ersetze es allerdings nicht. Das US-Magazin weist darauf hin, dass die Präsenz eines Tracks in einem Datensatz nicht zwingend bedeutet, dass er tatsächlich für ein bestimmtes Modell verwendet wurde.

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