Berlin: Nächtliche Schließung des Görlitzer Parks angelaufen

—

Sonntagnacht war der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg zum ersten Mal in seiner Geschichte ab 22 Uhr geschlossen. Der Senat will so den Drogenhandel und die mit ihm verbundene Kriminalität bekämpfen.

Am Sonntagabend hatten 300 Menschen gegen die Schließung unter dem Motto „Rave against the Zaun” demonstriert und getanzt, Vertreter:innen der Grünen moderierten Redebeiträge. 200 Polizist:innen waren vor Ort. Der Abend verlief insgesamt friedlich, eine Person wurde festgenommen.

Die nächtliche Schließung wurde von CDU-Innenexperte Burkard Dregger in einem rbb24-Inforadio-Interview verteidigt: Der Park sei nunmal ein Drogenumschlagplatz. Allerdings gab er zu bedenken, dass der Drogenhandel sich nun möglicherweise in die umliegenden Straßen verlagert, sagte er weiter.

Probleme wie Sucht, Kriminalität und Armut verschwänden nicht mit dem Zaun, hält die Grünen-Politikerin Clara Herrmann im selben Beitrag dagegen. Kreuzberg sei kein „Freiluft-Experiment”, sondern „das Zuhause von sehr vielen Menschen”.

Schon im Sommer 2023 beschloss der schwarz-rote Senat, einen Zaun und Tore rund um den Görlitzer Park zu bauen. Ein Jahr später ging die Klage des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg gegen die Pläne des Senats beim Berliner Verwaltungsgericht ein, letztlich setzte sich der Senat aber durch. Auch Initiativen wie „Görli Zaunfrei” machten sich gegen den Zaun stark. Immer lautete die Begründung, dass das eigentliche Problem dadurch nur verschoben würde und die Konsument:innen sich andere Orte, etwa Hauseingänge, suchen würde.

Eine Reihe von Initiativen fordern statt Zaun und Polizeieinsätzen mehr Sozialarbeit und mehr Konsumräume. Der Senat betont allerdings, dass neben der nächtlichen Schließung weitere Maßnahmen zur Bekämpfung von Drogensucht und Obdachlosigkeit ergriffen würden.

Die geplanten Schließzeiten liegen im Winter zwischen 22 und 6 Uhr, im Sommer wird der Park erst ab 23 Uhr durch einen Sicherheitsdienst geschlossen.

News

Weiterlesen

„Sex ist so lange in Ordnung bis jemand nein sagt“: ARD-Podcast hinterfragt Sicherheit und Consent in der sexpositiven Szene

Wie sicher sind sexpositive Partys? Der ARD-Podcast „Die Party ist vorbei“ begleitet Betroffene nach Übergriffen und deckt Mängel in Clubkultur und Justiz auf.

„Sex ist so lange in Ordnung bis jemand nein sagt“: ARD-Podcast hinterfragt Sicherheit und Consent in der sexpositiven Szene

Wie sicher sind sexpositive Partys? Der ARD-Podcast „Die Party ist vorbei“ begleitet Betroffene nach Übergriffen und deckt Mängel in Clubkultur und Justiz auf.

Baggy, Rave und Eurodance: ARTE zeigt Doku zur 90er-Sehnsucht 

Das ARTE-Magazin „Twist – Kultur & Pop” widmet sich in einer neuen Ausgabe dem Phänomen der 90er-Nostalgie und beleuchtet, warum die vermeintlich trashige Dekade heute einen ganz besonderen Nerv trifft.

Club- und Festival-Monitoring 2026: Diese Umfrage braucht Zahlen aus der Szene

Die Clubkultur wackelt. Zwischen roten Zahlen und Sparpolitik startet die LiveKomm ein neues Monitoring, um Druck auf die Politik zu machen.

Sweet Club: Münchner Diskothek muss schließen

Das Münchner Clubsterben fordert das nächste Opfer: Nach knapp zehn Jahren am Maximiliansplatz hat der Sweet Club an Halloween endgültig seine Pforten geschlossen.

Cevin Fisher: Zanzibar-Resident und „The Freaks Come Out“-Produzent verstorben  

Mit „The Freaks Come Out“ und „„The Freaks Come Out“ landete der DJ und Produzent aus New Jersey Ende der Neunziger zwei Nummer-eins-Hits in den US-Dance-Charts.

Zum Tod von Juan Atkins: „Er hat Techno erdacht, bevor es irgendeiner von uns tat“

Die Musikwelt nimmt Abschied von Juan Atkins. Ob Jeff Mills, Sven Väth, Richie Hawtin oder das Team des Tresor Berlin: Weggefährten, Kolleg:innen und Freund:innen erweisen dem Techno-Urvater in bewegenden Worten die letzte Ehre.

Time Warp: Festival gründet Label 

Mit Ausgaben in Mannheim, São Paulo, Madrid, Los Angeles, Mexico City, Miami oder New York ist die Time Warp eine der größten globalen Festivalbrands im Technobereich. Nun startet man ein Label

Rückforderung von Corona-Hilfen: Kasseler Techno-Club Graf Karl kämpft ums Überleben 

Gegründet in der Pandemie, heute einer der wenigen Orte für Techno in Kassel: Ausgerechnet die Corona-Hilfen aus der Anfangszeit gefährden nun das Graf Karl.

2. Salzburger Tage der Clubkultur: Musik, Workshops und Diskurs geplant

Neben der Musik stehen vor allem drängende Fragen rund um fehlende Räume für die freie Szene im Fokus der Clubkulturtage.

Baggy, Rave und Eurodance: ARTE zeigt Doku zur 90er-Sehnsucht 

Das ARTE-Magazin „Twist – Kultur & Pop” widmet sich in einer neuen Ausgabe dem Phänomen der 90er-Nostalgie und beleuchtet, warum die vermeintlich trashige Dekade heute einen ganz besonderen Nerv trifft.
Eine Club-Situation, mehrere Menschen, ihre Silhouetten, im Scheinwerferlicht

Club- und Festival-Monitoring 2026: Diese Umfrage braucht Zahlen aus der Szene

Die Clubkultur wackelt. Zwischen roten Zahlen und Sparpolitik startet die LiveKomm ein neues Monitoring, um Druck auf die Politik zu machen.

Sweet Club: Münchner Diskothek muss schließen

Das Münchner Clubsterben fordert das nächste Opfer: Nach knapp zehn Jahren am Maximiliansplatz hat der Sweet Club an Halloween endgültig seine Pforten geschlossen.

Cevin Fisher: Zanzibar-Resident und „The Freaks Come Out“-Produzent verstorben  

Mit „The Freaks Come Out“ und „„The Freaks Come Out“ landete der DJ und Produzent aus New Jersey Ende der Neunziger zwei Nummer-eins-Hits in den US-Dance-Charts.

Zum Tod von Juan Atkins: „Er hat Techno erdacht, bevor es irgendeiner von uns...

Die Musikwelt nimmt Abschied von Juan Atkins. Ob Jeff Mills, Sven Väth, Richie Hawtin oder das Team des Tresor Berlin: Weggefährten, Kolleg:innen und Freund:innen erweisen dem Techno-Urvater in bewegenden Worten die letzte Ehre.

Time Warp: Festival gründet Label 

Mit Ausgaben in Mannheim, São Paulo, Madrid, Los Angeles, Mexico City, Miami oder New York ist die Time Warp eine der größten globalen Festivalbrands im Technobereich. Nun startet man ein Label

Rückforderung von Corona-Hilfen: Kasseler Techno-Club Graf Karl kämpft ums Überleben 

Gegründet in der Pandemie, heute einer der wenigen Orte für Techno in Kassel: Ausgerechnet die Corona-Hilfen aus der Anfangszeit gefährden nun das Graf Karl.

2. Salzburger Tage der Clubkultur: Musik, Workshops und Diskurs geplant

Neben der Musik stehen vor allem drängende Fragen rund um fehlende Räume für die freie Szene im Fokus der Clubkulturtage.