Das Trimbos-Institut, eine niederländische Organisation für Suchtprävention und psychische Gesundheit, hat einen landesweiten „Red Alert” ausgerufen. Mehrere Ecstasy-Tabletten in Form des Konterfeis des US-Präsidenten sind bei Drug-Checking-Stellen abgegeben worden. Der Grund für die Warnung: Die zweifarbigen Pillen – auf der einen Seite Trumps Gesicht, auf der anderen die Prägung „NL” und „Trump” – enthalten anstatt MDMA gefährlich hohe Konzentrationen von PMMA.
Das Problem an PMMA: Die MDMA-ähnliche Substanz wirkt deutlich langsamer als MDMA. Das kann dazu verleiten, bei der vermeintlich wirkungsschwachen Pille nachzulegen – mit drastisch erhöhtem Überdosierungsrisiko. Mögliche Folgen sind Übelkeit, Herzrasen, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit und lebensgefährliche Überhitzung.
Bislang sind dem Institut keine Todesfälle oder schweren Vergiftungen im Zusammenhang mit den Trump-Pillen bekannt, wie Sprecherin Anniek Groothuis im oben verlinkten Beitrag mitteilte. Dennoch richtet sich die Warnung ausdrücklich auch an Festivalveranstalter:innen, Rettungsdienste und Drogenberatungsstellen, um die Info in der laufenden Festivalsaison schnell zu verbreiten. In Deutschland wurde die betreffende Pille noch nicht gesichtet.
Trump in Tablettenform ist kein Novum: Bereits 2017 stellte die deutsche Polizei bei einer Verkehrskontrolle rund 5.000 orangefarbene Ecstasy-Pillen mit Trump-Motiv sicher.
Update 4. September 2026
Der Berliner Drugchecking-Anbieter Vista hat nun unsere Anfrage zur Trump-Pille beantwortet.
„Beim Drugchecking Berlin wurde bislang keine entsprechende Trump-Tablette zur Analyse abgegeben”, gibt Chantal Freyer zu bedenken, die bei Vista für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Grundsätzlich ist bei solchen Warnungen aber wichtig zu beachten, dass sich die chemische Zusammensetzung einer (Ecstasy)-Tablette nicht anhand von Logo, Farbe, Form oder anderen äußeren Merkmalen bestimmen lässt. Auch äußerlich identische Tabletten können unterschiedliche Wirkstoffe und Wirkstoffmengen enthalten. Ob eine konkrete Tablette entsprechend zusammengesetzt ist bzw. ein erhöhtes gesundheitliches Risiko aufweist, lässt sich daher nur durch eine chemische Analyse feststellen. Wir können deshalb auf Grundlage des Aussehens einer Tablette auch nicht pauschal von „der gefährlichen Trump-Pille“ sprechen.”







