Thomas Vermynck über 20 Jahre J.A.W Family: „Wir wollen die Musik und Künstler:innen ehren und zelebrieren, anstatt sie für uns zu beanspruchen”

- Advertisement -
- Advertisement -

Am kommenden Wochenende feiert die J.A.W Family ihren 20. Geburtstag. Das in Paris gegründete, heute in Berlin ansässige Kollektiv hat sich durch die Leidenschaft einen Namen gemacht, mit der Thomas und Edouard Vermynck, Julien Chiche sowie Nina Eggemann seit zwei Jahrzehnten House-Partys veranstalten.

Ebenso bemerkenswert ist die Hingabe, mit der das Erbe afroamerikanischer Clubmusik von Künstler:innen wie Theo Parrish, Larry Heard und Moodymann gepflegt wird, sowie das Interesse an den kulturellen und musikalischen Kontexten dieser Musik. Letzteres führt dazu, dass J.A.W-Veranstaltungen meist auch von Konzerten begleitet werden.

Beim Besuch von J.A.W.-Mitgründer Thomas Vermynck in der GROOVE-Redaktion tauchen die Autoren Daniel Böglmüller und Alexis Waltz tief in die Geschichte des Kollektivs ein und entlocken ihm Details zur Jubiläumsparty, bei der ein außergewöhnlicher Mix aus internationalen und lokalen Namen aufeinandertrifft.

GROOVE: Was habt ihr für 20 Jahre J.A.W Family geplant?

Thomas Vermynck: An unserem zehnten Geburtstag 2016 haben wir uns vorgenommen, alle fünf Jahre ein Jubiläum zu feiern. Offiziell gibt es uns schon seit 2005, die ersten richtigen Partys haben wir aber erst 2006 veranstaltet. Die erste Family Reunion haben wir 2016 zum zehnjährigen Bestehen im Prince Charles organisiert. 2019 folgte dann zum 15-jährigen Bestehen die nächste Ausgabe in der Griesmuehle. Dann kam die Corona-Pandemie dazwischen. Unser 20-jähriges Jubiläum hätten wir theoretisch bereits im vergangenen Jahr feiern können. Doch der Zeitpunkt und die verfügbaren Kapazitäten haben damals nicht richtig gepasst.

J.A.W-Mitgründer Thomas Vermynck (Foto: J.A.W Family)

Für das Wochenende Ende Juni habt ihr ein beeindruckendes Line-up zusammengestellt – unter anderem mit internationalen Größen wie Floating Points, Palms Trax und Theo Parrish. Im Programm finden sich viele Artists, die euch schon seit Jahren begleiten und eng mit euch verbunden sind. Wie seid ihr beim Booking vorgegangen?

Die Idee ist, nicht nur ein Festival zu schmeißen. Wie schon der Name sagt, wollen wir ein Familientreffen daraus machen. Es geht darum, sich wieder zu treffen und zusammen zu feiern. Wir wollen all den Menschen, die uns seit Jahren begleiten, etwas Besonderes bieten. Das war uns natürlich auch beim Booking sehr wichtig.

Mit vielen der Künstler:innen verbindet uns eine lange gemeinsame Geschichte. Floating Points ist ein Freund, wir haben unzählige Partys miteinander gefeiert. Er war auch schon bei unserem zehnjährigen Jubiläum dabei. Mit Theo Parrish verbindet uns inzwischen eine über 20-jährige Beziehung. J.A.W ist stark von ihm geprägt. Wir waren mehrfach bei ihm in Detroit, und mittlerweile ist er fast schon ein Teil der Familie. Er inspiriert uns bis heute wie kaum jemand sonst. Gemeinsam mit Red Greg war er außerdem bei allen J.A.W Family-Reunion-Events dabei.

Theo Parrish auf der 15. J.A.W Family Reunion 2019 in der Griessmuehle (Foto: J.A.W Family)

Wer kommt neu dazu?

Palms Trax ist in diesem Jahr etwa zum ersten Mal Teil des Line-ups. Auslöser war eine Radioshow, die er für Refuge Worldwide gespielt hat, die uns gepackt hat. Das war anders als der Sound, für den man ihn sonst kennt – etwas Folkiges, Melancholisches. Diese andere Seite von ihm fanden wir ziemlich spannend. Und er selbst hatte auch Lust darauf. Für uns hat sich das sofort richtig angefühlt: der ideale Einstieg in den Freitagabend, bevor das Festival langsam seine volle Dynamik entfaltet. Am Ende ist es immer eine Mischung aus vertrauten Gesichtern, langjährigen Freund:innen der Familie und Künstler:innen, die bisher noch nichts mit uns gemacht haben, aber Lust haben, Teil von J.A.W zu werden.

Gibt es für dich ein persönliches Highlight an den drei Tagen?

Das gesamte Event ist ein einziges großes Highlight. Der Sonntag liegt mir aber ganz besonders am Herzen, vor allem weil wir Theo Parrish mit Mark Ernestus und Tikiman mit Richard Akingbehin zusammenbringen. Ich wollte immer diese Verbindung zwischen Berlin und Detroit schaffen, und genau darauf freue ich mich besonders. Für mich ist das auch eine Art Liebesbrief an die Stadt, die ich inzwischen seit fast 20 Jahren auch meine Heimat nenne – und an den Sound, den ich seit über 20 Jahren liebe.

Die J.A.W-Crew in jungen Jahren (Foto: J.A.W Family)

Die Location ist noch geheim?

Die Location können wir nicht offiziell nennen. Es ist aber ein sehr beliebter DIY-Multi-Space in der Nähe der Jannowitzbrücke, zwischen Tresor und Holzmarkt.

Wie habt ihr den Ort ausgewählt? 

Wir hatten immer den Anspruch, ambitionierte Events in eher kleinen Locations zu veranstalten. Unsere erste Family Reunion fand im Prince Charles statt, der Dancefloor ist dort auch nur auf circa 200 bis 300 Leute ausgelegt, zusammen mit dem Außenbereich und dem Rest des Clubs kommt man auf ungefähr 800 Gäste. Klar, die Griessmuehle war für die nächste Party ein bisschen größer, aber auch kein riesiger Club. Die Location dieses Jahr ist definitiv etwas kleiner, aber die Idee dahinter ist, dass wir auch große Künstler:innen in so einem intimen und familiären Umfeld präsentieren wollen. Dadurch entsteht eine ganz besondere Atmosphäre.

Eine J.A.W im Prince Charles in Berlin (Foto: Malte Seidel)

Wie viele Leute passen in die neue Location?

Wir werden insgesamt vier Räume und einen Garten bespielen. Das musikalische Programm wird hauptsächlich auf zwei Floors stattfinden. Der größere Raum fasst etwa 500 Leute und bekommt für das Festival den Namen „The Box”. Hier spielen eher die internationalen DJs und davor die Live-Acts, jeweils zwei pro Abend. Das ist die perfekte Größe für einen Dancefloor. Der kleinere Raum heißt „The Shelter”. Der fasst etwa 200 Leute. Der Raum ist perfekt für das gemacht, was wir „Deep(er) Listening” nennen. Dort werden teilweise kuratierte Sets, Listening-Sessions und alternative Dance-Vibes stattfinden. Uns war wichtig, dass die Bar separiert von diesen beiden Räumen ist. Die Reunion-Besucher:innen sollen sich wirklich voll und ganz auf die Musik konzentrieren können. Die Bar befindet sich im dritten Raum, da passen circa 200 Gäste rein. Über das dort installierte 4-Punkt-Klipsch-Soundsystem läuft die Musik von The Box. Der vierte Raum wird „The Archive” sein, den wir während des gesamten Festivals als Ausstellungsraum rund um 20 Jahre J.A.W nutzen. Ein weiteres Highlight ist der Außenbereich mit verschiedenen Food-Ständen. Da muss dann nur noch das Wetter mitspielen.

Theo Parrish auf der 15. J.A.W Family Reunion 2019 in der Griessmuehle (Foto: J.A.W Family)

Warum seid ihr nicht wieder ins Prince Charles gegangen?

Wir hatten im Prince Charles wirklich viele tolle Events, keine Frage. Aber diesmal wollten wir bewusst etwas Neues ausprobieren, und ich glaube, das tut dem Event gut. Wären wir wieder in die gleiche Location gegangen, hätten die Gäste wahrscheinlich automatisch Vergleiche gezogen: War das zehnjährige oder das 20-jährige Jubiläum besser? Ich finde, die Family Reunions sollten jeweils für sich stehen können. Das gelingt mit einer neuen Location wahrscheinlich besser.

Was macht eine gute Location für euch aus?

Für unsere Veranstaltungen ist es uns besonders wichtig, möglichst viele kreative Freiheiten zu haben. Wir möchten etwas schaffen, das klar die Handschrift von J.A.W trägt. In großen Clubs ist das aber nicht immer leicht. Dort gibt es oft ein fest etabliertes Konzept, das in vielen Fällen auch gut funktioniert. Natürlich verstehe ich, dass sie das für uns nicht komplett umstellen wollen. Gleichzeitig finde ich aber: Wenn ein Club bei unserer Veranstaltung genau denselben Vibe hat wie in der Woche davor und auch in der danach, fehlt uns ein Stück Individualität und Charakter. Dazu kommt, dass Livemusik bei unseren Events eine zentrale Rolle spielt. Deshalb ist es wichtig, einen Ort zu finden, der Livemusik wirklich versteht.

Dieser Monitor mit Hornbox ist Bestandteil der PA (Foto: J.A.W Family)

Diese Location bietet euch diese Freiheiten?

Die Venue ist grundsätzlich auf Livemusik ausgelegt, das ist für uns erst mal gut. Die hauseigene PA ist auch wirklich auf Konzerte abgestimmt, das passt also super.

Uns ist aber auch klar, dass es einiges an Aufwand bedeutet, eine Live-Venue soundtechnisch auf das Niveau eines großen Clubs zu bringen. Genau deshalb arbeiten wir eng mit der französischen Soundsystem-Manufaktur Palladium Audio zusammen. Als unsere Freunde gehören sie zur J.A.W-Family. Deren Team baut gerade zwei extra für dieses Event entwickelte Soundsysteme, die dann nach Berlin gebracht und bei uns auf beiden Floors installiert werden. Das 4-Punkt-Sound-System in The Box wird extra für das Event konzipiert, im Shelter wird ein VOTT-System verbaut. Wir schätzen das Team von Palladium Audio persönlich sehr, genauso wie seine Expertise. Deshalb werden einige ihrer Tontechniker extra aus Paris anreisen, um den Sound für jeden Act ganz individuell und fein abgestimmt einzustellen. Was Mixer angeht, erhalten wir freundlichen Support von Isonoe mit dem fine 420 und Resør mit dem 3300 4-Channel Rotary Mixer. Wir sollten damit gut ausgestattet sein.

Das System von Palladium Audio, das im Juni beim 20. Geburtstag zum Einsatz kommt (Foto: J.A.W Family)

Für den Soundsystem-Hersteller ist die Veranstaltung dann eine Art Showcase.

Natürlich können die Tontechniker:innen dabei zeigen, was sie draufhaben. Gerade in der Zusammenarbeit mit unseren Künstler:innen, einem Floating Points etwa, der selbst ein eigenes Soundsystem entwickelt hat, oder mit Mark Ernestus, der am Open Ground beteiligt ist, kann soundtechnisch etwas ganz Besonderes entstehen.

Uns als Veranstalter ist es ganz grundsätzlich wichtig, früh genug in der Location zu sein, um ausführliche Soundchecks machen zu können. Tatsächlich wurden wir dafür von den Verantwortlichen in Clubs schon öfter etwas verwundert angeschaut und gefragt, ob es nicht reicht, einfach abends zu kommen und direkt loszulegen. Für uns funktioniert das so aber nicht. Wir wollen den bestmöglichen Sound schaffen, und das geht nur, wenn man sich vorher die Zeit nimmt, alles sauber einzustellen und auf den Raum abzustimmen.

Wie zahlt sich das genau aus?

Ich erinnere mich an ein Event mit Ron Trent im Prince Charles. Er hat ein siebenstündiges All-Night-Long-Set gespielt – mit einer beeindruckenden Bandbreite von ECM-Jazz über New York House Sound bis hin zu D’Angelo. Der Tontechniker des Clubs ist die ganze Nacht geblieben und hat das Soundsystem für fast jede Platte neu angepasst. Eine enorme Arbeit, aber man hat den Unterschied deutlich gehört, und die Leute waren begeistert.

Auf der anderen Seite wollen wir mit dem Reunion-Event in einer Location, die vielleicht kein perfekt ausgebauter Club ist, den Vibe des Berlins der frühen Neunziger wiederherstellen. Damals haben die Leute überall ihr eigenes Soundsystem installiert und alles selbst in die Hand genommen. Alle waren willkommen, es gab keine so krasse Selektion an der Tür wie heute. Ich war damals selbst noch nicht in der Stadt, aber ich hoffe, dass wir dieses Gefühl auf unserer Party wiederherstellen können. Die Location ist leider ein Ort, der in absehbarer Zeit verschwinden wird, um als Baugrund genutzt zu werden. Solange aber solche Orte noch existieren, sollte man etwas in ihnen veranstalten.

Die J.A.W Family in alten Tagen (Foto: J.A.W. Family)

Auf dem Event treffen Livemusik und DJ-Sets direkt aufeinander. Welche Bedeutung hat diese Verbindung der beiden Darstellungsformen für euer Kollektiv?

Das ist unsere DNA, das war schon immer so: Wir wollten Live-Musik und DJing nicht trennen, sondern zusammenbringen. Wir wiederholen das immer wieder gerne: Ohne Livemusik gäbe es sowieso keine DJ-Culture. Das ist einfach so. Ich habe den Eindruck, dass viele Leute das eher trennen. Sie gehen entweder auf ein Konzert oder feiern.

Uns war wichtig, in den zwei Räumen unterschiedliche Atmosphären zu schaffen. Der größere Floor steht für klassische Club-Stimmung mit starkem Soundsystem und einem dunklen Setting. Der zweite Raum soll ruhiger sein, ein Ort, um sich zu entspannen und musikalische Experimente abseits des intensiveren Floors zu erleben. So können die Leute im Laufe des Abends zwischen verschiedenen Energien und Stimmungen wechseln. Nach unserer Wunschvorstellung bleiben diejenigen, die nur für das Live-Konzert kommen, ein bisschen länger und nehmen die Party noch mit. Umgekehrt hoffen wir, dass diejenigen, die nur feiern wollen, vielleicht vorher die Live-Acts erleben. Für uns ist das der perfekte Einstieg in eine Party: echte Musiker:innen auf einer Bühne zu sehen und ihr Spiel zu erleben. Das wird auch von den DJs sehr geschätzt. Viele arbeiten selbst mit Live-Musiker:innen und schätzen diesen Kontakt und Austausch.

Ihr habt wahrscheinlich enorme Produktionskosten, bleibt da überhaupt was für euch übrig?

Tja, das werden wir im Juli wissen. (lacht) Wir kriegen zwar Unterstützung von Carhartt WIP bei unserer 20 Years of J.A.W-Ausstellung und beim Sound-Equipment von Analogue Foundation und Audio Technica, aber was das gesamte Line-up betrifft, kalkulieren wir mit einem zu 100 Prozent selbstfinanzierten Risiko. Das heißt, wir haben keine Sponsoren, die uns dabei irgendwie helfen. Wir hoffen sehr, dass genug Leute kommen werden, damit sich das Ganze am Ende trägt.

Im Endeffekt geht es aber nicht um Geld. Für die 20-jährige Reunion war uns wichtig, etwas Großes und Ambitioniertes auf die Beine zu stellen. Natürlich ist es nicht einfach, so etwas finanziell umzusetzen. Das kostet einige schlaflose Nächte, aber am Ende nimmt man den Stress gerne auf sich. Ich hoffe, dass die Leute das am Ende auch entsprechend wertschätzen.

J.A.W. Family im Festsaal Kreuzberg am Kottbusser Tor (Foto: J.A.W Family)

Zuletzt noch ein Blick in Eure Geschichte Wie ist J.A.W entstanden?

J.A.W ist eine Family-Affair. Mein Bruder Edouard, unser bester Kumpel Julien und ich haben das Kollektiv 2005 in Paris gegründet, bevor wir 2008 nach Berlin umgesiedelt sind. Meine Partnerin Nina gestaltet von Anfang an die Artworks für unsere Events. Selbst meine Mutter war früher noch mit dabei und hat für alle unsere Künstler:innen gekocht, etwa für Theo Parrish, Larry Heard, Moodymann oder Marcellus Pittman. (lacht)

Wie sahen eure ersten Partys in Paris aus?

Zuerst haben wir die Partys an ganz kleinen Orten veranstaltet, wie das eben oft anfängt – nur mit Freund:innen und Familie. Lustigerweise passt das gerade gut, weil wir heute zusammen mit Refuge Radio einen Mix veröffentlichen, der seit fast 20 Jahren auf unserer Festplatte lag: ein Set von Larry Heard aka Mr. Fingers, das er 2005 bei uns gespielt hat.

Larry Heard 2005 auf einer J.A.W?

Das war die zweite J.A.W-Party in Paris. Auf unserer ersten Veranstaltung hatten wir Kid Sublime, allerdings noch in einem privaten Raum, weil uns damals noch kein Club vertraut hat. Die Party mit Larry Heard war das erste größere Event, mit dem wir uns gleich einen Namen gemacht haben. Sie fand im Le Triptyque statt, später wurde daraus der Social Club.

Die Geschichte dahinter ist ziemlich verrückt. Ich habe Larry Anfang 2005 im Robert Johnson bei einem seiner Auftritte kennengelernt. Er war schon damals eine absolute Legende, deswegen bin ich alleine nach Offenbach gefahren, um ihn live zu erleben. Nach seinem Set bin ich ganz naiv zu ihm hingegangen und habe gefragt: Larry, warum hast du eigentlich noch nie in Paris gespielt?” Er meinte nur: Weil mich nie jemand eingeladen hat. Für mich war er ein Gigant, und ich konnte nicht glauben, dass ihn einfach noch niemand gebucht hatte. Wir haben Kontakte ausgetauscht, und er ist tatsächlich nach Paris gekommen.

Das Plakat für die zweite J.A.W-Party mit Larry Heard als Headliner (Flyer: J.A.W Family)

So ein Headliner hat euch bestimmt in ganz Paris bekannt gemacht. 

Wir mussten kaum Promo machen. Wir haben diverse Anfragen von DJs aus ganz Frankreich bekommen, die das Warm-up für ihn spielen wollten. Die Schlange vor dem Club war schon zu Beginn der Party ewig lang. Für J.A.W war das die beste Promo, wir sind Larry bis heute sehr dankbar für den Vertrauensvorschuss.

Als Allerletztes noch: wofür steht J.A.W?

Wortwörtlich für „Just Another White Dude”. Wir waren damals drei weiße Kerle, die afroamerikanische Musik geliebt haben. Zu dieser Zeit war French House groß, und die französischen Künstler:innen haben sich häufig am Sound aus Detroit, NYC oder Chicago bedient. Das ist einigen bitter aufgestoßen. Kenny Dixon Jr. hat sich beispielsweise oft darüber ausgelassen, dass Black Music von weißen DJs und Produzenten aus Europa kopiert wird.

Wie reagiert ihr darauf?

Uns ist wichtig, dass uns die Künstler:innen hinter dieser Musik, die wir so schätzen, auch als Veranstalter vertrauen können. Die Idee bei dem Namen ist auch, uns selbst immer wieder daran zu erinnern, behutsam mit dieser Kultur umzugehen und diese Musik gemeinsam mit den Künstler:innen zu ehren und zu zelebrieren, anstatt sie für uns zu beanspruchen.

In diesem Text

Weiterlesen

Features

Fritz Dyckerhoff und Christoph Klenzendorf verabschieden sich von Hari: „Hari hatte die Ruhe in sich, er hat Menschen und Clubs miteinander verbunden”

In unserem Beitrag erinnern sich zwei Freunde an Hari, der Feierzirkel auf der ganzen Welt zusammengebracht hat.

MCR-T über Bluetooth speaker culture: „Wir wollen die Leute daran erinnern, dass sie zusammenkommen sollen und keiner ausgeschlossen wird” 

Der Berliner Rapper, Producer und DJ erklärt, warum er im Gleisdreieckpark Hausverbot hat, welche Schlüsse er aus dem Film „The Truman Show” zieht – und was in der Clubkultur heute manchmal falsch läuft.

Jane Fitz: „The best parties are individual experiences shared collectively”

In our interview, you’ll find out why, for Jane Fitz, DJing is a lifelong mission with neither a beginning nor an end.