Die Behörden auf Ibiza wollen künftig konsequenter gegen illegale Raves vorgehen. Erstmals drohen nun auch den beteiligten Künstler:innen Konsequenzen. Hintergrund der Debatte ist eine kürzlich aufgelöste Party zwischen Buscastell und Sant Mateu. Unter dem Namen „Anomalist” zog die Veranstaltung mehr als 1.000 Besucher:innen an.

Die Veranstaltung habe eine neue Dimension erreicht, so Neus Mateu, Stadträtin für Bürgersicherheit in Sant Antoni de Portmany. Vor Ort hätten die Einsatzkräfte eine professionell organisierte Party mit drei Tanzflächen, mehreren Bühnen, Getränkebars, Catering, Krankenwagen samt medizinischem Personal, Sicherheitskräften, einem mobilen Karussell sowie moderner Ton- und Videomapping-Technik vorgefunden. Auf dem Line-up standen zudem keine unbekannten Namen: Unter anderem spielten WhoMadeWho, Seth Troxler und Dennis Cruz. Die Behörden prüfen nun mögliche Verstöße sowie die Verantwortlichkeiten der Organisator:innen.
Das Thema beschäftigt die Insel bereits seit Jahren. Insbesondere exklusive Villa-Partys gelten als Problem, weil sie häufig außerhalb des regulären Nachtlebens stattfinden und Anwohner:innen durch Lärm und erhöhtes Verkehrsaufkommen belasten. Bereits in der Vergangenheit hatten Clubbetreiber:innen und Interessenverbände strengere Kontrollen und höhere Strafen für illegale Veranstaltungen gefordert. 2017 sprach José Luis Benítez, Geschäftsführer des Branchenverbandes Ocio de Ibiza, davon, den wiederholt „schädlichen Eindruck Ibizas zu beenden”.
Im Fall der Anomalist-Party spricht Benítez nun von einem Wendepunkt im Kampf gegen illegale Partys auf der Insel. Künstler:innen, deren Verträge Klauseln enthalten, die Auftritte bei illegalen Events untersagen, und die trotzdem auf solchen spielen, würden künftig nicht mehr von den Mitgliedsclubs des Verbands gebucht. Dazu zählen unter anderem Ushuaïa, Hï Ibiza, UNVRS, DC10, Club Chinois und Lío. Die Behörden fordern darüber hinaus, entsprechende Regelungen künftig grundsätzlich in Verträge von DJs und Veranstalter:innen aufzunehmen. Auch der erste Vizepräsident des Consell de Ibiza, Mariano Juan, spricht sich für eine branchenweite Umsetzung aus.
Welche Sanktionen die Organisator:innen der Party konkret erwarten, ist bislang unklar. Weil die Veranstaltung auf ländlichem Gelände stattfand, muss der Inselrat von Ibiza in die weiteren Ermittlungen eingebunden werden. Nach balearischem Recht drohen bei schweren Verstößen Geldstrafen von bis zu 300.000 Euro. Diese Summe musste zuletzt der US-amerikanische DJ Diplo zahlen, nachdem er eine nicht genehmigte Party organisiert hatte.







