München: Streit zwischen Kulturzentrum Backstage und Hochhausbauprojekt eskaliert

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Der jahrelange Streit um die Zukunft des Münchner Kulturzentrums Backstage hat eine neue Stufe erreicht. In einer Presseaussendung wirft das Backstage-Team dem Großinvestor, der ein Hochhausprojekt auf dem Gelände an der Paketposthalle plant, „Eskalation” vor. Im Zentrum steht eine angebliche Forderung nach „Schadenersatz” in Höhe von 50 Millionen Euro, die die Stimmung endgültig zum Kippen gebracht hat.

Diese Summe soll das Bauunternehmen, die Büschl-Gruppe, bei einem Verhandlungstermin gefordert haben. Der Grund: Man wolle im Grundbuch festschreiben, dass die zukünftigen Bewohner:innen den Lärm des benachbarten Kulturzentrums akzeptieren müssen, so Backstage-Geschäftsführer Hans-Georg Stocker. Das Unternehmen spricht hingegen von Verleumdung und dass „eine solche Aussage zu keinem Zeitpunkt getroffen” wurde. 

Die Büschl-Gruppe kündigte an, wegen der erhobenen Vorwürfe mögliche rechtliche Schritte prüfen zu lassen. Die Familie Stocker, die das Backstage betreibt, setzt dagegen auf Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Außerdem äußere man zugleich die Sorge, dass dem Kulturzentrum letztlich das Aus drohen könnte. Für das Backstage sei es inzwischen „eins vor zwölf”, erklärte die Betreiberseite. Nach mehr als sieben Jahren sehe man sich nun gezwungen, mit deutlichen Worten und unbequemen Wahrheiten an die Öffentlichkeit zu gehen.

Das Backstage in München (Foto: Wikipedia)
Das Backstage in München aus der Luft (Foto: Lothur/ Wikipedia)

Zunächst soll die Büschl-Gruppe notwendige Unterlagen zum passiven Lärmschutz nicht vorgelegt haben. Zudem seien die Bauunternehmer nicht bereit, eine zuvor vereinbarte Ausgleichszahlung an die Veranstaltungsstätte zu leisten. Für das Backstage sei diese Zahlung jedoch unerlässlich, da der Betrieb durch die geplanten Bauarbeiten erheblich beeinträchtigt werde. Nach Aussage des Bauunternehmers sei die geforderte Summe von 25 Millionen Euro zu hoch.

Die Betreiber:innen des Backstage sehen durch das Vorgehen der Büschl-Gruppe inzwischen auch die geplante Modernisierung des Kulturzentrums gefährdet. Vorgesehen ist unter anderem, die sogenannte Arena im Osten des Geländes zu einer Multifunktionshalle mit Platz für bis zu 4000 Besucher auszubauen. Darüber hinaus planen die Betreiber den Bau eines Parkhauses sowie neue Sport- und Grünflächen. Ergänzt werden soll das Gelände durch einen Biergarten, einen Veranstaltungssaal und einen unterirdischen Techno-Club. 

Das Münchner Kulturzentrum Backstage wurde 1991 von Hans-Georg Stocker und der Jugendinitiative X-ray gegründet, um einen Raum für alternative Musik- und Jugendkultur zu schaffen. Nach mehreren Umzügen zählt es mit seinen mehreren Bühnen und Festivals wie dem „Free & Easy” zu den wichtigsten Konzert- und Veranstaltungsorten der Stadt.

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