Warehouse in Köln: Miss Djax und Veranstalter geraten aneinander

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An der Weiberfastnacht fand in Köln das „Warehouse Revival” in einem der ersten Techno-Clubs Deutschlands statt. Der 1991 in der Wilhelm-Mauser-Straße in Köln-Bickendorf gegründete Ort kehrte damit zu seinen Ursprüngen zurück. Neben DJ Rush und Steve Mason stand auch Miss Djax auf dem Line-up – ihr Auftritt sorgte jedoch für Unmut beim Veranstalter, nachdem sie ihr Set bereits nach rund zehn Minuten wegen springender Vinyl-Nadeln abbrach. Nun sorgen konträre Statements des Veranstalters und Miss Djax für Aufsehen.

Veranstalter Veranstalter Kisla Yener war „schockiert darüber, dass innerhalb von nur zehn Minuten die Bühne verlassen wurde”, sagt er in einem Statement. Nach seinen Angaben führten starke Vibrationen der Anlage dazu, dass die Nadeln der Plattenspieler sprangen, weil zunächst keine ausreichende Entkopplung vorhanden gewesen sei.

„Dass die großen Monitorboxen durch ihre Vibrationen dazu führen könnten, dass die Nadeln der Plattenspieler springen, daran habe ich in dem Moment nicht gedacht”, erklärt der Veranstalter die Ursache der technischen Probleme.

Das Problem sei kurze Zeit später behoben worden, zudem hätte man den Zeitplan problemlos um rund 15 Minuten verschieben können. Umso unverständlicher sei für ihn der Abbruch gewesen.

DJ Rush bei der Warehouse-Party in Köln (Foto: Facebook/Warehouse Fans)
DJ Rush bei der Warehouse-Party in Köln (Foto: Facebook/Warehouse Fans)

Zudem äußert er die Vermutung, der frühzeitige Abgang könne auch mit einem Termin der DJ am nächsten Morgen zusammenhängen, weil sie zuvor selbst darauf gedrängt habe, früher aufzulegen. Das Verhalten bezeichnete er als „divenhaft” und erklärte weiter, von professionellen Künstler:innen könne man erwarten, „in so einer Situation das Beste daraus zu machen”. Schließlich seien viele Gäste gezielt wegen Miss Djax erschienen. Abschließend fordert der Veranstalter die „Rückzahlung der kompletten Gage” und zeigt sich über den Verlauf des Abends „sprachlos”.

Miss Djax entschuldigte sich zunächst bei ihrem Publikum dafür, „dass [sie] nicht auf der Warehouse-Party aufgetreten [ist]”, und betonte, sie habe sich im Vorfeld sehr auf den Abend gefreut.

Zugleich kritisierte sie das öffentliche Vorgehen des Veranstalters deutlich: Dieser habe sich entschieden, „in den sozialen Medien eine lächerliche Stellungnahme abzugeben”, obwohl solche Konflikte ihrer Ansicht nach privat geklärt werden sollten. Es gebe „immer zwei Seiten einer Geschichte”, erklärte sie weiter und kündigte an, sich nicht darauf einzulassen, öffentlich Gegenanschuldigungen zu formulieren. Nach eigener Darstellung sei beim Verlassen der Veranstaltung zunächst vereinbart worden, die Gemüter einige Tage abkühlen zu lassen und anschließend über eine Lösung zu sprechen.

Stattdessen habe der Veranstalter „eine Menge Unsinn in den sozialen Medien” verbreitet. Für sie sei die Angelegenheit damit „hier und jetzt beendet”, ihren Fans versprach sie jedoch: „Ich werde es bei euch wieder gutmachen.”

Der Club Warehouse wurde im August 1990 von Yener Kisla gegründet, von 1990 bis 1994 befand er sich in der Wilhelm-Mauser-Straße 21-25 in Köln-Bickendorf – in der Örtlichkeit, in der auch die Revival-Party stattfand. Zu den Residents gehörten in dieser Zeit Oliver Bondzio, Roland Casper, Groovemaster K, Massimo, Mate Galic, Paul Cooper, Steve Mason, Chris Dis und Patrick. Neben den Club Nights am Freitag und Samstag zog alle 14 Tage der Highnoon am Sonntag Raver:innen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern nach Köln. Nach einer Razzia 1994 zog das Warehouse 1996 auf dem alten Schiffwerksgelände der KSD–Köln Mülheim (Auenweg 173, Gebäude 7) in eine Lagerhalle, in der bisher Schiffsturbinen gebaut wurden.

Nach einem aufwendigen Umbau wurde dort auf 2000 Quadratmetern gefeiert. 2005 verkaufte der Warehouse–Betreiber den Club im alten Schiffswerk – in den Räumen befindet sich nun das Bootshaus.

Sven Väth auf einer Warehouse-Party (Foto: Valery Kloubert)
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