Ingolstadt: Club B1 schließt

Das B1 in Ingolstadt hat den Betrieb eingestellt. Die Diskothek hatte nach der Sommerpause nicht mehr geöffnet und gab nun das offzielle Aus bekannt. Als Hauptgrund nennt Betreiber Konstantin Bauer mangelndes Interesse des Publikums.

Ein breites Spektrum an Techno-, Trance- und Hardtechno-Veranstaltungen mit namhaften DJs wie Klaudia Gawlas und Abenden, die sich an verschiedene migrantische und queere Communitys richteten, konnten kein entsprechendes Publikum in die Räume in der Altstadt locken.

„Mehr als zusperren kann ich am Schluss auch nicht”, hatte B1-Besitzer Konstantin Bauer vor einem Jahr in seinem mittlerweile gelöschten Instagram-Kanal gedroht, „aber ich hab’s wenigstens probiert”. „Es tut uns sehr leid, Ingolstadt verlassen zu müssen”, heißt es dort nun. „Jedoch gibt diese Stadt leider keinen Anlass mehr, um fortzufahren.“

Man habe „alles Mögliche, was in unseren Händen lag” versucht. Aber: „Wochenenden mit leeren Straßen in Ingolstadt – keine Seltenheit. Verschiedenste Veranstaltungen, teilweise mit großen Künstlern – kein Interesse”. Nun will Bauer nach Regensburg umziehen. Die Domstadt schätzt er als Standort günstiger ein, wie er gegenüber dem Espresso Magazin zu Protokoll gab.

Dabei haben die geschlossenen Räumlichkeiten eine lebendige Geschichte. Mehr als drei Jahrzehnte prägten sie das Nachtleben Ingolstadts als Rock-Diskothek. Ende 2023 übernahm Konstantin Bauer und eröffnete dort das B1 mit klarem Fokus auf Techno, Trance und Hardtechno nach einer aufwendigen Sanierung, die viel Geld verschlang. Zuvor hatte er eine Shisha-Bar betrieben.

In Ingolstadt ist in den vergangenen Jahren ein Großteil der Clubinfrastruktur verschwunden. Nach dem Aus von Clubs wie dem Maki (2015), in dem Größen wie Westbam und Roman Flügel zu Gast waren, und dem Suxul (2024) hat mit dem B1 ein weiterer zentraler Ort für elektronische Musik geschlossen. Damit bleibt in der Innenstadt nurmehr der Eiskeller als Laden mit Clubbetrieb übrig. So schätzen zumindest die Kolleg:innen vom Espresso Magazin die Lage ein.

Dabei hatte das B1 durchaus Fans. „Als Technoschuppen absolut underrated, besonders die DJs wissen, wie’s richtig läuft. Türsteher Eren ist hilfsbereit und hat immer die Augen und Ohren für alle Themen offen”, schreibt etwa Gast Max in seiner Google-Review.

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