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Klassismus im Kulturbetrieb: Britische Studie belegt Verdrängung der Arbeiterklasse

Eine neue Studie warnt vor einem dramatischen Rückgang der sozialen Mobilität in der Kulturbranche. Der vom britischen Beratungsunternehmen Rise initiierte Bericht Class Ceiling unter wissenschaftlicher Leitung von Nazir Afzal (University of Manchester) verdeutlicht, dass Menschen aus der Arbeiterklasse systematisch aus dem Kunst- und Musiksektor verdrängt werden. An der Studienumfrage, die 2025 durchgeführt wurde, haben etwa 300 Kulturschaffende aus Greater Manchester teilgenommen.

Der Bericht hebt die Musikbranche als besonders krisenanfällig hervor. Niedrige Gagen, unsichere Arbeitsverhältnisse und das Sterben kleiner Clubs entziehen Künstler:innen ohne finanziellen Rückhalt die Existenzgrundlage. Zudem prangert die Studie ausbeuterische Praktiken wie unbezahlte Auftritte oder „Pay-to-Play”-Modelle an, bei denen Künstler:innen für ihre Auftritte zahlen müssen.

Außerdem berichten über die Hälfte der Befragten von Ungleichbehandlung, Diskriminierung, Mobbing, Belästigung oder Benachteiligung aufgrund der sozialen Schicht oder der wahrgenommenen sozialen Schicht. Erschwerend kommt für eine Karriere im Kulturbereich hinzu, dass vier von fünf Befragten zu Beginn der Karriere keine sozialen Kontakte in die Branche hatten. Lediglich 17,8 Prozent sehen ihre eigene Lebensrealität in der von ihnen ausgeübten Kunstform repräsentiert.

Weniger als die Hälfte der Befragten aus der Arbeiterklasse können wiederum von ihrer kreativen Arbeit leben. So verdienen 50 Prozent der befragten professionellen Musiker:innen weniger als 14.000 Pfund pro Jahr. Angespannt ist die Lage aber auch bei Studios und Spielstätten: In Greater Manchester suchen laut der Studie über 300 Künstler:innen bezahlbare Arbeitsräume. Zudem erwägen die Hälfte aller Recording-Studios eine Schließung innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Der Report bestätigt somit einen Trend, der bereits 2023 von der Diversity Arts Culture Berlin zu Klassismus im Kulturbetrieb aufgezeigt wurde. Nicht neu sind auch die Forderungen, die der Bericht stellt. So solle es existenzsichernde Löhne für Berufseinsteiger und ein striktes Ende unbezahlter Arbeit geben. Außerdem fordern die Autor:innen der Studie Investitionen in regionale Infrastruktur und kreative Ausbildung

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