Mavi De Mars: 15 Monate Gefängnis nach Vergewaltigungsvorwurf gegen Guy Gerber

Eine Richterin auf Ibiza verurteilt Mavi De Mars wegen Verleumdung von Guy Gerber zu 15 Monaten Haft. De Mars hatte Gerber beschuldigt, sie im Jahr 2013 auf einer Privatparty auf Mykonos vergewaltigt zu haben, nachdem er sie gegen ihren Willen mit Rohypnol betäubt haben soll. Richterin Clara Ramirez de Arellano entschied nun, dass keine Vergewaltigung stattgefunden habe. Mavi habe „Gerber wissentlich des Verbrechens der Vergewaltigung beschuldigt, obwohl sie wusste, dass die Anschuldigung falsch war“, zitiert La Voz de Ibiza im oben verlinkten Beitrag die Richterin.

De Mars gab an, Gerber habe ihr auf einer Afterparty eine unbekannte Droge angeboten und sie anschließend in einem Zustand fehlender Kontrolle über ihren Körper sexuell missbraucht. Gerber wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, der sexuelle Kontakt sei einvernehmlich gewesen. In der Folge leitete er ein Verfahren wegen Rufschädigung ein. In ihrem Urteil folgte die Richterin Anwalt Jaime Campaner von der Anwaltsfirma Campaner Law. Campaner hatte eine zweifache Entschädigung gefordert.

Guy Gerber
Guy Gerber (Foto: Presse)

Der eine Teil der Entschädigung beläuft sich auf 150.000 Euro für den immateriellen Schaden, der durch die Ehrverletzung entstanden ist. Der zweite Teil beträgt 748.446,82 Euro für den entgangenen Gewinn zuzüglich Zinsen. Der Club Chinois hatte Gerber 2022 unter dem Titel Mirror Dance für eine Residency gebucht, die nach der Veröffentlichung von De Mars‘ Anschuldigungen abgesagt wurde. Außerdem muss De Mars die Kosten des Verfahrens übernehmen. Laut Gericht hatten De Mars‘ ursprünglichen Post 900.000 Menschen gesehen.

Der Blog The Politics of Dancing der Journalistin Annabelle Ross berichtete zudem über Aussagen von drei weiteren Frauen, die behaupten, in einem ähnlichen Zeitraum unter Drogeneinfluss von Gerber sexuell missbraucht worden zu sein. Ihre Namen gaben die Frauen aber nicht zu Protokoll.

Gerber stand außerdem in Kontakt mit mehreren Künstlern, denen sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden, darunter auch P. Diddy, mit dem er ein Album produzierte und an dessen privaten Veranstaltungen er teilnahm. P. Diddy befindet sich derweil aufgrund schwerer Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs nach der Verabreichung von Substanzen in Haft.

De Mars wurde zur Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt und muss weitere rechtliche Konsequenzen hinnehmen, darunter ein zeitlich begrenztes Wahlverbot sowie die Veröffentlichung des Urteils ihn ihren sozialen Medien. Zwar wurde sie zu 15 Monaten Haft verurteilt, in vergleichbaren Fällen werden solche Strafen in Spanien jedoch häufig zur Bewährung ausgesetzt, sodass eine tatsächliche Inhaftierung als unwahrscheinlich gilt.

Nun appelliert De Mars an die anderen mutmaßlichen Opfer Gerbers, Anzeige zu erstatten.

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