Knapp drei Wochen vor dem geplanten Start wurde das Psy-Fi Festival überraschend abgesagt. Ticketkäufer:innen sind verärgert, denn der Veranstalter kündigte an, nicht allen ihr Geld zurückzahlen zu können. Das Psy-Fi sollte auf dem Otto Lilienthal Airfield bei Stölln-Rhinow im Brandenburger Havelland statttfinden.
Laut der Märkischen Allgemeinen Zeitung haben sich bereits über 100 Geschädigte in einer Telegram-Gruppe organisiert. Von hundert bis mehr als tausend Euro hatten Besucher:innen und Gewerbetreibende für Tickets, Anreise oder Standgebühren ausgegeben. Statt Rückzahlungen bietet der Veranstalter laut Betroffenen lediglich Rabatte oder Festivalgutscheine an – Optionen, die viele als inakzeptabel empfinden. Für zusätzlichen Frust sorgt die Tatsache, dass noch wenige Tage vor der offiziellen Absage am 26. Juni vergünstigte Tickets verkauft wurden, obwohl die finanzielle Schieflage zu diesem Zeitpunkt offenbar längst absehbar war.
In einem öffentlichen Statement bestätigen die Psy-Fi-Macher ihre Zahlungsunfähigkeit, betonen aber den „Spirit” der Szene und rufen zur Solidarität auf. Für viele klingt das wie ein Déjà-vu: Schon bei der coronabedingten Absage 2020 sollen nicht alle Kund:innen ihr Geld zurückbekommen haben, auch damals mit dem Verweis auf die besondere Gemeinschaft der Psy-Trance-Familie.
Einige Betroffene stellen inzwischen öffentlich die Frage, ob es sich bei der wiederholten Ticket-Politik um Naivität oder um gezielte Täuschung handelt. Auch von rechtlichen Schritten ist die Rede. Das zuständige Amt Rhinow wurde laut MAZ zudem erst nach der öffentlichen Absage über das Aus des Festivals informiert.
Ob es sich hier um finanzielles Missmanagement oder gar einen systematischen Betrugsversuch handelt, ist bislang unklar, die Veranstalter haben gegenüber der Presse bislang nicht auf Nachfragen reagiert. Auch eine Anfrage der GROOVE wurde nicht direkt beantwortet. Wir halten euch auf dem Laufenden.







