Cinthie über die Soul-Water-Sessions auf Ibiza: „Aufeinander zu achten, bedeutet auch, weniger Müll zu produzieren”

Soul Water sagt dem Plastikflaschen-Exzess den Kampf an, der besonders Festivals im Griff hat. Die Aluminiumflaschen der niederländischen Aktivisten lassen sich beliebig oft auffüllen und setzen so ein Signal für eine nachhaltigere Zukunft.

Um dieses Potenzial auch in der Clubkultur bekannt zu machen, hat sich das Kollektiv um Gründer Menno Frits Koopmans mit dem Berliner Digitalvertrieb Paradise Worldwide zusammengetan und vier Künstler:innen Studio-Sessions auf Ibiza ermöglicht – mit dabei sind die Indie-House-Producerin Barbara Nicole, der ibizenkische Afro-Dub-Protagonist Megablast, der südafrikanischen Techno-Act Shamiso und die Berliner House-Größe Cinthie. Von ihr wollten wir wissen, was es mit ihrem Engagement für die Soul-Water-Sessions auf sich hat.

Wie bist du Teil der Soul-Water-Sessions geworden?

Das kam relativ spontan zustande, durch meinen Digital-Distributor Paradise Worldwide. Ich wollte eh nach Ibiza zum IMS, weil ich von Beatport als beste Produzentin nominiert wurde. Da hatten wir die Idee, dass wir vielleicht noch was machen könnten, wenn ich eh da bin. Das Konzept, globale Musik-Kollaborationen zu fördern, mit Fokus auf Kreativität, Nachhaltigkeit und kulturellen Austausch, sowie das Ziel, ein inklusiveres, gesünderes und bewussteres Umfeld in der Musikindustrie zu schaffen, finde ich großartig. Ich hoffe, dass diese Initiative auch in Zukunft viele weitere Künstler:innen erreicht! Ich werde in diesem Sommer noch eine weitere Session aufnehmen: Morgens Studio und danach Strand oder Pool, klingt doch eigentlich perfekt!

Soul Water setzt sich für die Vermeidung von Plastikmüll ein, der durch Einwegwasserflaschen entsteht. Welche persönliche Beziehung zu dem Thema hast du, das dir auch als Fahrerin eines Elektroautos am Herzen zu liegen scheint?

Das finde ich super. Ich denke, dass jede:r im Kleinen und so weit wie möglich versuchen sollte, sich bei der Müllproduktion etwas zurückzuhalten. Besonders wenn man Kinder hat, denkt man noch viel mehr an die Zukunft unseres Planeten. Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn ich gar kein Auto bräuchte, aber leider komme ich ohne Auto schlecht in mein Studio. Und wenn wir beim Plastik noch etwas sparen könnten, das wäre doch perfekt. Klar, im Club und besonders auf Konzerten sind Plastikbecher wegen der Sicherheit besser. Aber wenn du am Ende des Abends den ganzen Müll siehst, denkst du dir auch: Ok, was kann man denn besser machen? Daher finde ich die Alu-Flasche von Soul Water super.

Du verbringst einen großen Teil deines Lebens auf Festivals und in Clubs – wie könnte man umweltfreundlicher mit Getränkeverpackungen umgehen? Was denkst Du darüber hinaus zur Nachhaltigkeit unserer Welt der Nacht?

Mittlerweile gibt es schon viele gute Konzepte. Wenn ich da an die Neunziger denke, vor allem an die frühen Loveparades: Halleluja. Pfandsysteme sind super – oder diese faltbaren Flaschen. Ich glaube, Nastia hat mal eine für ihr Label gemacht. Die faltest du zusammen und hängst sie einfach an deine Hose. Das finde ich klasse. Ich finde, bei der Fusion funktioniert das alles auch sehr gut. Die Leute sind respektvoll und werfen nichts auf den Boden. Selbst nach fünf Festivaltagen findest du dort nicht mal eine Kippe auf dem Boden.

Was verbindest Du mit Ibiza? Wie haben dich die Insel und ihre Kultur inspiriert?

Ibiza ist immer auf die eine oder andere Weise witzig – ein totales Paralleluniversum. Sobald du landest, siehst du erst mal nur Plakate von weißen, meist britischen Boys, die irgendwelche Residencys in Clubs haben. Diversität? Yo, gerne, aber bitte nicht hier.

Ich habe 2001 für eine Saison auf Ibiza gewohnt und für ein tolles Label gearbeitet. Es war eine megaschöne Zeit, in der ich super viele gute und tolle Kontakte geknüpft habe. Da ging es vor allem um die Musik, mittlerweile habe ich eher das Gefühl, es geht eher um Sehen und Gesehen-Werden, was auch ok ist. Bei allem Kommerz hast du aber immer noch tolle Ecken hier, in denen du gut entspannen kannst. Und ich habe ja immer noch den Plan, mich mal einen Monat lang irgendwo einzumieten, um morgens Musik zu machen und nachmittags einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Wie könnte für dich die befreiende Kraft der House Music mit einem umweltfreundlicheren Konsum, wie ihn Soul Water vorschlägt, zusammenkommen?

Ehrlich gesagt? Keine Ahnung. Aber House dreht sich sehr stark um Community, und wir halten unsere Räume sauber. Was im Grunde bedeutet, dass wir nicht nur aufeinander achten, sondern auch darauf, keinen zusätzlichen Müll zu produzieren. Genau das, wofür Soul Water ebenfalls steht.

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