Horst Weidenmüller: !K7-Gründer verstorben

Horst Weidenmüller, der Gründer des Labels !K7, ist im Alter von 60 Jahren verstorben. Der gebürtige Schweizer litt an einer schweren Krankheit. „Seine Vision, Leidenschaft und Hingabe haben !K7 seit 1985 geformt und werden uns weiterhin inspirieren”, heißt es in dem Statement, das sein Label veröffentlichte.

Weidenmüller wurde in Basel geboren und zog in den frühen Achtzigern nach Berlin. In Charlottenburg gründete er 1985 Stud!o K7, später bekannt als !K7. Zunächst produzierte er Konzertvideos für Post-Punk-Künstler:innen wie Nick Cave, Lydia Lunch und Einstürzende Neubauten. 1992 folgte die X-Mix-Reihe, eine Musikserie, die DJ-Sets von Richie Hawtin oder Laurent Garnier mit Animationen kombinierte.

Zwei Jahre später rief Weidenmüller DJ-Kicks ins Leben, eine bis heute einflussreiche Mix-Serie, die nicht nur Dancefloor-affine Sets, sondern auch solche für die eigenen vier Wände enthält. Bislang erschienen über 80 Ausgaben, darunter einflussreiche  Mixe von Künstler:innen wie Kruder & Dorfmeister, Kemistry & Storm, Carl Craig und Nightmares On Wax.

Unter Weidenmüllers Leitung entwickelte sich !K7 zu einem der vielfältigsten unabhängigen Labels für elektronische Musik. Mit der Übernahme von Strut Records erweiterte Weidenmüller das Portfolio um Reissues aus den Bereichen Funk, Disco und Afrobeat. Später gründete er weitere Sublabels wie 7K! für moderne Klassik mit Künstlern wie Niklas Paschburg und Henrik Schwarz sowie Ever Records für Jazz und Soul.

Weidenmüllers Engagement ging über das Labelgeschäft hinaus: Als Vorstandsmitglied von IMPALA (seit 2003) und Merlin (seit 2008) setzte er sich für die Rechte unabhängiger Labels ein. Die !K7-Gruppe wuchs zu einem internationalen Netzwerk mit Büros in Berlin, London und New York. Sie umfasst außerdem einen Artist-Management-Bereich.

Wer !K7 zukünftig führen soll, ist nicht bekannt. „Wir verpflichten uns, seine [Weidenmüllers, Anm.d.Red.] Vision mit der gleichen Leidenschaft und Integrität fortzusetzen, die er verkörpert hat”, heißt es im offiziellen Statement nach Weidenmüllers Tod.

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