Narciss (Foto: Eddy Kruse)

Narciss heißt mit bürgerlichem Namen Nicolas Schmidt, im Freundes- und Bekanntenkreis nennt man ihn Nick. Als DJ ist er aktiv, seit er als Jugendlicher einen Kurs in einer Musikschule gemacht hat. Bekannt wurde Narciss als Mitglied der Seelen-Crew mit Künstler*innen wie JANEIN, Verschwender und Shaleen, die eher für einen düsteren Sound stehen. So richtig durchgestartet ist er in den letzten zwei Jahren, befeuert durch seine Language Of Love EP auf Lobster Theremin und die Iridescent Adolescence EP auf 1Ø Pills Mate

Die Corona-Pandemie und der Lockdown haben ihn, wie er im Interview erzählt, mehr zu sich selbst finden lassen. Das erklärt die deutliche Sound-Wandlung hin zu einem deutlich melodischeren, groovigeren Technosound, der sich mit Trance-Elementen verbindet. Überhaupt fällt das Wort Groove sehr oft im Gespräch mit Schmidt – wahrscheinlich ein Rückgriff auf seine Vergangenheit als Schlagzeuger.

Zusammen mit seinem Soundwandel hat sich auch Narciss’ Kleidungsstil verändert. Vor einigen Jahren hatte er sich noch als klassischer Technokünstler monochrom in Schwarz präsentiert – heute hingegen zeigt er sich weitaus bunter. Auf Social Media lässt sich dieser Stilwandel minutiös zurückverfolgen. Tatsächlich ist das für Schmidt in den letzten beiden Jahren ein großes Thema gewesen. Es ist gerade dieser offen gelebte Umgang mit der Veränderung und die daraus entstehende Musik, die den Künstler Narciss so spannend machen. Im Gespräch wollte unser Autor Vincent Frisch von ihm wissen, wie Schmidt zu dem Künstler wurde, der er heute ist, und wie er diese Metamorphose hin zu einem neuen Stil durchlebte.


Beim Besuch in der GROOVE-Redaktion zeigt sich Narciss von seiner charmanten Seite. Zum Interviewtermin bringt er direkt einen zweiten Kaffee mit und versorgt mich mit dem Vinyl seiner Platte, der Dear Diary EP. Wir stehen vor der Wand mit sämtlichen GROOVE-Covern, Schmidt zeigt auf das Heft #134 von 2012, eine seiner ersten GROOVE-Ausgaben, die er damals von seiner Mutter geschenkt bekommen hat. Passend zur Haarfarbe des damaligen GROOVE-Gesichts Maya Jane Coles trägt auch Schmidt beim Interviewtermin blau gefärbte Haare. Zehn Jahre sind vergangen, seitdem er das Heft zum ersten Mal in Händen hielt.


Wohnort:
Berlin

Lieblingsorte in Berlin:
Meine Hood in Schöneberg, wo ich aufgewachsen bin.
Das Dong Xuan Center. Mein Studio in Marzahn. Botanischer Garten.

Schönster Gig 2021:
Kaltclub in Straßburg

Was auf deinem Hospitality Rider nicht fehlen darf:
Eine Flasche Crémant und eine Schachtel Kippen.

Lieblings-b2b dieses Jahr?
Mit DJ Heartstring in Münster, mit DJ Fuckoff im ÆDEN.

Top 3 Trance-Tracks

1. Faithless Insomnia Monster Mix

2. X-Cabs – Neuro ’99 (X-Cabs Remix)

3. Oudja – Amazone (Remix Club 1999)



Narciss (Foto: Eddy Kruse)

Ein Kind wird Musiker

Aufgewachsen in Berlin, kam Schmidt durch seine Eltern schon früh in Berührung mit Musik von Kraftwerk, David Bowie oder The Velvet Underground. Sein Vater war Punk, pflegte diese Mentalität bis ins hohe Alter und war „auch schon zu Zeiten der Hippies einer, der nicht einfach rumsaß, sondern auf Krawall aus war.” Schmidts Mutter hingegen hörte eher Disco und ging viel in Clubs. Vielleicht sind es die Gegensätze, mit denen er als Kind konfrontiert war, die ihn als Künstler heute immer noch prägen.

Bereits sehr früh hat Narciss begonnen, Instrumente zu erlernen und in Bands zu spielen. Schmidt kommentiert dazu selbstironisch: „Meine Eltern haben mir Schlagzeugunterricht gegeben, weil ich im Kindergarten ständig auf den Tischen herumgetrommelt habe. Wahrscheinlich war das wohl ADHS, aber dann durfte ich zum Schlagzeugunterricht und hab’s geliebt.” Vom Schlagzeug ging es dann weiter zum Auflegen, das wurde in derselben Musikschule unterrichtet – vinyl only.


„Ich hab’ elektronische Musik zuerst von der technischen Seite kennengelernt, bevor ich SIE von der körperlichen Seite erfahren habe.”

Narciss

Zum Auflegen gehören nicht nur technisch saubere Übergänge, ebenso wichtig ist die Selektion, die Wissen und Geschmack prägen. „Ich hab’ Auflegen gelernt, als ich noch gar nichts von elektronischer Musik wusste”, erklärt er. Einen eigenen Musikgeschmack hat Schmidt sich auch mit dem Lesen der Groove und dem Hören der beiliegenden CDs erarbeitet: „Da  hab’ ich dann mitbekommen, welche Künstler*innen relevant sind und woher ich die Mukke bekomme.” Davon ausgehend nahm ihn sein DJ-Lehrer mit in Plattenläden wie das Hard Wax oder die Spacehall und zeigte ihm, wie man richtig diggt und eine Crowd liest. Wenig später ließ er ihn seine ersten Gigs spielen.

Obwohl er bereits mit 16 im Berghain war, ging bei ihm das Weggehen erst so richtig mit 19 los. Da begriff er, wofür die Musik gemacht ist, wie sie im Club funktionieren kann und warum sie so aufgebaut ist. Dass beispielsweise ein Breakdown dafür da sein kann, eine Interaktion mit der Crowd zu erzeugen, und nicht nur Varianz in den Track bringen soll, hat sich Schmidt erst im Club richtig erschlossen: „Ich hab’ elektronische Musik zuerst von der technischen Seite kennengelernt, bevor ich sie von der körperlichen Seite erfahren habe.”

Es sind diese verschiedenen Ansätze des Feierns und des Genusses elektronischer Musik, ob derer Schmidt oft das Gefühl hatte, sich für eine Interpretation entscheiden zu müssen. Auf der einen Seite das Berghain, das exemplarisch für einen bestimmten musikalischen Stil, eine bestimmte Art zu  Feiern und für extreme Freiheit steht. Auf der anderen Seite verrückte, bunte Clubs, wo die Musik auch mal nebensächlich sein kann, solange alle Spaß haben. 


„Es ist schon so, dass in vielen Clubs oder in Crews auf dich herab geschaut wird, wenn du nicht ein bestimmtes Bild abgibst, ein bestimmtes Aussehen hast oder dich auf eine bestimmte Weise benimmst.”

Narciss

So hat sich Schmidt damals auch in Berlins Deep-House-Szene wohlgefühlt, obwohl er sich musikalisch über Techno definiert: „Was mich damals zu Deep House hingezogen hat, war nicht zwangsläufig die Musik, sondern die bunte Farbigkeit der Szene. Techno holt mich hingegen musikalisch viel mehr ab, aber hier hab’ ich gemerkt, dass du oft ernst und monochrom black sein musst.” 

In der Öffentlichkeit tritt Schmidt heute viel farbenfroher auf als noch vor ein paar Jahren, wo er sich nach außen meist als ernster, schwarz gekleideter Technokünstler präsentiert hat. Die Metamorphose, die er durchlebt hat, zeigt sich auch in seinem Kleidungsstil und seinem veränderten Auftreten auf Social Media. Über die letzten Jahre hat er dort seine Hörer*innen an seinem Weg der Selbstfindung teilhaben lassen.

Narciss beim Lobsterfest 2021 (Foto: Blixa Auguerreberry)

Für ihn war dieser Stilwandel ein Lernprozess, ehrlicher mit sich selbst zu sein und sich nicht mehr zu verstellen, nur um in einer bestimmte Szene angenommen zu werden: „Es ist schon so, dass in vielen Clubs oder in Crews auf dich herab geschaut wird, wenn du nicht ein bestimmtes Bild abgibst, ein bestimmtes Aussehen hast oder dich auf eine bestimmte Weise benimmst.”

Heute geht es ihm darum, das, was als Gegensatz schien, zu vereinen – und damit zu spielen: „Ich will sein, wie ich bin. Und ich bin nun mal ein bunter Hund und Paradiesvogel, aber ich will eben trotzdem Techno machen und das lieben dürfen.” Durch Erkenntnisse wie diese hat Schmidt viele Musiker*innen getroffen, die wie er nicht dem Idealbild eines Technokünstlers entsprechen: „Vielleicht muss man gar nicht perfekt irgendwo reinpassen, sondern kann einfach sein eigenes Ding machen. Heute geht es mir darum, das zu machen, was sich am besten anfühlt.”

Zum Niederknien krasser Techno

Der Name Narciss kommt nicht von ungefähr. Als Schmidt mit einem neuen Alias starten wollte, war er schon länger in der Szene aktiv und hatte bereits seit einigen Jahren aufgelegt. Oft wurde er damals mit den großen Egos der Technoszene konfrontiert. Der Name Narciss soll ihn daran erinnern, auf dem Boden zu bleiben. „Ich will nicht mit hoch erhobener Nase rumlaufen, nur weil ich ein paar mal auf Partys abgerissen habe.” Eine Freundin hatte die Idee dieses Memento mori. Um sich daran zu erinnern, nicht abzuheben und nicht auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen: „Ich habe mich Narciss genannt, um mich permanent daran zu erinnern: Bleib auf dem Boden, so krass bist du nicht.“


„Ich habe mich Narciss genannt, um mich permanent daran zu erinnern: Bleib auf dem Boden, so krass bist du nicht.”

Narciss

Die DJ-Sets von Narciss zeichnen sich durch ihre hohe Energie, den konstanten Groove und ein hohes Tempo aus. Dabei bewegt sich Schmidt oft selbst sehr aktiv zur Musik. Das beschreibt er als Therapie: „Das Rumspringen und In-Den-Groove-Einsteigen ist für mich die Therapie meiner eigenen Nervosität. Ich kann dabei nicht stillstehen, sonst kriege ich einen Herzinfarkt. Ich muss das richtig fühlen, dann gelingt es auch.”

Seine Sets sind nicht ganz so trancy wie seine Produktionen. Hier fokussiert sich Schmidt seit einigen Jahren oft auf den Techno der frühen 2000er mit einem konstanten Groove von Künstlern wie Bryan Zentz, dem Duo Ignition Technician oder Player, die mitunter auch für seine eigenen Produktionen als Vorbild herhalten. Im Gespräch betont er die Wichtigkeit und das Genie dieser Künstler, die heute leider nicht mehr für den Funky-Techno-Sound stehen, den sie damals gamacht haben: „Es gibt viele aktuelle Tech-House-Künstler, die in den Nullerjahren zum Niederknien krassen Techno gemacht haben.”


„Manchmal nehme ich sogar Platten zu Gigs mit, wo ich weiß, dass es keine Plattenspieler gibt. Ich muss Platten dabei haben, sonst fühlt sich das nicht richtig an.”

Narciss

In seinen Sets spielt Narciss auch gerne mal Disco- und House-Tracks zehn bis 20 BPM schneller und verwebt sie mit 2000er-Techno und Oldschool-Trance. Dabei kombiniert er oft analog und digital, Platte mit CDJ: „Manchmal nehme ich sogar Platten zu Gigs mit, wo ich weiß, dass es keine Plattenspieler gibt. Ich muss Platten dabei haben, sonst fühlt sich das nicht richtig an.” Im Optimalfall ist für Schmidt Auflegen etwas Symbiotisches. „Du gibst der Crowd etwas, und die Crowd gibt dir idealerweise für deinen geilen Style, den du zockst, etwas zurück. Als DJ willst du einerseits deinen eigenen Vibe und Stil rüberbringen und stehst gleichzeitig im Dienst der Leute. Ich finde, ein DJ sollte dafür sorgen, dass die Leute Spaß haben.”

Narciss beim Auflegen (Foto: Alice Palm)

Alle Gigs, die Narciss im zweiten Pandemiejahr gespielt hat, waren für ihn „magisch” und voller Gefühle, wie er sagt. Dass die Crowd nun oft nur seinetwegen kommt, schätzt er sehr – zugleich fühlt es sich surreal für ihn an: „Ich mach’ schon sehr lange Musik, und zu merken, dass Leute das feiern, ist verrückt. Das fühlt sich fremd und surreal, aber auch gleichzeitig sehr richtig an, weil ich sehr hart und lang dafür gearbeitet habe.”

Narciss’ aktuelles DJ-Vorbild ist die holländische DJ KI/KI, die oft kitschige Trance-Tracks in ihre Sets einbaut und eigene Edits von Tracks spielt, bei denen sie auch Parts rausschneidet. „Kiki ist in dem Sinne ein Vorbild, weil sie sich traut und auch mal Sachen spielt, die die Leute überfordern könnten, aber meistens ist das dann gar nicht so.” Ebenso ist die Kopenhagener Technoszene ein wichtiger Bezugspunkt für Schmidt, weil sie ihn an Trance herangeführt hat und ihm, wie er selbst sagt, gezeigt hat, dass „Emotion im Techno wieder in Ordnung ist.”

Percussion Layern, Loopen, Fühlen und dann Überlegen, was man reinweben könnte

Auch, wenn es um Produktionsweisen geht, hat sich Schmidt von der Kopenhagener Szene inspirieren lassen. Noch immer ist neben den Detroiter Legenden vor allem der Kopenhagener Produzent Repro ein großes Vorbild für ihn: „Wenn Repro etwas releast, ist es eigentlich immer krass. Ich wünschte, meine Sachen klängen so clean. Ich produziere nicht die gleiche Musik wie Repro, aber rein technisch wäre ich gerne an dem Punkt, wo er ist.” Zugleich ist Robert Hood immer noch eines von Schmidts größten Idole, wozu er Vril rezitiert: „Dieser dubbige, technoide Sound aus Detroit klang in den Neunzigern wie die Zukunft und klingt heute noch immer wie die Zukunft – ein zeitloser Sound.” 

Momentan versucht sich Narciss jedoch, nicht allzu sehr an Vorbildern zu orientieren, weil das auch limitiert: „Wenn du ein Vorbild hast, endest du immer mit Musik, die ähnlich wie die deines Vorbilds klingt.”


 „Ein guter Groove ist nie perfekt, sondern immer ein bisschen Off. Der hoppelt, der knirscht, sitzt nie auf dieser Computer-Perfektion, wie sie durch Ableton so leicht entsteht.”

Narciss

Wenn er nicht gerade ins Studio geht und Inspiration aus dem Jammen an den Maschinen zieht, fragt er sich beim Hören ganz anderer Musikstile oft, wie er Samples aus Disco-, House- oder Hip-Hop-Tracks flippen und in seine eigenen Produktionen einbetten kann. Einen neuen Track fängt er zurzeit meistens mit der Percussion an. Ganz anders bei der Dear Diary EP, die sehr melancholisch und melodisch ist, die er vorzugsweise mit dem Schreiben der Melodien begonnen hatte. Im Moment lautet jedoch die Maxime: „Percussion Layern, Loopen, Fühlen und dann Überlegen, was man da reinweben könnte.”

Auf die Frage, wie man einen guten Groove macht, antwortet Schmidt fast schon didaktisch: „Ein guter Anfang wäre, sich mit verschiedensten Percussions auseinanderzusetzen, die es bereits gibt. Hör’ viele Sachen, die sehr percussionlastig sind.” Dann könne man versuchen, so etwas selbst nachzubauen, wobei man nie den Anspruch von Perfektion haben sollte: „Ein guter Groove ist nie perfekt, sondern immer ein bisschen Off. Der hoppelt, der knirscht, sitzt nie auf dieser Computer-Perfektion, wie sie durch Ableton so leicht entsteht.”

Man merkt, dass es mir besser ging

Alle Releases von Narciss auf Lobster Theremin sind während der Pandemie im Lockdown entstanden. Vor allem die Dear Diary EP ist dabei eine Form der Selbsttherapie gewesen. Schmidt ging es zu diesem Zeitpunkt psychisch sehr schlecht, er hatte fast jeden Tag Panikattacken und versuchte, einen Therapieplatz zu kriegen. „Ich habe mich dann dadurch selbst therapiert, dass ich jeden Tag ins Studio gegangen bin und Musik gemacht habe, die das auslebt, was ich fühle.”

Auf der Platte spürt man die Verbesserung von Schmidts Stimmung, vom absoluten Tiefpunkt auf „It Gets Easier” bis hin zu „Blicke”, wo Schmidt neuen Lebensmut gefunden und wieder Bock hatte, zu feiern, obwohl das zu diesem Zeitpunkt gar nicht ging. Die Tracks sind alle im Herbst entstanden, als sich er nichts sehnlicher wünschte, als dass diese Phase nun bald ein Ende findet. Das Cover, auf dem sich zwei Menschen vor einem Kirschblütenbaum umarmen, soll für einen Neubeginn stehen und gleichzeitig mit dieser schwierigen Zeit abschließen. Zugleich kündigt Schmidt für die kommende EP an: „Die Tracks kommen auch noch aus der gleichen Zeit und sind sehr melancholisch. Aber man merkt, dass es mir dabei besser ging.”

Narciss (Foto: Eddy Kruse)

Schmidts Verbindung zum englischen Label Lobster Theremin kam über den Musiker Julian Muller zustande. Er erzählt: „Fast alle im Lockdown entstandenen Tracks haben vom Stil nicht wirklich zu Seelen oder Space Trax gepasst. Julian meinte, er reicht die Tracks an den Labelhead von Lobster, Jimmy Asquith weiter, aber ich solle mir keine zu großen Hoffnungen machen. Eine Woche später hatte ich eine Mail von Asquith, dass er sie gerne alle signen würde – alle acht Tracks. Seitdem ist Asquith einer meiner heftigsten Supporter, der mir in meinem Schaffen komplett vertraut.”


„Beim Produzieren und Auflegen musst du diszipliniert sein, um besser zu werden. Da gibt es keine Abkürzung. Dafür musst du brennen und die Disziplin haben.”

Narciss

Im Moment arbeitet Schmidt an einer EP und einem Album, wofür er mehr als bisher die eigene Komfortzone verlassen will: „Ich weiß, dass ich funky Techno machen kann, dass das funktioniert und Spaß macht. Aber ich will mich noch mehr ausprobieren.” Für das Album plant er weniger Techno zu machen und mehr mit der eigenen Stimme zu arbeiten. Vorbilder sind für ihn Künstler*innen wie DJ Fuckoff oder MRD: „Alle, die sich trauen, ihr eigenes Ding zu machen, obwohl es  sich nicht so leicht in Genres festlegen lässt.”

Künstler zu sein, heißt für Schmidt, sich selbst auszuprobieren, sich nicht festlegen zu lassen, ehrlich zu sich zu sein und, auch wenn es anstrengend ist oder sich nicht richtig anfühlt, dran zu bleiben. „Beim Produzieren und Auflegen musst du diszipliniert sein, um besser zu werden. Da gibt es keine Abkürzung. Dafür musst du brennen und die Disziplin haben.”

Seinem jüngeren Produzenten-Ich würde Schmidt mit auf den Weg geben, mehr es selbst zu sein und darauf zu achten, was sich richtig anfühlt. Er reflektiert dazu: „Ich hatte vor allem in der frühen Zeit viele toxische Einflüsse.” Seinem jüngeren Ich rät er: „Such’ dir eine Crew, mit der du dich wohlfühlst, mit der du du selbst sein kannst. Keine Leute, die nicht zu dir passen. Aber das gehört halt auch zum Wachsen dazu.”

Vorheriger ArtikelDJ Spit – Groove Podcast 325
Nächster ArtikelDonaufestival 2022: Erste Line-Up-Ankündigung