Niall Mannion alias Mano Le Tough (Sämtliche Fotos: Kostas Maros) Niall Mannion wurde vor mehr als zehn Jahren unter seinem Alias Mano Le Tough für seinen wohltönenden und fluffigen Housesound bekannt. Einen Namen machte er sich zunächst in der Kleinen Reise, einem von irischen Expats betriebenen winzigen Club im Keller eines Hotels in Berlin-Kreuzberg und später in der Loftus Hall. 2009 bringt der ehrgeizige Musiker dann „Warhorn” auf Prins Thomas’ Label Internasjonal und 2010 „Baby Lets Love” auf Dirt Crew heraus. Aber auch mit Remixen für die Moloko-Sängerin Róisín Murphy, für Aloe Blacc oder für Tyson kann er begeistern. So gehören Âme und Dixon von Innervisions zu seinen Fans erster Stunde. 2012 gründet er dann ein Label namens Maeve, und spätestens seit seinem Debütalbum 2013 ist er eine wichtige Größe in der House-, und Technoszene. Nach sechs Jahren bringt er nun sein neues Album, seine erste Veröffentlichung auf Pampa, heraus. Gewohnt melodisch und persönlich, sind diesmal auch Gitarrensaiten im Vorder-, und Familienmitglieder im Hintergrund zu hören. GROOVE-Autorin Giovanna Latzke wollte wissen, wie die Zusammenarbeit mit Labelmacher DJ Koze verlief, wie das Musiker-Leben als zweifacher Vater ist und wie er mit großen Veränderungen umgeht. Es wird darum gehen, was Niall als introvertierte Person gelernt und wie sich seine Beziehung zum Saiteninstrument verändert hat. Gerade erscheint dein drittes Album – gab es bestimmte Einflüsse für die Platte wie markante Orte oder besondere soziale Situationen, zum Beispiel für den Song „Pompeji”?  Pompeji ist eine Metapher für die Situation im letzten Jahr. Alle möglichen Momente wurden eingefroren. Letztes Jahr hatten die Archäolog*innen wegen fehlender Touristen*innen die Ruhe, Pompeji auszugraben. Sie haben eine Imbissbude gefunden, die perfekt erhalten ist, so wie sie zum Zeitpunkt des Ausbruchs war. „Als ich aufgewachsen bin, sind wir ziemlich oft umgezogen. Zumindest haben wir oft das Haus gewechselt.” Und deswegen heißt die Platte At The Moment?  Letztes Jahr hat sich das genauso angefühlt. Jede*r wurde irgendwie in eine bestimmte Situation gezwungen. Es war, wie in einer bestimmten Zeit festzustecken und nicht die übliche Freiheit zu haben. Das ist sozusagen die Zusammenfassung – nämlich im Moment sich der Situation bewusst und dankbar zu sein. Es gab irgendwie den Druck, präsent zu sein, weil alle Pläne irrelevant waren. Alle hatten diese Vorstellungen im Kopf, was sie über einen bestimmten Zeitraum hinweg tun wollten, und dann war es plötzlich irrelevant. Aber das ist nicht unbedingt etwas Negatives. Dein erstes Album hieß Changing Days. Und auf der Single „At The Moment” singst du auch über Veränderung. Ist Veränderung wichtig für dich? Ich glaube, ich brauche sie wirklich. Die Stimulation tut mir gut. Mein ganzes Leben lang bin ich immer wieder umgezogen. Im Moment bin ich in Zürich, das ist toll. Davor war ich in Irland. Und auch als ich aufgewachsen bin, sind wir ziemlich oft umgezogen. Zumindest haben wir oft das Haus gewechselt. Würdest du dich als rastlos beschreiben?  Ja, ich bin irgendwie überall zugleich. Alles fühlt sich immer vorübergehend an. Und das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes. Ich bin wirklich am Wandel interessiert. Bist du gut darin, Veränderungen zu akzeptieren, wenn sie passieren? Ja, ziemlich gut. Ich genieße Veränderungen, das tue ich wirklich. Wenn ich an einem Ort feststecke oder das Gefühl habe, gefangen zu sein, macht mich das depressiv oder ängstlich. Ich fühle mich viel wohler, wenn um mich herum etwas passiert und […]

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