Gabi Delgado 1981 im Video zu „Der Räuber und der Prinz” von DAF (Foto: Screenshot)

Am 23. März 2020 gab Robert Görl auf Facebook bekannt, dass Gabi Delgado am Vorabend verstorben sei. Gabi Delgado wurde 61.

Als Sänger, Texter und Frontmann von DAF entwickelte Delgado zusammen mit Görl in der ersten Hälfte der achtziger Jahre die monotonen Vierviertel-Grooves, aus denen später EBM und Techno entstanden sind.

Das Duo erfand eine außergewöhnlich eigenständige Ästhetik, zu der neben dem monotonen Sound und einem Bewusstsein für die eigene Körperlichkeit und Männlichkeit eine bestimmte Aggressivität gehörte, die aber anders als bei den Gitarrenbands der Zeit niemals eskalierte. Zu den Hits von DAF gehören „Tanz den Mussolini, „Der Räuber und der Prinz”, „Verschwende deine Jugend”, „Alle gegen alle” oder „Kebab-Träume”.

Gabi Delgado-López wurde 1958 im spanischen Córdoba geboren. Als Achtjähriger zog er mit seiner Familie nach Deutschland. Er lebte in Remscheid, Dortmund und Düsseldorf und spielte in verschiedenen Punkbands. 1978 gründete er mit Kurt Dahlke, Wolfgang Spelmanns, Michael Kemner und Robert Görl in Wuppertal DAF. Die Band zog 1980 nach London und verschlankte sich zum Duo. Bis 1984 entstanden dort die Alben Die Kleinen und die Bösen (Mute Records) sowie Alles ist gut, Gold und Liebe und Für immer (Virgin Records).

Nach den Londoner Jahren trennten sich DAF zeitweilig, und Delgado zog nach Berlin, um als DJ und Labelbetreiber die Acid-House-Revolution voranzutreiben. Er veranstaltete Partys mit Westbam und Marc Gubler, veröffentlichte auf Low Spirit und MFS und betrieb die Labels Delkom Club Control, BMWW und Sunday Morning Berlin.

1995 tat sich Delgado mit dem späteren Schauspieler Wotan Wilke Möhring als DAF/DOS zusammen. Einer ihrer Hits heißt „Zurück nach Marzahn”.

2003 veröffentlichte Delgado mit Görl ein letztes DAF-Album, sein letztes Soloalbum erschien 2015.

Lest hier unser Zeitgeschichten-Interview mit Robert Görl.

DAF – „Verschwende Deine Jugend” (1981)
DAF/ DOS – „Oversexed Discotheque” (1999)