Bild: Atelier Markgraph/MOMEM

Frankfurts Prestige-Projekt für Subkultur, das MOMEM (Museum Of Modern Electronic Music), steht momentan auf der Kippe. Eigentlich stand das Vorhaben vom Produzenten und Clubbetreiber Alex Azary, Techno-DJ Andreas Thomalla (Talla) und dem Grafiker Stefan Weil bereits in den Startlöchern. Das Museum gilt als mögliches Alleinstellungsmerkmal für die Stadt, die in den 80er und 90er Jahren mit Pionierstätte des deutschen Techno war. Auch die Groove wurde hier 1989 gegründet. Der SPD-Bürgermeister Peter Feldmann übernahm die Schirmherrschaft, die Stadt stellte Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung. Die ursprüngliche Eröffnung war für Dezember angesetzt, Auftakt sollte die viel beachtete Ausstellung “Electro. From Kraftwerk to Daft Punk” bilden.

Doch hinter den Kulissen gibt es seit Monaten Steitigkeiten, Azary wirft der CDU Blockade vor. Laut Berichten diverser Regionalmedien stand zwar eine Anschubfinanzierung in den Startlöchern, sei inzwischen durch die Konservativen aber an Bedingungen geknüpft. So müssen die Betreiber die 500.000 € Darlehen bis Ende 2020 zurückzahlen und zusätzlich selbst Drittmittel in Höhe von 350.000 € auftreiben. Das sei laut Azary aber so gut wie unmöglich. Sponsoren würden erst aufspringen, wenn es zumindest klare Verhältnisse und einen Eröffnungstermin gäbe. Die Betreiber und der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion werfen der jeweils anderen Partei unseriöses Verhalten vor. Die Museumsmacher kritisieren, die CDU handle aus politischem Kalkül und wolle ein derartiges Projekt nicht dem SPD-Bürgermeister zugestehen. CDU-Sprecher Thomas Dürbeck hingegen wirft den Betreibern vor, sich nicht um Fristen zu scheren und das Konzept zu kurzfristig durchdrücken zu wollen.

Inzwischen wird beim aktuellen Finanzierungsangebot der Stadt gar von einem “vergifteten Darlehen” gesprochen. Während die Betreiber und Dürbeck sich in Kommentarspalten bereits ausführliche Wortgefechte liefern, droht die geplante Eröffnung zu scheitern: Die Wanderausstellung zieht im kommenden April bereits weiter nach London. Ohne festen Termin, so Azary, müsste er die ELECTRO noch diese Woche absagen. Am Projekt wollen sie dennoch festhalten, es gebe bereits einen Plan B mit reichlich Ideen fürs kommende Jahr. Ganz ohne Entgegenkommen der CDU ginge es dennoch nicht.