Nur wenige Labels bringen im Juli und August Platten heraus – obwohl der Bedarf der DJs nach frischem Vinyl in der Festivalsaison besonders groß ist. Bei unseren Platten der Woche füllen wir dieses Sommerloch mit drei Gastbeiträgen: Vorletzte Woche stellten Zola & Basco von Ashore ihre Lieblingsplatten der Saison vor, letzte Woche war Jennifer Cardini an der Reihe. Heute nimmt sich Ancient Methods den drastischen Sounds an. Viele nehmen Ancient Methods als Technokünstler wahr, dabei macht der Berliner aber mehr: Er fixiert eine ganz bestimmte Interzone zwischen Techno, Industrial, 80er Electro-Pop, World Music und experimenteller Musik. In seiner Auswahl scheinen diese musikalischen Vorlieben an verschiedenen Stellen immer wieder durch.

Profit Prison – Six Strange Passions (Avant!)

Six Strange Passions von Profit Prison ist ein lässiges Darkwave/Synthpop-Release mit emotionalem Tiefgang. Dabei sind die Songs schön flexibel, sie eignen sich für mich gleichermaßen gut zum Auflegen, zum Sport – oder in der Hängematte liegen. 

Nordvargr – Totem (Henrik Nordvargr Björkk Self-Released)

„Totem7“ auf diesem Album von Nordvargar ist hypnotischer Techno von einem der ganz großen Meister des Industrial. Ich spiele eine technoidere Version des Tracks – sie wird demnächst als Teil eines unfassbar grossartigen Albums auf aufnahme + wiedergabe erscheinen.

Sacramence – Lovers Seek Dominance (Knife Vision)

Bei diesem Album von Sacramence geht es um das Stück “Fields”. Das ist das LoFi-Synth-Cover des gleichnamigen Death in June-Klassikers. Ich spiele das Stück an Stelle des Originals ab und an als Zugabe oder zum Ende des Sets.

Λ / Π – telluric current (Trait)

telluric current von Λ / Π ist eine der ganz wenigen Techno-Platten des Jahres, die mich wirklich umgehauen hat. Großartige Produktion, gerade noch un-glitchig genug, damit ich es spielen kann. „Emergency Harmony“ habe ich unzählige Male als Opener aufgelegt. Die psychedelischen Qualitäten des Tracks lassen keine seiner fast 12 Minuten langweilig werden. „R+M“ ist eines dieser universellen, zeitlosen Tools, welches für Jahre die Recordbox nicht verlassen wird.

Ellen Allien ‎– Alientronic Rmxs 1 (BPitch Control)

Der Terence-Fixmer-Remix von Ellen Aliens “Love Distortion” funktioniert immer und überall. Der hat sowohl die simple Radikalität eines Technomeilensteins wie Edge of Motions „Del Motimiento“, aber auch die Raffinesse und den Druck einer modernen Produktion.