Zuerst erschienen in Groove 173 (Juli/August 2018).

Kaum eine DJ hat in den vergangenen Jahren einen so steilen Aufstieg hingelegt wie Amelie Lens: 2016 veröffentlichte sie ihre Debüt-EP Exhale, dunkler und repetitiver Big-Room-Techno, der vor allem durch ihre eigenen gesprochenen Vocals und mächtige Breaks besticht. Seitdem ging es nur bergauf, und inzwischen tourt sie Woche für Woche, unnachgiebig. Dazu produziert die Belgierin weiterhin noch EPs mit ihrem charakteristisch dunklen Peaktime-Sound. Kürzlich erschien nun die erste Platte auf ihrem eigenen Label Lenske.

6. Nine Inch Nails – Closer (Nothing, 1994)

Als ich das entdeckt habe, war ich zwölf, glaube ich. Davor gab es keine Bands, von denen ich Fan war. Meine Freunde hatten alle Sänger oder Bands, die sie richtig mochten, und ich hatte das nie. Ich fühlte mich irgendwie nie verbunden zuMusik. Ich habe immer lieber Bücher gelesen oder gemalt, bis ich Nine Inch Nails entdeckte. Es war das erste Mal, dass ich wirklich verstanden
habe, was meine Freunde jahrelang gehabt hatten.

5. Praga Khan – Luv U Still (Fingerlicking Good, 1998)

Für mich ist „Luv U Still“ Techno und Acid, ich hatte vorher noch nie so etwas wie das gehört. Ich habe meinem Vater davon erzählt, und er war tatsächlich auch ein Fan, was ich nicht wusste, weil wir nicht viel über Musik redeten. Er hat zwei Tickets für das Konzert gekauft, und es war mein erstes Konzert überhaupt. Ich glaube ich war 15 und ich saß da nur so: „Oh mein Gott.“ Es ist wunderbar, dass ich das mit meinem Vater teilen konnte.

4. Trentemøller – Moan (Trentemøller Remix) (Poker Flat, 2007)

Als ich 15 war, ging ich zum Dour-Festival, und es war das erste Mal, dass ich richtige elektronische Musik hörte. Es veränderte mein Leben. Als ich entdeckte, dass so etwas existierte, begann ich Musik zu diggen und zu Events in Belgien zu gehen. Dieser Track wurde bei so vielen Partys gespielt. Aber damals gab es noch kein Shazam. Ich habe ihn so lange gesucht, aber letztendlich habe ich ihn auf einem Musikblog gefunden.

3. Aphex Twin – Digeridoo (R&S, 1991)

Als ich diesen Track das erste Mal gehört habe, war ich so: what the fuck?, aber dann wollte ich ihn wieder und wieder hören und begann ihn zu mögen. Er lehrte mich, richtig Musik zu hören und zu wissen, dass die Umgebung oder wie du dich fühlst sehr wichtig sind dafür, wie du über einen Track denkst. Man sollte vielen Tracks mehr Chancen geben. Auch wenn ich Promos bekomme, höre ich sie immer zwei Mal an, denn dann ist es vielleicht anders.

2. The Hacker / Millimetric, David Caretta – Moskow Reise (GoodLife, 2003)

The Hacker war eines der ersten DJ-Sets die ich beim Dour-Festival sah. Für mich ist dieser Track wie Glückseligkeit. Ich höre eher etwas dunklere Musik, aber dieser Track hat mich immer sehr glücklich gemacht, über viele Jahre. Es ist
tatsächlich immer noch mein Lieblingstrack, aber ich habe ihn bis jetzt noch nie gespielt. Ich warte auf eine Gelegenheit, ihn zu spielen. Es muss einfach das richtige Setting und der richtige Moment sein.

1. Slam – Stepback (Soma Quality, 1995)

Slam gehören immer noch zu meinen Lieblingsproduzenten. Ich glaube, wenn ich jetzt meine Musiksammlung checken würde, wären die meisten Platten von Slam. Wenn Leute, die Techno nicht kennen, mich fragen würden, was ich spiele, und ich müsste einen Track wählen, der so klingt wie das, was ich spiele, wäre es dieser Track. Was verrückt ist, weil er so alt ist und das hier, jetzt, in den Clubs, passiert. Er definiert, was Techno für mich heute bedeutet.

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