5. Adryiano – Dreams With EP (Shall Not Fade)

Nachdem sich Adryiano zuletzt noch mit deutlich technoideren Produktionen auf das jüngst gegründete eigene Cestraw-Label konzentrierte, geht es jetzt zurück zum pumpenden, discoiden Filter-House, welcher dem Kölner Produzenten erste Aufmerksamkeiten zu Teil werden ließ. Auf „Dreams With“ lässt Adryiano wenig anbrennen: catchy Samples, stampfende Beats und dramaturgische Kniffe, die zwar keinen Innovationspreis gewinnen, in ihrer Dancefloor-Effektivität aber dennoch bestehen werden. Die beiden deeperen Nummern schneiden besser ab, heben die Platte dann aber auch nicht mehr aus der breiten Masse heraus. (Leopold Hutter)

4. Miss Kittin & The Hacker – The Lost Tracks Vol. 2 (Dark Entries)

Miss Kittin und The Hacker können mittlerweile vermutlich die Uhr danach stellen, wann das nächste Genre-Revival ihre Musik für eine breitere Masse wieder interessant macht. Weil die Zeiten für Electro (immer noch) und Italo Disco (mal wieder) reif sind, darf dann gerne ein bisschen Archivmaterial in den Äther geschossen werden. The Lost Tracks Vol. 2 bilden den körnigen Demo-Sound des Duos zwischen den Jahren 1997 und 1999 ab, bieten mit „Love On 26“ eine charmante kleine Hymne und bedienen ansonsten höchstens den Komplettismusfimmel eines reanimierten Publikums. Es könnte schlimmer sein. (Kristoffer Cornils)

3. Pastaboys – Kolo Kolo EP (Crosstown Rebels)

„Abbassa“ ist ein schunkelnder Afterhour-Housetrack, der augenzwinkernd einen wippenden Rentner-Rave inszeniert. Mit seinem eigentümlich dumpfen Klang kommt er aber auch ziemlich verdrogt daher. So entsteht eine interessante Polarität zwischen Gelassenheit und Weggetreten sein. Darüber hinaus bekommt der obligatorische, afrikanische Gesang bei den Pastaboys endlich mal eine ironische Note. Der Remix von Rebolledo ist ebenso schön, aber nicht leicht zu spielen: Er lässt minutenlang ein zartes Soundscape und einen einsamen Bleep stehen. Vor diesem Horizont schwillt dann ganz langsam ein ultrareduzierter Groove an, mit Schlaghölzern und Marimbas. (Alexis Waltz)

2. Formulation – (Sound Warrior)

Wie immer, wenn Jenifa Mayanja ihre Finger mit im Spiel hat, geht es um House mit Frühneunziger-Touch, aber auch um eine utopistische Komponente. Diese findet ihren Ausdruck sowohl im Sounddesign als auch in einer gewissen Verspieltheit der Tracks von Lady Blacktronika, Lady Fingers, Ena Lind und Mayanja selbst, die sich Schema-F-Produzenten nicht erlauben. Es ist zwar immer eine haarige Behauptung, dass sich Haltung durch Musik (und Kunst allgemein) auch ohne explizit zu werden vermitteln ließe, aber dennoch spricht Vieles dafür – und auch Formulation transportiert neben Beats und coolen Sounds eine hochsympatische politisch-emanzipatorische Metaebene. (Mathias Schaffhäuser)

1. Red Axes – Sipoor EP (Phantasy Sound)

Innerhalb weniger Jahre hat sich das israelische Duo Red Axes mit zwei Alben, rund zwei Dutzend Maxis und ungezählten Auftritten als maßgeblicher Act im globalen DJ-Zirkus etabliert. Ihre jüngste EP für Erol Alkans Phantasy Sound bleibt der Formel treu: Auch in den drei neuen Tracks stanzen EBM-inspirierte Beats durch verwirbelte elektronische Feldlinien, um hin und wieder bizarr bearbeitete und verzerrte Vocals auftauchen zu lassen. Diese erinnern in „Bad Time Story“ an Manu Dibangos „Soul Makossa”, bei „Teroof” dagegen, bis hin zu Formel-1-Geräuschen, an Yello. (Harry Schmidt)

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