Foto: Presse (Recondite)

Mit seinem neuen Album Daemmerlicht knüpft Lorenz Brunner an seine Hip Hop-Wurzeln an und bleibt dennoch dem reichen, melancholischen Sound treu, der sein Recondite-Projekt vom ersten Tag an prägte. Mit seinem Beitrag zu unserem Groove-Podcast jedoch, sein erster DJ-Mix seit Jahren, zielt der Plangent-Betreiber auf den Dancefloor ab und bringt ein paar ausgewählte Klassiker mit neuem Material zusammen, von dem einiges noch erst erscheinen wird.

 


 

Du hast als DJ angefangen, doch sind DJ-Sets von dir mittlerweile eine Seltenheit – du bist primär beziehungsweise ausschließlich als Live-Act unterwegs. Warum?
Das hat sich in den letzten Jahren so ergeben, da ich mich irgendwann vom Musiksammeln und -konsumieren eher auf das produzieren konzentriert habe. Dem liegt das Livespielen dann einfach auch näher.

Nachdem du auf Daemmerlicht nur sehr dezente rhythmische Elemente verwendet hast, ist dein Beitrag zu unserem Groove-Podcast schon eher klassisch beat-orientiert. Welche Idee steckt dahinter?
Eigentlich habe ich lediglich versucht, eine Stunde Musik zu mischen, die mir gefällt und mir so in dem Rahmen auch auf dem Dancefloor Spaß macht. Ich hatte einen solchen Mix lange nicht mehr veröffentlicht. Deswegen war es um so lustiger, das mal wieder zu machen.

Neben einigen jüngeren Releases auf Plangent und einigen Tracks von dir selbst finden sich auch etwas ältere Stücke von Efdemin, den Wighnomy Brothers sowie Marcel Dettmanns Morphosis-Remix auf der Tracklist. Was war dir bei der Auswahl der Stück wichtig?
In letzter Zeit hat es sich öfters mal ergeben, dass ich spontan mit Freunden B2B-Sets gespielt habe. Zum Beispiel mit Marcus Worgull im Gewölbe in Köln oder mit Mind Against und Tale of Us in Buenos Aires. In diesen Sessions habe ich auch den einen oder anderen Track gespielt, der sich auch hier in meinem Groove-Mix wiederfindet. Außerdem mag ich es schon, wenn sich ein paar Klassiker mit neuen Sachen gut vereinbaren lassen. Da ergeben sich manchmal unvorhergesehene Kombinationen und interessante Harmonien.

Du hast den Mix während eines Tour-Wochenendes fertig gestellt. Wie machst du dich angesichts deines vollen Zeitplans überhaupt auf die Suche nach neuer Musik aus dem Techno- und House-Bereich?
Das ist gar nicht mal so richtig. Ich habe mir eine Woche in Bayern Zeit genommen. Ich habe dort mittlerweile ein zweites kleines Studio, wo ich mir auch ein DJ-Setup installiert habe. Dort habe ich den Mix fertig gestellt.

Das Uchi-Stück in deinem Mix war auf dem ersten Solo-Release einer anderen Künstlerin für dein Label Plangent zu finden. Warum hast du dich dazu entschlossen, Plangent für andere KünstlerInnen zu öffnen und worauf kommt es dir bei der Programmierung des Labels an?
Ehrlich gesagt einfach weil ich gemerkt habe, dass es anscheinend Menschen gibt, die auch einen Hang für einen eher zurückgenommeneren, ruhigeren und aber deepen Sound haben und mir dieser vor allem auch zugeschickt wird. Mit Plangent würde ich dieser Musik gerne eine Plattform bieten, die sich nicht zwangsläufig auf den klassischen Dancefloor orientiert aber immer wieder im 4/4-Bereich stattfindet, ohne dabei zu aufgeregt zu sein.

Last but not least: Wann können wir dich in nächster Zeit live – oder sogar als DJ – erleben und wie sehen deine Pläne als Produzent und Labelbetreiber aus?
Ich habe gerade zwei Remixe fertig gestellt. Der eine für Jimi Jules ist bereits im Mix zu hören. Der andere ist noch eine Überraschung. Meine EP auf Afterlife kommt auch bald. Ich freue mich in nächster Zeit vor allem auch auf ein paar Gigs in Deutschland. Panorama Bar im Mai, Studio Essen, Blitz Club München, aber auch ein paar schöne Festivals wie das DGTL Amsterdam oder das Montreux Jazz Festival.



Stream: Recondite – Groove Podcast 151

01. Jordan Polling – Lands End
02. Efdemin – Transducer
03. Cliff Martinez – Bride of Deluxe (Etapp Kyle Edit)
04. Wighnomy Brothers – Bobb
05. Palms Trax – In Gold
06. DJ Richard – Path of Ruin (Pain Mix)
07. Leafar Legov – Cenote
08. Mind Against – Cloud Nine (Alex.Do Remix)
09. Morphosis – Too Far (Marcel Dettmann Definition 2)
10. SOEL – Classified Remote Detachment
11. Jimi Jules – Abandoned Soul (Recondite RMX)
12. Uchi – Luna
14. Recondite – Durch Den Hohlweg

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