Der Budget-Musikinstrumentenhersteller Behringer arbeitet an einem DJ-Controller. Das Standalone-Gerät soll auf Open-Source-Hardware basieren und soll zwischen 300 und 400 US-Dollar kosten. Mit diesem Preis liegt das Modell deutlich unter dem Preisniveau anderer Standalone-Systeme.
Behringer gewährt über einen Facebook-Beitrag Einblicke in die Entwicklung des Prototyps.
Im Beitrag erklärt Behringer, dass man eine Hardware entwickeln wolle, die uneingeschränkt zugänglich sein soll. „Denn die Zukunft der DJ-Technologie sollte nicht von wenigen Unternehmen kontrolliert werden. Sie sollte euch allen gehören“, heißt es außerdem.
Ob der auf dem Prototyp abgebildete Name „ANIMA“ der Produkttitel sein wird, ist bislang unklar – auch weitere Details werden nicht preisgegeben.
Die Besonderheit an dem Controller, die ihn von gängigen Controllern anderer Marken abhebt, sei ein Open-Source-Ansatz: Anders als etwa AlphaTetas Pioneer DJ verzichtet Behringer auf herstellergebundene Einschränkungen und möchte Nutzer:innen ermöglichen, eigene Softwarelösungen für das Gerät zu entwickeln.
Behringer ist 1989 vom Schweizer Ingenieur Uli Behringer in Willich gegründet worden und gehört heute zur Holding Music Tribe. Zunächst bekannt für günstiges Audio-Equipment, drang die Firma ab Mitte der 2010er mit Nachbauten klassischer Synthesizer in den Markt für elektronische Instrumente vor.
Zu den beliebtesten Geräten zählen der Model D (ein Minimoog-Nachbau, der anfangs rund 299 Dollar kostete), der TD-3 (ein TB-303-Klon für rund 149 Dollar, der Acid-Bassline für wenig Geld erschwinglich machte), die Drum Machines RD-8 und RD-6 nach 808 und 606 sowie das Korg-MS-20-Pendant K-2 und das Prophet-600-Pendant Pro-800. Auch Neutron und Crave, zwei semimodulare Synthesizer, gehören zu den meistverkauften Geräten.
Der Neutron gilt als weitgehend eigenständiges Design, und mit dem DeepMind 12 brachte Behringer 2016 sein erstes eigenes Instrument heraus. Kritik gibt es vor allem an der Geschäftsidee: Gegner werfen dem Unternehmen vor, Innovation zu behindern, weil sich Klone günstig verkaufen lassen, und Optik und Bedienung der Vorbilder bis ins Detail zu kopieren, was Fragen zum Schutz von Gestaltung („trade dress“) aufwirft. Behringer beruft sich auf ausgelaufene Patente. Hinzu kamen lange Zweifel an Verarbeitung und Zuverlässigkeit billig gefertigter Geräte, die Fans zufolge nicht mehr durchgängig berechtigt sind.
Ob und wann der DJ-Controller tatsächlich auf dem Markt erscheint, bleibt abzuwarten.







