Dr. Motte über die Rave-The-Planet-Afterparty: „In der Columbiahalle können wir mit Licht, Sound und Bühnenbild ganz anders arbeiten als auf der Straße”

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Die Rave-The-Planet-Crew veranstaltet in diesem Jahr zum ersten Mal eine offizielle Afterparty. Dr. Motte hat das Projekt zur Chefsache erklärt. In der GROOVE verklickert er euch höchstpersönlich, inwiefern dieses Event in der Nacht des 15. August in der Berliner Columbiahalle an einen essenziellen Teil der Loveparade anknüpft.

GROOVE: 2026 veranstaltet Rave The Planet zum ersten Mal eine offizielle Afterparty. Was habt ihr vor?

Dr. Motte: Das ist nicht einfach nur eine Party, sondern ein waschechter Rave. Im Zentrum steht ein massives Licht- und Soundkonzept, entwickelt und umgesetzt von PAM/events. Mit denen arbeite ich schon seit Jahrzehnten zusammen, die waren schon zu Loveparade-Zeiten für die Bühne an der Siegessäule verantwortlich. In der Columbiahalle bauen wir die DJ-Bühne mittig vor der großen Konzertbühne auf, sodass dort auch getanzt werden kann. So soll ein echter Hexenkessel entstehen – mit Blick auf das gesamte Geschehen von der Galerie aus.

Warum macht ihr das jetzt – nach vier Jahren Rave The Planet?

Viele Menschen aus der Community haben uns in den letzten Jahren immer wieder gefragt, ob es eine offizielle Afterparty geben wird. Diesem Wunsch können wir jetzt endlich nachkommen – mit einem amtlichen Rave.

Dr Motte (Foto: Petrov Ahner)

Bei Rave The Planet wird eine sechsstellige Besucher:innenzahl erwartet. Mit was für einem Andrang rechnet ihr bei der Party?

Das ist tatsächlich nicht so leicht einzuschätzen, weil die Afterparty in dieser Form für uns ein neues Format ist. Wir freuen uns sehr über das große Interesse, das wir jetzt schon spüren, und wünschen uns natürlich ein ausverkauftes Haus. Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen tragen auch zur Finanzierung der Parade bei – in diesem Sinne ist die Afterparty eine direkte Form von Support für die Kultur.

Warum habt ihr die Columbiahalle als Location ausgewählt?

Zum einen ist die Lage super – gut erreichbar, weil die U-Bahn um die Ecke ist. Das Tempelhofer Feld direkt vor der Tür, perfekt zum Chillen am Sonntag. Besser geht’s nicht.

Was verbindest du mit der Columbiahalle persönlich?

Die Columbiahalle ist ja nicht nur Konzerthalle, sondern ein Ort mit echter Techno-Tradition, die bis in die Neunziger zurückreicht. Dort haben über die Jahre viele Veranstaltungen stattgefunden, auch rund um die Loveparade, unter anderem „The Love from Above” von Paul van Dyk. Viele Menschen verbinden tolle Erinnerungen mit dieser Venue. Für uns ist es etwas Besonderes, mit Rave The Planet dorthin zurückzukehren.

Ihr richtet die Party mit Loft Concerts aus. Wie hat sich diese Zusammenarbeit ergeben?

Die Rave-The Planet-Parade ist für uns als Team jedes Jahr eine enorme Kraftanstrengung und verlangt die volle Konzentration von allen Beteiligten. Mit Loft Concerts haben wir einen erfahrenen Partner an unserer Seite, der offizielle Afterparty in der Columbiahalle für uns realisiert. Der Veranstalter ist ein unabhängiges Berliner Unternehmen, mit dem ich schon lange in Kontakt bin. Er glaubt an das Projekt und übernimmt die komplette Produktion sowie den Ticketverkauf über seine eigene Plattform. Das finden wir sehr gut, weil es ein direkter Weg ist – ohne Zwischenhändler.

Rave the Planet 2025 (Foto: Jessy Macabeo)

Wer legt auf – und warum? 

Für uns ist das Line-up ein bewusstes Zusammenbringen von Generationen. Künstler von damals und heute stehen gemeinsam für das, was Technokultur ausmacht. Genau das sehen wir auch auf der Parade: verschiedene Generationen, vereint durch die Liebe zur Musik. Dieses Gefühl wollen wir bei der Afterparty auf die Bühne bringen – und natürlich auch auf den Dancefloor.

Wen habt ihr konkret gebucht? 

Wir haben uns für Künstler entschieden, die die Anliegen von Rave The Planet schon lange supporten. DJ Rush und Nakadia sind echte Loveparade-Veteranen und seit vielen Jahren Teil dieser Kultur. Beide haben uns schon ganz konkret unterstützt, zum Beispiel mit Releases für unsere Supporter Series auf dem Rave-The-Planet-Label. Auch Teenage Mutants und Tommahawk sind Künstler, die sich eingebracht haben und die wir sehr schätzen. Tommahawk ist für mich eine herausragende DJ – sowohl handwerklich als auch stilistisch.

Wie ergänzt die Afterparty die Parade? 

Gerade weil wir an der Siegessäule seit Jahren keine eigene Bühne mehr umsetzen dürfen, fehlt uns dort ein zentraler Teil von dem, was die Loveparade einst ausgemacht hat, nämlich die legendäre Abschlusskundgebung auf dem Großen Stern. Umso wichtiger ist es für uns, mit der offiziellen Afterparty einen Raum zu schaffen, in dem wir genau das wieder möglich machen – mit einer großen Bühne, einem durchdachten Setup, einem Hammer-Line-up und einem Fokus auf das gemeinsame Erlebnis.

Wie nutzt ihr die Möglichkeiten dieses professionell ausgestatteten Konzertsaals?

Die Afterparty ist die direkte Verlängerung der Parade – aber unter ganz anderen Bedingungen. In einer Venue wie der Columbiahalle können wir mit Licht, Sound und Bühnenbild ganz anders arbeiten als auf der Straße.

Dr Motte (Foto: Petrov Ahner)

Wie unterstützt die Party die Finanzierung von Rave The Planet?

Die Parade ist und bleibt als Demonstration für alle kostenlos zugänglich. Gleichzeitig braucht es auch Unterstützung aus der Community, um sie langfristig möglich zu machen. Die Afterparty ist genau so ein Moment: eine besondere Location, ein generationenübergreifendes Line-up und die Möglichkeit, die Kultur direkt zu unterstützen. Jeder, der ein Ticket kauft, trägt dazu bei, dass die Parade in dieser Form stattfinden kann. Uns war wichtig, den Preis fair zu gestalten. Und mit den Sozialtickets schaffen wir auch Zugang für Menschen mit kleinerem Budget.

Wie passt das in eure Überlebensstrategie als Non-Profit?

Alles, was wir mit Rave The Planet tun, dient unseren gemeinnützigen Zielen. Die Finanzierung der Parade basiert auf vielen Bausteinen – Spenden, Merchandise, Musikveröffentlichungen und weiteren Unterstützungsformaten über das ganze Jahr hinweg. Die Afterparty ist einer dieser Bausteine. Jeder Ticketkauf ist ein direkter Beitrag dazu, dass diese Parade stattfinden kann – damit wir auch weiterhin gemeinsam für unsere Kultur auf die Straße gehen und zu unserer Musik tanzen können.

Zuletzt: Wie setzt ihr eure Nachhaltigkeitsziele der Parade auf der Party um? 

Wir haben Loft immer als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit erlebt. Gerade Projekte wie die Konzerte von Die Ärzte im Labor Tempelhof haben gezeigt, dass große Veranstaltungen deutlich umweltfreundlicher umgesetzt werden können. Das hat uns sehr beeindruckt und war ein wichtiger Grund, warum Loft für uns ein Wunschpartner ist.

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