Der amerikanische Produzent und DJ Bassnectar hat in einem Statement auf Instagram die Wiederaufnahme seiner Karriere angekündigt. Bassnectar hatte 2020 nach Vorwürfen des Missbrauchs Minderjähriger seine Touring- und Release-Aktivitäten vorerst beendet. Was die Ankündigung im Detail bedeutet, ist bislang unklar. Es wurden weder detaillierte Pläne zu seinem Comebacks thematisiert noch konkrete Tourdaten oder andere geplante Projekte genannt. In den Kommentarspalten wird das Comeback des „gefallenen Engels des Brostep” derweil überwiegend positiv aufgefasst. Jedoch gibt es auch kritische Stimmen, die den schwammigen Inhalt des Statements thematisieren.
Auf dem Instagram-Channel evidenceagainstbassnectar wurden 2020 Screenshots veröffentlicht, die das unangemessene Verhalten des Künstlers, bürgerlich Lorin Ashton, gegenüber minderjährigen Fans dokumentieren. VICE sprach mit einer Reihe minderjähriger Fans, die Bassnectar verführt, mit Geld beschenkt und zu seinen Konzerten eingeladen haben soll. Die Vorfälle reichen bis in das Jahr 2012 zurück. Ashton entschuldigte sich zwar, wies die Anschuldigungen aber zurück.
2021 kam es zu einem Prozess drei Betroffener gegen Ashton. Teil der Anklage waren unter anderem sexueller Missbrauch, Grooming und der Besitz von Kinderpornografie, weil er die Jugendlichen aufgefordert hatte, ihm intime Fotos zu schicken. 2023 hatte der Rolling Stone im Rahmen eines damaligen Comeback-Versuchs von toxischen Arbeitsbedingungen berichtet. Das Zivilverfahren wurde 2025 nach einem Vergleich eingestellt.
Das nun veröffentlichte Statement nimmt auf die Anschuldigungen jedoch keinen Bezug: „2026 ist ein Jahr des Neubeginns und des Wiedererwachens. […] Das Beste kommt erst noch.” Eine Aussage, die besonders im Kontext der jüngsten Ereignisse rund um die Missbrauchsvorwürfe in der Hardtechno-Szene und die Epstein-Akten für Verwunderung sorgt – auch in den Kommentarspalten: „Ein bisschen Transparenz wäre gut gewesen”, schreibt User eds.ttt. In einem weiteren Kommentar wird sich darüber gewundert, warum Bassnectar nicht einfach als Ghost-Producer weitergemacht hat.
Seit den den Zehnerjahren war Bassnectar neben Acts wie Skrillex und Datsik, dem ebenfalls sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden, fester Bestandteil der stark männlich dominierten amerikanischen Bass- und Brostep-Szene.







