Die Bundesstiftung LiveKultur bringt den Club-Euro von der Kölner Keimzelle auf die Bundesebene. Mit einer Projektförderung der Initiative Musik soll das in Köln von der KLUBKOMM entwickelte Modell ab sofort in weiteren Metropolregionen erprobt werden – darunter Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und Leipzig. Seit dem 1. September leitet Zora Brändle das Projekt.
Das Prinzip: Teilnehmende Clubs erheben einen Euro zusätzlich pro Ticket bei Konzerten, Festivals und kuratierten DJ-Shows. Größere Häuser zahlen anteilig mehr in einen gemeinsamen Solidarfonds ein, aus dem kleinere Spielstätten gestützt werden – laut FAQ des Live Music Fund bleiben 85 Prozent der Einnahmen lokal, 15 Prozent fließen national an die Bundesstiftung.

Auslöser ist unter anderem eine Analyse des Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags, der die Krise der Club- und Nachwuchsszene als strukturell statt konjunkturell einstuft und dem Bund die Gesetzgebungskompetenz für eine Livemusik-Abgabe nach Vorbild der Filmförderabgabe bescheinigt. Eine Berliner Studie der Clubcommission untermauert das: Selbst bei stabiler Nachfrage arbeiten nur 61 Prozent der befragten Clubs kostendeckend – das Problem liegt demnach nicht beim Publikum, sondern am Finanzierungsmodell selbst.
Ob die freiwillige Selbstorganisation der Szene reicht, oder ob es am Ende doch eine gesetzlich verankerte Abgabe braucht – das ist die Frage, die eigentlich hinter dem Pilotprojekt steht.







