Der Luzerner ROK Klub schließt Ende Mai 2026. „Wir möchten dieses Kapitel bewusst abschliessen, solange wir diesen Schritt aus eigener Überzeugung und in einem positiven Moment gehen können”, sagt Phil Kathriner, Teilhaber der Rok Gastro AG und früherer langjähriger Geschäftsführer des Clubs gegenüber dem Boten. Die Betreiber bespielen den Club bis Ende Mai mit beliebten ROK-Partyreihen. Wavesystems, Sunlab, Amebe, Affekt, die Klub Nacht, Back to the 90s, Boomer („Flip-Phones, MySpace und Baggy Pants”) und Darkroom feiern ihre Closings. Am 29. Mai steht noch „Rok+ die Letze” an. Am 30. Mai folgt dann noch die Basswiese Afterparty mit Paracek.
Von der ROK-Schließung sind 25 bis 30 Mitarbeitende betroffen, viele von ihnen sind Bar- und Security-Personal. Für sie ist die Nachricht keine Überraschung, manche können von befreundeten Gastro-Betrieben übernommen werden.
Die Schließung steht im Kontext eines allgemeinen Umbruchs im Luzerner Nachtleben. Noch vor etwa zehn Jahren galt die Stadt als Hotspot für Tanzpublikum aus der ganzen Zentralschweiz und darüber hinaus. Viele Clubs dieser Zeit existieren heute nicht mehr, darunter Casineum, El Cartel, Klangfabrik, Pravda, Uferlos oder Mad Wallstreet. Pandemie, verändertes Ausgehverhalten, Social Media und die Verschiebung hin zu größeren Eventformaten haben die Szene stark verändert – ein Trend, der auch in anderen Städten wie Zürich oder Berlin sichtbar ist.
ROK war Teil dieser Entwicklung und bewegte sich zwischen Underground und etabliertem Line-up-Betrieb. Internationale Acts wie Nina Kraviz oder Stella Bossi standen exemplarisch für diese Einbindung in die Techno- und House-Zirkulation. Die Betreibenden haben nun den Eindruck, dass die dunkle Einrichtung nicht mehr dem Geschmack des jungen Publikums entspricht.
Offen bleibt die Zukunft der Location: Die Betreiber bleiben Pächter der Räume im Untergeschoss des Hotels Flora, ein Neustart ist möglich, aber noch nicht konkretisiert. Der Ort ist historisch eng mit dem Luzerner Nachtleben verbunden – seit 1979 wurde dort durchgehend betrieben, von der Flora-Disco über den Adagio-Club bis zum heutigen ROK.







