burger
burger
burger

Neues Kulturfördergesetz: Berliner Kulturschaffende fordern mehr Absicherung

Berliner Kulturschaffende machen Druck auf die Politik. Das Bündnis „Berliner Kulturkonferenz” hat am 9. Februar eine Publikation vorgelegt, die konkrete Ziele für ein künftiges Kulturfördergesetz formuliert. Die Kulturszene fordert darin verbindliche Regeln für eine transparente, faire und langfristig abgesicherte Kulturförderung – und positioniert Kultur klar als öffentliche Pflichtaufgabe des Landes.

Eine der zentralen Punkte des 150-seitigen Dossiers ist die finanzielle Ausstattung. Das Bündnis um 120 Akteur:innen der Kulturbranche fordert eine Anhebung des Kulturetats. So sollen künftig drei statt bisher 2,1 Prozent des Berliner Gesamthaushalts in die Kultur fließen. Nur so ließen sich die steigenden Kosten und der enorme Bedarf an Infrastruktur decken.

Konkret schlagen die Fachgruppen unter anderem den Bau beziehungsweise die Widmung neuer Orte vor, etwa ein „Haus für die freie Musikszene” sowie ein „Haus für den Tanz”. Das Gesetz soll außerdem verbindliche Mindesthonorare und eine bessere soziale Absicherung festschreiben. Ziel ist es, die Kulturförderung als rechtliche Pflichtaufgabe der Stadt zu verankern. 

„Kultur ist lebensnotwendig, Kultur ist essenziell für unser Zusammenleben. Ich gehe davon aus, dass ein Kulturfördergesetz die Bedeutung des Kulturbereichs gegenüber anderen Politikfeldern sichtbar stärken kann”, betonte die parteilose Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson. Auch Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat gibt sich kämpferisch. „Berlin braucht ein Kulturfördergesetz. Gerade in diesen Zeiten sind verlässliche und transparente Kulturförderstrukturen wichtig. Die Berliner Kulturszene hat nun dankenswerterweise einen konkreten Vorschlag vorgelegt”, so Zimmermann. „Der Ball liegt nun bei der Kulturverwaltung, namentlich der Kultursenatorin und dem Regierenden Bürgermeister, und bei den Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses.”

Die Arbeitsgruppen des Kulturgesetzes (Foto: Screenshot/Berliner Kulturkonferenz)
Die Arbeitsgruppen des Kulturgesetzes (Foto: Screenshot/Berliner Kulturkonferenz)

Das Dossier geht aus einem Beteiligungsverfahren hervor, das die Berliner Kulturkonferenz im April 2025 einleitete. Das Papier dient nicht als fertiger Gesetzentwurf, sondern als fachliche und kulturpolitische Grundlage für die weitere politische Ausarbeitung. „Wir haben nun die Grundlage für die Fortsetzung unseres konstruktiven Dialogs mit Politik und Verwaltung. Ziel muss es sein, ein Gesetz zeitnah zu verabschieden, welches der Bedeutung der Kultur für diese Stadt entspricht”, so der Vorstand der Berliner Kulturkonferenz e.V.

Das größte Bündnis der Berliner Kulturverbände mit eigener Rechtsform entstand Ende 2023 aus der Initiative für ein Berliner Kulturfördergesetz mit dem Anspruch, die gesamte Breite und Vielfalt der organisierten Berliner Kulturlandschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit zu vertreten.

News

Weiterlesen

Nach Epstein-Verwicklung und Künstler-Boykott: Wasserman Media Group heißt jetzt „The Team”

Casey Wasserman hatte den Verkauf seiner Agentur angekündigt. Die Umbenennung markiert wohl den ersten Schritt im Prozess.

Nach Epstein-Verwicklung und Künstler-Boykott: Wasserman Media Group heißt jetzt „The Team”

Casey Wasserman hatte den Verkauf seiner Agentur angekündigt. Die Umbenennung markiert wohl den ersten Schritt im Prozess.

Robert Johnson: Offenbacher Club hat neuen Innenanstrich

Zuletzt war der britische Illustrator Stephen Smith mit den Live-Visuals von Oasis beschäftigt – nun gestaltet er die Innenräume des Offenbacher Traditionsklubs.

Raumsonde: Online-Tool soll Veranstaltungs-Genehmigungen in Berlin erleichtern

Wer in Berlin Open-Air-Events plant, bekommt mit der Plattform Raumsonde zukünftig eine digitale Partnerin an die Hand.

Konzertmonopol: Live Nation erzielt vorläufige Einigung mit US-Justizministerium

Live Nation und der Tochtergesellschaft Ticketmaster wird seit Jahren vorgeworfen, den Live-Sektor zu monopolisieren.

LiveKommbinat Leipzig: Initiative schlüsselt Preise für Clubbesuch auf

Warum kostet der Clubbesuch heute doppelt so viel wie früher? Dieser Post zeigt, wie sich Clubnächte in den letzten Jahren verteuert haben.

Peru: Bombenanschlag in Nachtclub verletzt mindestens 33 Menschen

Während eines Konzerts im Club Dalí in Trujillo kam es zu einer Explosion, bei der auch Minderjährige ernsthaft verletzt wurden.

THE CLUBMAP: Berliner Eventkalender startet als App

Einst erschien THE CLUBMAP als gedrucktes Magazin, nun ist die App als Alternative zum Monopolisten Resident Advisor verfügbar.

Berlin: Demo-Rave zum Erhalt des RAW-Geländes geplant

Mit „Musik, Herz und Haltung” will der Verein Slust gegen die Schließung von Clubs auf dem RAW-Gelände protestieren.

diskoBabel: Berliner Verein kündigt letzte Open-Air-Saison an

Auch das Jonny Knüppel ist betroffen. Erst im Januar konnte der Club seine Schließung mit einer erfolgreichen Soli-Kampagne abwenden.
Der Künstler Stephen Smith im frisch gestalteten Robert Johnson (Alle Fotos: Holger Wüst)

Robert Johnson: Offenbacher Club hat neuen Innenanstrich

Zuletzt war der britische Illustrator Stephen Smith mit den Live-Visuals von Oasis beschäftigt – nun gestaltet er die Innenräume des Offenbacher Traditionsklubs.
Wankelmut spielt auf einem Open-Air im Strandbad Grünau (Foto: Instagram / wankelmut.berlin)

Raumsonde: Online-Tool soll Veranstaltungs-Genehmigungen in Berlin erleichtern

Wer in Berlin Open-Air-Events plant, bekommt mit der Plattform Raumsonde zukünftig eine digitale Partnerin an die Hand.
Fred again.., Four Tet und Skrillex touren mit Live Nation (Foto: Chris Lavado)

Konzertmonopol: Live Nation erzielt vorläufige Einigung mit US-Justizministerium

Live Nation und der Tochtergesellschaft Ticketmaster wird seit Jahren vorgeworfen, den Live-Sektor zu monopolisieren.
Inzwischen wieder geschlossen: Das Axxon N. (Foto: Joao de Carvalho)

LiveKommbinat Leipzig: Initiative schlüsselt Preise für Clubbesuch auf

Warum kostet der Clubbesuch heute doppelt so viel wie früher? Dieser Post zeigt, wie sich Clubnächte in den letzten Jahren verteuert haben.
Die Disco Dalí in Trujillo (Foto: Google Maps/Khriz Acm)

Peru: Bombenanschlag in Nachtclub verletzt mindestens 33 Menschen

Während eines Konzerts im Club Dalí in Trujillo kam es zu einer Explosion, bei der auch Minderjährige ernsthaft verletzt wurden.
Die neue THE-CLUBMAP-App für Android (Foto: Heiko Jansen)

THE CLUBMAP: Berliner Eventkalender startet als App

Einst erschien THE CLUBMAP als gedrucktes Magazin, nun ist die App als Alternative zum Monopolisten Resident Advisor verfügbar.
Protestierende Menschenmenge (Foto: Chris Slupski, lizenzfrei zu verwenden via Unsplash)

Berlin: Demo-Rave zum Erhalt des RAW-Geländes geplant

Mit „Musik, Herz und Haltung” will der Verein Slust gegen die Schließung von Clubs auf dem RAW-Gelände protestieren.
Das Gelände des Jonny Knüppel (Foto: Jonny Knüppel)

diskoBabel: Berliner Verein kündigt letzte Open-Air-Saison an

Auch das Jonny Knüppel ist betroffen. Erst im Januar konnte der Club seine Schließung mit einer erfolgreichen Soli-Kampagne abwenden.