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Live Nation, Superstruct & Co.: Schaubild gibt Einblick in Machtstrukturen im Event-Bereich

Wem gehören die Festivals und Live-Venues, die wir besuchen? Diese Frage beantworten zwei Schaubilder von Live DMA und das Reset!, die die Eigentumsverhältnisse bei europäischen Musikfestivals und Veranstaltungsorten analysieren. Die Grafiken zeigen, dass mehr als 150 der größten Musikfestivals in Europa direkt oder indirekt vier Unternehmensgruppen zugeordnet sind: Live Nation, Superstruct Entertainment, CTS Eventim und AEG (Anschutz Entertainment Group).

Die Untersuchung basiert auf zwei neuen europäischen Ownership-Karten, die Eigentums- und Beteiligungsstrukturen von Musikfestivals sowie Live-Musik-Venues länderübergreifend erfassen. „Wenn wir ein Ticket für ein Festival oder ein Konzert kaufen – wen unterstützen wir damit eigentlich?”, formulierten die Herausgeber die Leitfrage der Veröffentlichung.

Segmentierung europäischer Festivals (Foto: Screenshot/Reset! and Live DMA by Matthieu Barreira)
Mehr als 150 der größten Musikfestivals in Europa sind direkt oder indirekt vier Unternehmensgruppen zugeordnet: Live Nation, Superstruct Entertainment, CTS Eventim und AEG (Anschutz Entertainment Group) (Illustration: Screenshot/Reset! and Live DMA by Matthieu Barreira)

Superstruct Entertainment betreibt nach der Übernahme durch KKR im Jahr 2024 mehr als 80 Festivals in Europa und Australien; die Zahl der erfassten Festivals stieg von 34 im Jahr 2022 auf 63 im Jahr 2025. Live Nation ist mit rund 120 Tochtergesellschaften in Europa vertreten und erhöhte die Zahl der gemappten Festivals im erwähnten Zeitraum von 74 auf 78. CTS Eventim steigerte die Zahl der erfassten Festivals von 42 auf 51. AEG, Teil der Anschutz Corporation, ist sowohl im Konzertgeschäft als auch als Betreiber von Locations wie etwa der O2 Arena in London oder der Mercedes-Benz Arena in Berlin aktiv. Die Firma verdoppelte die Zahl der betriebenen Festivals von fünf auf zehn.

„Mehr denn je bedroht die zunehmende Konzentration im Live-Musik-Ökosystem, die durch diese neue Karte und Studie sichtbar wird, die kulturelle Vielfalt sowie die Unabhängigkeit von Künstler:innen und Produzent:innen“, erklärt dazu die französische Europaabgeordnete Emma Rafowicz (Parti socialiste). Europa müsse darauf reagieren, indem vertikale Integration begrenzt, Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette getrennt und der Besitz mehrerer Veranstaltungen innerhalb eines Landes oder europaweit durch einen einzelnen Betreiber eingeschränkt werden.

Die von Live DMA und dem Reset! network beauftragte Kartierung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zielt darauf ab, Eigentumsstrukturen und wirtschaftliche Verflechtungen im Live-Musik-Sektor auf anschauliche Weise darzustellen.

Das Reset! Network vernetzt unabhängige Kultur- und Medienorganisationen in Europa,  Live DMA organisiert den Austausch von über 3.000 Veranstaltungsorten, Clubs und Festivals. Wissenschaftlich ist Mathieu Barreira für die Studie verantwortlich –  er forscht zu wirtschaftlichen Fragen in der Musiklandschaft und ist Lehrbeauftragter an Sciences Po Grenoble und an der Universität Lyon 2. 

Ästhetisch orientieren sich die beiden Schaubilder an der Tradition künstlerischer Arbeiten, die politische Machtverhältnisse in Diagrammen sichtbar machen – etwa von Hans Haacke (Shapolsky et al. Manhattan Real Estate Holdings, 1971), Stephen Willats, Oyvind Fahlström oder Mark Lombardi

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