Das .TAG muss schließen, zumindest vorerst. Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat sich der Club in Chengdu, der Hauptstadt Sichuans, zu einem der einflussreichsten Orte für elektronische Musik in China entwickelt. Im 21. Stock des Poly Towers war der Club über ein Jahrzehnt lang ein maßgeblicher Treffpunkt für Subkulturen und die queere Szene der Metropole mit 20 Millionen Einwohner:innen.
Im .TAG, die Abkürzung steht für „To Another Galaxy”, gastierten unter anderem DJs wie Rolando, Bambounou, Nick Höppner, Lawrence Lee, DJ Tool, Jensen Interceptor und Kollektive wie Giegling und Herrensauna.
Mit einem Marathon aus Abschiedspartys feiert das .TAG sein Bestehen, seine Community und sein vorläufiges Ende. Neben langen DJ-Sets lokaler Artists stehen besondere Themenpartys und Rooftop-Events auf dem Programm. Am 14. August beginnt die finale Partyreihe mit vier Nächten unter dem Motto „My Crowd”, bevor das .TAG am 17. August seine Türen schließt.
Wie die taz berichtet, sinkt in Chengdu wie auch im Rest des Landes die Toleranzschwelle der Regierung gegenüber queeren und alternativen Milieus. In diesem repressiven Klima wurde das .TAG umso mehr zu einem wichtigen Schutzraum für queere Communitys und alle, die sich jenseits der gesellschaftlichen Norm bewegen.
Gegenüber Resident Advisor nannte das .TAG-Team neue gesetzliche Vorschriften, insbesondere die verpflichtende Schließzeit um 2 Uhr morgens, sowie die Wirtschaftskrise als Hauptgründe für das Aus. Partys würden nun „mitten in der Peaktime” enden, lange bevor der Club seine berühmten Sonnenaufgangsmomente erreichen könne. Unter zunehmendem kulturellen Druck sei das aktuelle Modell nicht mehr tragbar.
Doch ganz vorbei ist es nicht: „Aber keine Sorge: .TAG wird bald in neuer Form zurückkehren”, heißt es unter einem Instagram-Beitrag des Teams. Geplant sind Pop-up-Partys in Chengdu – und langfristig vielleicht sogar ein neues Zuhause für die Community.







