Fusion: Stellungnahme zum Nahostkonflikt und zur eigenen Situation

Die Veranstalter der Fusion in Lärz, der Kulturverein Kulturkosmos Müritz,  äußert sich in einem Newsletter zu einer Reihe von Themen.

Eingangs wird bemerkt, dass es angesichts der allgemeinen Preissteigerungen immer schwieriger wird, die „Alltagsrealität auch nur für Momente” zu verlassen und sich in die „Festival- und Feierblase” zu verabschieden. „Alle haben gemerkt, dass die Welt, wie wir sie vor Corona kannten, nicht zurückkommt und wir, auch wenn wir alle mehr oder weniger privilegiert sind, in einer zunehmend beschisseneren Welt leben”.

In diese Situation sind die Nachrichten von dem „sinnlosen durch nichts zu rechtfertigenden terroristischen Angriff der Hamas auf Israel” und die Bilder des Supernova-Festivals eingebrochen, die die Vereinsmitglieder „absolut sprachlos und in Tränen zurückgelassen” haben.

„Es sind an diesem einen Tag in Israel, dem Land, das als sichere Heimstätte für Jüdinnen und Juden aus der Geschichte der Shoah entstanden ist, über 1400 Menschen, die allermeisten Israelis und Jüd:innen, durch die Mordbrigaden der Hamas getötet worden”, schreiben der Kulturkosmos e.V.

Ebenso unmissverständlich solidarisiert er sich mit den Bewohner:innen Palästinas. „Auch unsere Angst und Sorge um die Menschen in Gaza wollen wir hier nicht verschweigen und unsere Solidarität mit dem leidenden palästinensischen Volk sehen wir gleichfalls als geboten, wichtig und legitim”, so der Verein.

Unmissverständliche Kritik wird „an der 56-jährigen israelischen Besatzung, an der skrupellosen, zum Teil offen rechtsradikalen Regierung Benjamin Netanjahus und der dadurch befeuerten antipalästinensischen Gewalt von radikalen Siedlern” geübt.

Im Anschluss geht es um das Festival selbst. Der finanzielle Engpass der Pandemiejahre sei aufgrund der Unterstützung durch die Besucher:innen überstanden. Deshalb wird es für die Fusion 2024 nur den regulären Vorverkauf und nicht wie dieses Jahr mehrere Vorverkäufe geben. Die Registrierung soll vom 1. bis 14. Januar auf der Webseite erfolgen, die Verlosung der 70 000 Tickets wird am 20. Januar stattfinden. Einen Monat später wird es eine Nachverlosung geben.

Die Anzahl der verkauften Tickets wird sich trotz Kritik über lange Wartezeiten, Staus und überfüllte Dancefloors nicht ändern. Die Organisator:innen wollen sich im kommenden Jahr aber darum bemühen, die bisweilen strapaziösen Wartezeiten zu reduzieren, und entschuldigen sich für die Probleme bei der letzten Ausgabe.

Familien hatten etwa kritisiert, dass Kindern und Jugendlichen zum ersten Mal der Zugang zu Fusion verwehrt worden war. Dennoch wolle man an der Altersgrenze ab 18 festhalten.

Ein weiteres Thema ist der Streik der ehrenamtlichen Helfer:innen, die aufgrund der Arbeitsbedingungen ihre Tätigkeiten niedergelegt haben. Man nehme die Kritik ernst und sei bereit, sich damit auseinanderzusetzen, schreibt der Verein. „Wir erwarten aber, dass diese fundiert ist und in einem solidarischen Rahmen an uns herangetragen wird. Dies war leider nicht der Fall. Es wurde auf eine äußerst konfrontative und populistische Art eine Kampagne angezettelt und politisch agitiert, wie wir es aus linken Soziotopen nur allzu gut kennen, aber genau deshalb darauf verzichten können. Eine unserer Hausaufgaben aus diesem Konflikt sehen wir darin, unsere eigenen Strukturen immer wieder kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls neu zu justieren.”

In diesem Zusammenhang hatte es auch Kritik am Awarenesskonzept der Fusion gegeben. Die Gruppe FAQ-Infoladen, die den Streik mit initiiert hatte, warf der Festival-Security rassistisches und sexistisches Verhalten gegenüber anderen Crews vor und beklagte fehlende Konsequenzen seitens der Veranstalter.

Diese Kritik weist der Kulturkosmos nochmals entschieden zurück. Man stehe voll und ganz hinter den Verantwortlichen. Die Fusion sei ein Ort zum Ausleben von Sexualität und Geschlechteridentitäten. Allerdings entstehe „eine maximale Awareness auf der Fusion erst […], wenn möglichst viele Fusionist:innen auf andere achten und durch gegenseitige und kollektive Achtsamkeit übergriffiges Verhalten erkannt und diesem ein entschiedenes Handeln zur direkten Unterstützung Betroffener entgegengesetzt wird.”

Diese kollektive Entwicklung hin zu „Awareness für alle” sei „ein längerer Prozess, aber letztendlich der Weg zu einer Feierkultur, in der Diskriminierung und sexualisierte Gewalt keinen Platz haben und Betroffene konsequent unterstützt werden. Wir sind zuversichtlich, dass wir und alle Fusionist:innen, die wir dafür sensibilisieren können, hier auf dem richtigen Weg sind”, schließt der Kulturkosmos e.V.

News

Weiterlesen

Zum Schutz kleiner Spielstätten: Club-Euro startet bundesweit

Mit der freiwilligen Abgabe sollen große Veranstaltungen kleine Venues unterstützen. Das Pilotprojekt als Köln startet nun bundesweit.

Zum Schutz kleiner Spielstätten: Club-Euro startet bundesweit

Mit der freiwilligen Abgabe sollen große Veranstaltungen kleine Venues unterstützen. Das Pilotprojekt als Köln startet nun bundesweit.

Rick Wade: Detroit-Urgestein erlitt Herzinfarkt

Nach einem schweren Zusammenbruch warnt die Deep-House-Legende vor den Folgen ständiger Überlastung im DJ-Alltag.

Watergate: Pariser Club mit David-Lynch-Verbindung übernimmt Räume für Popup 

Mehr als 20 Monate stand das Watergate leer. Nun zieht dort der internationale Artworld-Jetset ein.

Burning Man: Zwei Todesfälle in zwei Tagen

Das Burning Man steht in diesem Jahr unter einem schlechten Stern: Nachdem Unwetter das Gelände in eine Schlammlandschaft verwandelt hatten, wurden zwei Todesfälle bekannt. 

Smart Glasses: New Yorker Club verbietet Videobrillen

Geräte wie die Meta-Ray-Bans, die diskretes Filmen ermöglichen, seien mit dem Schutz der Privatsphäre nicht vereinbar, findet das Basement in Queens.

Verbindung in die rechtsextreme Szene: Berliner Clubcomission schließt Musikbrauerei aus

Unter anderem problematisch für die Clubcomission: Die „Erste Alternative Medienmesse” mit Beteiligung von Compact und der Partei dieBasis.

Drogenwarnung aus den Niederlanden: Trump-Pille enthält PMMA 

Vom Konsum der Pille wird ausdrücklich abgeraten, denn mit PMMA ist nicht zu spaßen. Was Raver:innen jetzt wissen müssen.

Monika Kruse: DJ verkündet Rückkehr von Angststörung

Die DJ leide außerdem an „körperlichen Symptomen und einer tiefen Erschöpfung” und musste einen Festival-Gig am Wochenende absagen.

Aarauer Rave 7.0 in der Schweiz: Tote und Verletzte nach Schüssen

Das Tatmotiv ist bislang ungeklärt, die Polizei schließt einen Amoklauf nicht aus, ermittelt aber auch in Richtung Terrorakt und organisierte Kriminalität.
Rick Wade an den Decks.

Rick Wade: Detroit-Urgestein erlitt Herzinfarkt

Nach einem schweren Zusammenbruch warnt die Deep-House-Legende vor den Folgen ständiger Überlastung im DJ-Alltag.

Watergate: Pariser Club mit David-Lynch-Verbindung übernimmt Räume für Popup 

Mehr als 20 Monate stand das Watergate leer. Nun zieht dort der internationale Artworld-Jetset ein.

Burning Man: Zwei Todesfälle in zwei Tagen

Das Burning Man steht in diesem Jahr unter einem schlechten Stern: Nachdem Unwetter das Gelände in eine Schlammlandschaft verwandelt hatten, wurden zwei Todesfälle bekannt. 

Smart Glasses: New Yorker Club verbietet Videobrillen

Geräte wie die Meta-Ray-Bans, die diskretes Filmen ermöglichen, seien mit dem Schutz der Privatsphäre nicht vereinbar, findet das Basement in Queens.

Verbindung in die rechtsextreme Szene: Berliner Clubcomission schließt Musikbrauerei aus

Unter anderem problematisch für die Clubcomission: Die „Erste Alternative Medienmesse” mit Beteiligung von Compact und der Partei dieBasis.

Drogenwarnung aus den Niederlanden: Trump-Pille enthält PMMA 

Vom Konsum der Pille wird ausdrücklich abgeraten, denn mit PMMA ist nicht zu spaßen. Was Raver:innen jetzt wissen müssen.
Monika Kruse by (Foto: Christoph Köstling)

Monika Kruse: DJ verkündet Rückkehr von Angststörung

Die DJ leide außerdem an „körperlichen Symptomen und einer tiefen Erschöpfung” und musste einen Festival-Gig am Wochenende absagen.
Der Rave wurde auf dem Gelände der Pferderennbahn Aarau abgehalten. Die Schüsse fielen hinter der Tribüne im Bild oben rechts (Foto: Aargau Tourismus AG)

Aarauer Rave 7.0 in der Schweiz: Tote und Verletzte nach Schüssen

Das Tatmotiv ist bislang ungeklärt, die Polizei schließt einen Amoklauf nicht aus, ermittelt aber auch in Richtung Terrorakt und organisierte Kriminalität.