Exodus: Londoner Club fabric sagt Festival ab

Das vom Londoner Club fabric produzierte Festival Exodus sollte in der ostenglischen Grafschaft Essex, etwa 50 Kilometer von London entfernt, stattfinden. Am 8. und 9. Juli sollte das Herrenhaus Kelvedon Hall in der Gemeinde Kelvedon Hatch als Festivalgelände dienen. Nun geben die Veranstalter die Absage bekannt

Der verlinkte Post verweist auf gestiegene Kosten und niedrige Ticketverkäufe. Man könne dem eigenen Qualitätsanspruch nicht gerecht werden, heißt es dort. Für die zwei Festivaltage war ein hochkarätiges Line-up mit Künstler:innen wie Ricardo Villalobos, Skee Mask, dBridge, Danilo Plessow, KiNK, Seth Troxler DVS1, Kareen, Volvox, DJ Assault oder Peach vorgesehen.

Das Herrenhaus Kelvedon Hall in Essex war als Festivalgelände vorgesehen (Foto: Glyn Baker/CC BY-SA 2.0)

Die bereits verkauften Tickets erstattet der Veranstalter zurück. Außerdem gibt es für die Käufer:innen am 8. und 9. Juli freien Eintritt in die fabric sowie ein Freigetränk.

Großbritannien ist von Inflation und Kostenexplosion noch stärker betroffen als die Länder der Europäischen Union. So stiegen die Lebensmittelpreise zwischenzeitlich um mehr als 10 Prozent, so stark wie in den letzten 45 Jahren nicht mehr. Hinzu kommt noch eine Krise auf dem Wohnungsmarkt, die die Mietpreise in die Höhe trieb. In dieser Situation der Reallohnverluste, in England als „cost of living crisis” bekannt, bleibt gerade im Bereich der unteren Mittelschicht weniger Geld für Kulturveranstaltungen übrig.

Auch in Deutschland machen hohe Kosten und zaghafte Ticketkäufe den Festivals zu schaffen. In ihren Absagen verweisen deutsche Veranstalter auf ähnliche Probleme wie die fabric. Für den 23. und 24. Juni war am Hockenheimring der deutsche Ableger des Download Festivals geplant, musste dann aber Ende Mai wegen „produktionstechnischer Probleme” abgesagt werden. Davor verkündete bereits das Leipziger THINK Festival, dieses Jahr keine Edition durchführen zu können. Sachsens größtes elektronisches Musikfestival konnte nach eigenen Angaben die gestiegenen Kosten nicht mit den Ticketpreisen kompensieren.

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