SYMON im Club Lehmann, Foto: Bella Christman

Sebastian Simon, Geschäftsführer des renommierten Stuttgarter Techno Clubs Lehmann, hat ein Konzept zur selektiven Wiedereröffnung des Nachtlebens vorgelegt. 

Simon hat dieses Konzept gemeinsam mit Freund*innen aus der Stuttgarter Clubszene erarbeitet. Mit Unterstützung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Dehoga, will er es der Politik vorstellen. „Es geht nicht darum, nächste Woche wieder los zu feiern”, erklärt er dem FOCUS. „Aber es muss eine Diskussion entfacht werden, wie das Ganze ablaufen soll, wenn es einmal so weit ist.” 

Das erarbeitete Konzept sieht eine digitale Schnittstelle zwischen Ticketverkäufen und dem Gesundheitsamt vor. In der ersten Phase soll es vorerst keine Abendkasse geben, und es dürfe pro Wochenende nur ein Ticket pro Person gekauft werden. Dies diene vor allem dazu, Großveranstaltungen mit sogenannten Superspreadern zu verhindern. Simon sagt, dass das Gesundheitsamt dadurch alle Gäste eines Events im Falle eines Ausbruchs unkompliziert ausfindig machen kann.

Simon sieht auch einen Bezug zu den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt vor zwei Wochen. „Die Randalierer waren nicht die typischen Clubber. Aber es wäre nicht so ausgeartet, wenn es ein geregeltes Nachtleben gegeben hätte.” Er beobachtet, dass die Szene sich durch die Einschränkungen, immer weiter in den Untergrund verlagert. „Illegale Partys verschlimmern die Situation nur, denn dort hinterlässt niemand seine Kontaktdaten”, erklärt Simon.