5. Yris Den – Strafen (Magazine)

Debütmaxi auf Magazine von Yris Den, einem Produzenten, der scheinbar aus Deutschland stammt und bis dato kaum digitale Abdrücke im Internet hinterließ. Gepichte futuristische Synthklänge, schleppende Grooves, zittrige Arpeggios, kosmischer Techno, New-Age-Broken-Beats: alles drin in dieser nicht auf die Peaktime schielenden EP, deren Ursprung auch in einer Kunstausstellung liegen könnte. Schließlich ist ihr artifizieller Anstrich für die Imagination gemacht, für das Reisen in und mit der Musik. Der Startpunkt kann überall sein und muss nicht unbedingt inmitten des Dancefloors stattfinden. (Michael Leuffen)

4. Sonns & Tavish – Trycksaker (ESP Institute)

Lange schon währt das freundschaftliche Verhältnis zwischen Alexandre Mouracade alias Sonns, Tavish Graham aus Venice Beach und ESP-Labelhead Loverfingers: Als Nachbarn in L.A. teilen sie so manches miteinander. Mit „Trycksaker“ liegt nun das Debüt des neuen Teams Sonns & Tavish vor. Der Titeltrack überzeugt als Midtempo-Nummer mit außerordentlich gelungenem Spannungsbogen, während „Roguish Days“ auf der B-Seite mit einer Bassline, deren Acid zum größeren Teil unter der Oberfläche bleibt, und einem Breakbeat-Schema ohne Hektik punktet. Einstand nach Maß. (Harry Schmidt)

3. Tom Dragebo – How Long (Full Pupp)

Der norwegische Producer und DJ Tom Dragebo lebt in Berlin. Mit der How Long-EP erscheint sein Debüt auf Full Pupp. Seine beiden Originale hinterlassen einen aus-, aber nicht überproduzierten Eindruck. Der Titeltrack wirkt wie das Ergebnis einer kosmische Disco-House-Jam, Acid-Geblubber inklusive. In „Perler for svin“ verschiebt sich ein einsames Rave-Signal. Labelhead Prins Thomas hat jeder Nummer einen Remix spendiert, von denen insbesondere der „Diskomiks“ von „How Long“ von Interesse ist. (Harry Schmidt)

2. Relaxer – Relaxer V (Relaxer)

Daniel Martin-McCormick führt sein sympathisch-irreführendes Projekt Relaxer weiter mit EP Nummer 5 – irreführend, weil es auf dem Sixtracker (!) nur bedingt entspannt zugeht. Der Opener „My Reminiscence“ ist von Acid beeinflusster Techno mit kratzigen Schlieren, Track 2 verweigert sich mit böser Kickdrum und schabenden Geräuschen der Chillout-Zone – trotz schöner Flächen. Die verbleibenden Stücke können dann aber tatsächlich unter Ambient eingeordnet werden, wobei allen ein Sich-jeder-Gefühlsduselei-Verweigern gemeinsam ist – sei es durch Störgeräusche, Dissonanzen oder nach vorne gemischten Dubbeats. (Mathias Schaffhäuser)

1. Acronym City – Powermoves (Running Back Double Copy)

Das Mitte der 90er zwei Platten umfassende On-Off-Projekt Acronym City des Metro-Area-Mitglieds Darshan Jesrani wird über Gerd Jansons Running Back Reissue-Sublabel neu aufgelegt. Im Gegensatz zu klassischen Reissues legt Janson wie auch schon auf Kalks ‎Äkäsha nochmal selbst Hand an und veröffentlicht seine aufpolierten DJ-Edits mit modernem Twist. Der 3-Tracker zeigt, welchen Einfluss House und Techno aus Detroit damals auf die Musikszene in und um New York hatten und was dabei herauskommt, wenn man beides in einen Topf schmeißt. Das Titelstück im Besonderen vereint das Beste aus beiden Szenen, den jackenden Techno-Vibe der Motor City sowie die souligen Chords aus Big Apple. Zusammengenommen scheint das eines der Rezepte für Zeitlosigkeit zu sein und zeigt auf, warum diese Tracks auch heute noch so gefragt sind. (Felix Hüther)

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